Klein anfangen beim Investieren statt All-in

Ich habe heimlich, still und leise die Beiträge meiner ETF-Sparpläne in den letzten Monaten erhöht. Statt anfangs 150€ wandern nun jeden Monat 600€ in mein Depot, was ich mir vor 2 Jahren kaum hatte vorstellen können. Heute möchte ich euch folgende Fragen erläutern:

1. Wieso habe ich so lange gebraucht, um der Börse mehr Vertrauen zu schenken?
2. Welche Ziele verfolge ich?
3. Wie sieht meine Investitionsstrategie in Zukunft aus?

Nichts überstürzen
Man heiratet nicht gleich nach dem ersten Date. Fängt beim Joggen nicht gleich mit dem Marathon an und bestellt nicht 3 Kugeln von einer unbekannten Eissorte. Deswegen war für mich von Anfang an klar: Sollte ich jemals Geld an der Börse lassen, dann setze ich nicht gleich mein ganzes Erspartes ein, sondern steige behutsam ein. Manch einer hat da vielleicht ein Zockergen und würde ohne mit der Wimper zu zucken im Casino alles auf eine Farbe setzen, aber das ist einfach nichts für mich.

Meinen Einstieg in die Finanzwelt
Schon als Kind hatte ich einen bewussten Umgang mit Geld. Als ich zu meiner Konfirmation rund 600€ geschenkt bekam, legte ich 500€ davon für 4 Jahre bei 3,75% bei meiner örtlichen Sparkasse an. Ich bekam nicht viel Taschengeld und verdiente mir zu Schulzeiten ein wenig mit Nachmittagsbetreuung und Nachhilfe dazu.

Ich nahm Finanzen von Anfang an selbst in die Hand.

In meinem Studium verdiente ich rund 800€ netto im Monat. Da sich dadurch langsam ein wenig Geld anhäufte und mein Sparbuch keine Zinsen mehr brachte, musste was Neues her: Traumhafte 2,7% lockten beim Tagesgeldkonto. Das war mein einzig erwähnenswerter Schritt während des Studiums, wenn es um gezielte Vermögenbildung geht. Auch nach dem Studium hatte ich es nicht eilig: Wieso auch?

Das Risiko, Geld in den Sand zu setzen, wenn man sich an der Börse nicht auskennt, war größer als die Chance mit ein paar investierten 1000€ reich zu werden.

Stattdessen konnte ich mitfiebern, wie die Summe auf meinem Tagesgeldkonto immer mehr wuchs.

Wendepunkt
„Investiere jetzt!!“ – „Jetzt ist der beste Zeitpunkt zum Investieren!!“ Solche Sätze prallten immer ziemlich an mir ab. Was andere gut finden, muss nicht gut für mich sein. Ich erinnere mich nicht mal, wieso ich nach 1,5 Jahren Auseinandersetzung mit Finanzblogs und -foren plötzlich ein Depot eröffnete. Vielleicht, weil mein Erspartes mir mittlerweile genug Sicherheit bot oder einfach aus Frust, weil die monatlichen Einzahlungen auf mein Tagesgeldkonto bei der Gesamtsumme keine großen Sprünge mehr verursachten. Oder auch, weil ich mittlerweile die Chance auf den Zinseszins in meinem Alter höher einschätze als das Risiko alles zu verlieren.

Ich war bereit.

Da ich wie besagt kein Zockergen habe, fing ich erst mal mit 150€ im Monat an. Erhöhte 5 Monate später auf 300 und einen weiteren Monat später bin ich nun bei 600€ im Monat angekommen. Ich habe kurzfristig keine hohen Erwartungen an mein Depot. Ich bin erst enttäuscht, wenn ich in 20-40 Jahren nicht die Rendite meines Tagesgeldkontos geschlagen habe.

Investiere nur Geld, was du wirklich nicht brauchst.

Da ich nur Geld investiere, was ich „übrig“ habe, kann ich nachts ziemlich gut schlafen. Andere verschleudern ihr Geld für Urlaube und Autos, ich investiere an der Börse. Ich bin froh, dass ich mich so langsam rangetastet habe. Es ist nur ein wenig gewöhnungsbedürftig, dass mein Erspartes auf dem Tagesgeldkonto nun kaum noch anwächst. Immerhin beschert mir mein Tagesgeldkonto knapp 1% Zinsen, während mein Depot seit September 2015 die meiste Zeit im Minus steht. Das kann mich aber zum Glück ziemlich kalt lassen.

Welche Ziele verfolge ich?
Vor einigen Monaten habe ich noch groß getönt, dass ich noch nicht gezielt fürs Alter vorsorge. Diese Aussage muss ich mittlerweile revidieren: Ich verfolge langfristige Ziele und will, dass mein früher Eintritt ins Arbeitsleben auf Dauer Früchte trägt. Absurderweise träume ich auf Dauer immer noch von den eigenen 4 Wänden. Gleichzeitig bin ich als Mieterin aktuell sehr zufrieden. Ich weiß noch nicht, wo mein Leben mal hinführt.

Wie sieht meine Investitionsstrategie in Zukunft aus?
Einfach weiter laufen lassen. Wenn mein Depot mal eine ordentliche Größe hat, möchte ich mit Direktanlage in Einzelaktien experimentieren. Sollte sich an meinen Lebensumständen etwas ändern, stelle ich meine Zahlungen bei Bedarf einfach ein und lass mein Depot aus eigener Kraft vor sich hin dümpeln.

Mir ist es wichtig, dass meine Investitionen pflegeleicht sind.

Zu Beginn Zeit und Nerven investieren lohnt sich, wenn man danach alles gemütlich weiter laufen lassen kann.

Fazit
Ich bin mir bewusst, dass es Menschen gibt, die deutlich mehr im Monat investieren, aber auch Menschen für die 150€ bereits das höchste aller Gefühle sind. Ich kann für vorsichtige Menschen wie mich nur den Tipp geben, erst mal klein anzufangen. Kostenlose ETF-Sparpläne gibt es ab 25€ im Monat. Man muss nicht jeden Monat investieren, es geht auch viertel- oder halbjährlich. Es tut nicht weh, einfach mal etwas auszuprobieren. Hat man sich erst mal mit allem vertraut gemacht, kommt einem das Depot so selbstverständlich wie ein Sparbuch vor. Wichtig dabei: Man braucht das Geld nicht kurzfristig.

Wie lange habt ihr gebraucht, um aktiv zu investieren oder zögert ihr noch immer?

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44 Gedanken zu “Klein anfangen beim Investieren statt All-in

  1. Hallo Jenny,

    immer wieder schön, Deine Beiträge zu lesen. Du hebst Dich so wunderbar von vielen anderen Blogschreibern ab. Ich habe den Eindruck, die meisten würden einen Sinneswandel in der Anlagestrategie kaum nach außen so klar kommunizieren. Zum anderen finde ich es bemerkenswert, dass Du eben nicht mit einer übermütigen Aktienquote begonnen hast. Ich schrieb es an anderer Stelle: Insbesondere am Anfang ist die Sparrate viel wichtiger als die Jahresrendite.

    Ich habe mich mit Aktien bis zu meinem Berufseinstieg nie beschäftigt und hatte auch eher das Bild von einem Casino im Kopf. Erst durch die eigenständige Beschäftigung mit dem Thema nach dem Berufseinstieg gewann ich langsam Vertrauen in die Materie. Ich bin mit vermögenswirksamen Leistungen eingestiegen und habe (gerade noch mal nachgeschaut) ein halbes Jahr später meinen ersten Sparplan auf einen globalen Aktienfonds gestartet. In der Summe war ich dann ungefähr bei Deinen ursprünglichen 150 Euronen (allerdings vor rund 15 Jahren). Da es zeitgleich an den Börsen eher mau lief, habe ich den Betrag nie erhöht und bin weiter vorsichtig gewesen – der „Glaubenssatz“ des Casinos lässt sich nicht so leicht aus dem Hinterkopf verbannen. Erst nach rund 5 Jahren hatte ich das Vertrauen gefasst, größere Beträge und höhere Sparraten zu investieren. Mittlerweile ist meine Aktienquote deutlich gestiegen.

    Ich kann verstehen, dass es manchen Junganlegern heute leichter fällt, bereits früher mit höheren Beträgen einzusteigen. Die letzten 7-8 Jahre waren an der Börse ziemlich positiv – da ist vermutlich ein positiveres Bild im Hinterkopf verankert. Nichts desto trotz bin ich froh, mich ähnlich langsam wie Du an das Thema herangetastet zu haben. Ich denke, dass ich relativ gut einzuschätzen weiß, wie sich Verluste anfühlen – nun bin ich bereit, dies auch mit höheren Beträgen zu erleben. Ich bin schon ganz gespannt, wie sich das mit höheren absoluten Beträgen anfüllt.

    Ich glaube übrigens, dass dieses „Vertrauen in eine Anlage fassen“ ein Psycho-Ding ist. Bis man es zum ersten Mal tut, ist man total unsicher. Hat man es dann „erfolgreich“ für ein Jahr gemacht, denkt man, es sei total sicher. (Ok, etwas überspitzt formuliert.) Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte und hängt stark von den persönlichen Erfahrungen mit dem Vehikel ab. Wer bereits erfolgreich 2 Immobilien ge- und verkauft hat, findet das sicherlich alles total unkompliziert und sicher – mir fehlt diese Erfahrung, weshalb ich die Risiken deutlich höher einstufe. So ist das wohl bei den meisten von uns – vermute ich.

    Liebe Grüße
    Dummerchen

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    • Hallo Dummerchen, vielen Dank für die netten Worte! Die Zweifel gegenüber der Börse gibt es sicherlich immer noch. Gerade weil es seit einigen Jahren stets bergauf ging und man den „Fall“ befürchtet bzw. abwartet, um günstig einsteigen zu können. Aktuell profitiert man jedoch von den Erfahrungen anderer: Ich hätte mich nie mit der Börse befasst, wenn ich nicht im Internet so viel darüber hätte lesen dürfen. Dabei sollte man aber tatsächlich nicht zu übermütig werden und jahrelang alles Ersparte ohne Diversifikation in eine Anlagenklasse stecken. Bzw. seine Grenzen kennen. Die 600€ werde ich vermutlich nicht für immer monatlich in ETFs anlegen, sondern wie gesagt vielleicht auch in Aktien oder bei Bedarf auch mal pausieren. Denn aktuell geht es bei mir noch um kleine Summen. Wenn ein 10.000€ Depot 60% im Minus steht ist das was anderes als mit 100.000 oder 200.000.

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  2. Hey Jenny,
    600 € ist schon ne ordentliche Summe. Aber ich kann deine Gedanken grade ziemlich gut verstehen.

    Geld habe ich irgendwie immer gespart, aber dann auch immer wieder ausgegeben. Also bei mir war das nie ein dauerhafter Zustand. Erst vor einem Jahr kam dann ja das Thema bei mir auf. Der Schritt zu den 150€ ins Depot hat auch bestimmt zwei Monate gedauert vom ersten Gedanken bis zur ersten Einzahlung. Vertrauen hatte ich an das Prinzip Börse noch nicht so. Auch wenn viele Texte natürlich anderes sagen.

    Aktuell bin ich ja noch in der „Tilge deine Schulden“ Phase bis Ende des Jahres ca. Danach wird dann ein ordentlicher Batzen frei, wo ich aktuell echt überlege, wie ich dann weitermache mit dem Investieren. Aber so 500-700€ im Monat in ein ETF investieren bereit mir aktuell noch etwas Kopfzerbrechen, weil ich wie du bis jetzt nur rote Zahlen gesehen habe. Da kann man sich noch so gut einreden das bessere Zeit noch kommen. Ganz verfliegen tut der Gedanke wohl nie.

    Im Grunde ist es doch bei allen eine Art Altersvorsorge. Ob dies dann zum Rentenalter oder früher genutzt wird und über welche Art der Nutzung ist ja etwas anderes. Investition und sparen sind doch immer etwas für die Zukunft.

    Gruß,
    mafis

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    • Schulden tilgen ist definitiv das Wichtigste. Ohne Verbindlichkeiten lebt es sich viel leichter.

      Wir haben mit unseren Sparplänen ja ziemlich gleichzeitig angefangen. Was ich gut, aber gleichzeitig auf beunruhigend finde: Alles spielt sich digital ab. Einzelaktien erscheinen mir physischer Erscheinen als ETFs. Wenn man z.B. in 30 Unternehmen investiert, müsste schon einiges schief gehen, um sein ganzes Geld zu verlieren. Bei ETFs habe ich aktuell mehr Angst, dass an dieser modernen Investitionsform sich noch etwas zu unserem Nachteil ändert. Deswegen gilt immer: Diversifikation. Ich habe mir innerlich und eigentlich unbewusst ein paar finanzielle Etappen gesetzt: Tagesgeld, Festgeld, ETFs, Aktien und Immobilien. Mal sehen, wie weit ich auf meiner Leiter komme.

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      • Diversifikation. Ein Wort was ich ja vor einem halben Jahr noch nicht kannte :D jetzt liebt man es. Aber ich denke auch man muss sein Vermögen gut verteilen. An vielen Stellen, welche man versteht mitspielen, klingt für mich auch interessanter.

        Bei Stefan hatte ich mal geschrieben das ich wohl dann im Frühjahr auch mich sehr Richtung All Weather Modell orientieren werden. Also mehr Anleihen ins Depot und so welche Sachen. Welche Verteilung da genau kommt mal sehen.

        Das Thema Immobilie schwebte mich auch schon öfters durch den Kopf. Aber bis jetzt bin ich mit dem Thema noch nicht warm geworden. Dachte ja schonmal drüber nach mich mit jemanden zusammen zu tun, welche vielleicht schon die ein oder andere Wohnung besitzt und dort langsam zu lernen. Aber mal sehen.

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      • Stefan hat in letzter Zeit echt viele interessante Beiträge geschrieben, mit denen ich mich noch mal mehr befassen werde. Vor allem, wenn es mal um die Auswahl eines Unternehmens geht. Mir fehlt grade nur ein bisschen die Zeit, um mich damit näher zu befassen. Bin über den Update-Artikel deiner Investitionsstrategie gespannt, wenn es mal soweit ist. :)
        Bei anderen Bloggern lese ich auch vermehrt über Optionen.. die auch irgendwo ihren Reiz haben, wobei man da auch viel falsch machen kann und das nicht mal so „nebenbei“ machen sollte.

        Wegen Immobilien muss ich einfach mal abwarten. Mein Freund soll erst mal in Ruhe seine Ausbildung fertig machen und dann sehen wir mal, was er sich für die Zukunft wünscht. Da bin ich ihm ein paar Jahre Selbstfindungsphase voraus. Ein bisschen träume ich ja davon, mit meinen Brüdern ein kleines Mehrfamilienhaus zu kaufen, wo meine Eltern in einer Einliegerwohnung glücklich sein können.

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  3. Hallo Jenny,

    Du machst das nach meiner Meinung absolut richtig. Man soll erst mal klein anfangen und ein Gefühl dafür bekommen. Am Papier schaut immer alles toll aus, aber in den Moment, wo man real Geld anlegt, ändert sich alles.

    Als ich nach dem Studium (wieder) mit der Börse anfing, habe ich mal 25 DM oder 50 DM im Monat gespart, bis es zu einer ersten Position langte. ETF´s und Sparpläne gab es nicht. Ich investierte auch nur Geld, dass ich sicher die nächsten Jahre nicht brauchte. Das mache ich heute noch so.

    Vernünftigerweise sollte die Reihenfolge Schulden tilgen, Notgroschen aufbauen und auf Kaufwünsche sparen sein. Den Rest dann an der Börse anlegen.

    Die Sparrate sollte jeder so wählen, dass sie einem nicht „weh“ tut. Ob 50 € oder 500 € ist erst einmal egal.

    Natürlich ist es schwierig, wenn man liest, dass jemand 1.000 €, 2.000 € oder mehr im Monat anlegt. Da kann man schon ins Grübeln kommen.

    Allerdings muss man die Gesamtsituation des Einzelnen betrachten. Wenn man älter wird, sind viele materielle Wünsche erfüllt. Die Wohnung oder das Haus sind eingerichtet, Technik ist vorhanden wie Smartphone oder PC, bei mir ist das Haus abbezahlt. Alleine dadurch habe ich mehrere hundert im Monat über. Das Einkommen steigt im Laufe der Jahre (hoffentlich).

    Dann verschiebt sich auch die Wertigkeit, je höher das Gesamtvermögen und das freie Einkommen, desto weniger fallen 100 € ins „Gewicht“. Als Student sind 20 oder 30 € viel, wenn man jetzt seine Gehalt heranzieht, dann spielt das nicht mir so die Rolle. Die Verhältnisse verschieben sich.

    Ich finde, Du machst alles richtig und würde es jedem nur empfehlen, genauso zu verfahren.

    (Ein sehr guter Beitrag :) )

    LG Alexander

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    • Ja, tatsächlich bringen mich Raten in Richtung 2000€ zum Grübeln. Nach einer Ausbildung hat man das in meiner Heimat mit Glück brutto im Monat. Heißt aber nicht, dass es mit niedrigem Gehalt unmöglich ist zu sparen. Man muss nur ggf. Kompromisse machen oder sich zu helfen wissen. Gegenseitiges Helfen innerhalb der Familie und des Freundeskreises darf man auch nicht unterschätzen. Letzten Endes sollte man in guten Zeiten sparen, um in schlechten Zeiten davon zu profitieren und nicht umgekehrt.

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  4. Ex-Studentin: „Investiere jetzt!!“ – „Jetzt ist der beste Zeitpunkt zum Investieren!!“ Solche Sätze prallten immer ziemlich an mir ab.

    An mir auch. Das war letztes Jahr im März/April. Auf dem Hoch der Aktienkurse. Seitdem habe ich langsam meine Aktienquote hochgefahren. Gut, dass ich nicht sofort alles am Anfang investiert habe. ;-)

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    • Alles auf einmal zu investieren halte ich auch nicht für klug. Die Nutzung des „Cost Average“-Effektes hat den Vorteil, dass man nicht zum schlecht-möglichsten Zeitpunkt kauft, sondern auch, dass man gar nicht weiß und sich schon gar nicht erst merken kann, wie zum Kaufzeitpunkt die Kurse standen. ;) Vermeidet unnötige Aufregung.

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  5. Hallo Jenny,
    dein Beitrag gefällt mir sehr gut. Man kann über die Zeit eine eindeutige positive Entwicklung sehen. Nach den ersten Schritten mit den ETF-Sparplänen und den ersten Aktien deiner Firma eine stufenweise Erhöhung der Beträge. Das sind gute Grundsteine für die Zukunft.

    Im Grunde sind diejenigen mit der Zeit erfolgreich, die beständig etwas weglegen und gleichzeitig immer wieder ihre Strategie überdenken. Solange Du Geld weglegst, das Du nicht brauchst und welches Du in der Sparphase als Nichtexistent ansiehst, wird dir, je länger dein Anlagehorizont ist, dein Depot immer mehr Freude machen. Ich würde mich weder an dem „investiere jetzt“ noch an Sparbeträge anderer Leute orientieren. Man muß nach den eigenen Möglichkeiten fokussiert bleiben. Es wird immer Leute geben, die z.T. viel mehr im Monat sparen, aber das ist nicht relevant für dein eigenes Portfolio. Wenn dich so etwas wirklich beschäftigen sollte, kannst Du die Sache positiv angehen: Es gibt viel mehr Menschen, die gar nichts sparen. Das sind dann diejenigen, denen irgendwann mal das Geld ausgeht, weil die Einnahmequellen versiegen. Wenn Du aber hübsch bei der Sache bleibst, dann ist das Thema Geld für dich in 20 oder 30 Jahren nicht mehr brisant. Die monatlichen Sparraten fangen mit höheren Depotwert automatisch an, sich zu erhöhen. In der Regel spart man die ersten 100.000 EURO zum größten Teil alleine. Die nächsten 100.000 EURO sind auch noch schwer, aber nicht mehr zu vergleichen mit den ersten 100.000 EURO. Und danach wirds immer leichter. Also: der Grundstein ist das wichtigste. Und da machst Du momentan alles richtig.

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    • Eigentlich möchte ich mich gar nicht damit trösten, dass andere weniger zurücklegen, weil mich das gleichzeitig auch traurig macht. Viele Menschen sind überschuldet und kommen aus der Spirale nicht raus. Gleichzeitig wissen sie auch nicht, was sie besser machen können, weil sie das Gefühl haben, bereits am Existenzminimum zu leben. Es gibt einige Einzelfälle, bei denen das Schicksal es nicht gut meinte, z.B. Bafögschulen, die man trotz abgebrochenem Studium zurückzahlen muss. Aber ich kenne auch genug Leute, die ihr Geld in Elektronik, Fahrzeuge, Urlaube oder Zigaretten stecken und nicht mal merken, dass sie selbst bei ihrem niedrigen Gehalt ein besseres Leben führen könnten. In meinem Bekanntenkreis gibt es so einen Fall: Freundin des Bekannten ist direkt nach der Schule schwanger geworden, immer neuste Handys und Spielekonsolen, aufgemotztes (altes) Auto und ein zweites gekauft, obwohl die Freundin zu dem Zeitpunkt nicht mal einen Führerschein hatte. Geraucht wird natürlich auch. Weil man vor lauter Schulden die Miete nicht zahlen kann, müssen das die Großeltern übernehmen. Kind Nr. 1 ist nun im Kindergarten und anstatt als Mutter nun eine Ausbildung zu machen ist Kind Nr. 2 unterwegs. Der Vater von dem Bekannten lässt sich selbst regelmäßig voll laufen, gibt sein ganzes gutes Gehalt für neue Autos aus (rund alle 1-2 Jahre ein anderes) und hat Kinder von 3 Frauen. Wenn solche Verhaltensweisen von Generation zu Generation weitergegeben werden, wie soll man da dem Kind einen Vorwurf machen, wenn es genauso wird..

      Danke fürs Mutmachen. Die ersten 100.000 (und die erste Millionen ;) ) sind sicherlich das Schwerste. Wie Dummcheren und du bin ich der Meinung, dass zu Beginn die Sparrate meisten Einfluss hat. Durch meine jetzigen Einzahlungen landen 600€ in meinem Depot. Um die gleiche Rate durch Dividenden zu erlangen, bräuchte ich bei einer angenommenen Dividendenrendite von 3% (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/173165/umfrage/dividendenrendite-der-dax-unternehmen/)) ein 320.000€ starkes Depot (vor Steuern), wenn ich mich nicht verrechnet habe.

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      • Hmpf :-(, Durch die Dividendenrendite wächst Dein Depot keinen Millimeter. Du hättest natürlich wieder 600€ monatlich, die Du investieren könntest…

        Linke Tasche, rechte Tasche.

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      • :D Auf dem Papier tragen thesaurierende ETFs leider nicht zum aktuellen passiven Einkommen bei. Wobei die Ausschüttungen ja direkt wieder anlegt werden.. Das zählt ja auch irgendwie. Ich frag mich oft, was für ein Verwaltungsaufwand Ausschüttungen bedeuten. Jedes Mal, wenn ich sowas lese wie „Heute landeten wieder 2,37€ auf meinem Konto“ denke ich mir: Wie aufwendig ist es, solche Kleinstbeiträge zu überweisen? Und am besten noch einen Brief an alle Beteiligten zu schicken oder wie auch immer sowas abläuft..

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      • „Auf dem Papier tragen thesaurierende ETFs leider nicht zum aktuellen passiven Einkommen bei.“
        Na, ja. Ausschüttende ETFs dürfen dann aber auch nicht zum aktuellen passiven Einkommen beitragen. Ob die KAG jetzt Erträge direkt wieder anlegt oder der Zwischenweg über Dein Verrechnungskonto läuft, kann doch nicht den Unterschied zwischen „passivem Einkommen“ und „nicht passivem Einkommen“ sein. Umgekehrt könntest Du auch jährlich 3% der Anteile eines thesaurierenden DAX-ETFs verkaufen, um passives Einkommen zu erzeugen.

        Aber ich habe mir ja geschworen, diese leidige „Dividenden sind das A und O“-Diskussionen nicht mehr zu führen. Ich verstehe diese Begeisterungsstürme bei Dividendenausschüttungen einfach nicht – das Vermögen ist unverändert. Muss irgend so ein Psycho-Ding sein, das ich nicht nachvollziehen kann.

        (Und ich beziehe mich hier explizit *nicht* auf die Frage, ob Dividenden zahlende Unternehmen die besseren Unternehmen sind. Das ist nochmal ein ganz anderes Thema.)

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  6. Hallo Jenny,
    mal wieder ein sehr schöner und privater Beitrag von dir!
    Du darfst dich glücklich zählen – du zählst zu den wenigen, die nicht zu Beginn ihrer Börsen-/Aktienlaufbahn viel Geld in den Sand gesetzt haben, weil sie zu schnell und in die falschen Produkte investiert haben.
    Ich wünsche dir, dass du dran bleibst auch wenn das Leben hoffentlich noch ein paar positive Veränderungen (und einhergehend auch finanzielle Veränderungen) für dich bereit hält.

    Viele Grüße

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    • Danke, Felix! :) Ja, ich bin ganz froh, dass ich nicht wie die meisten Blogger erst schlechte Erfahrungen mit Finanzprodukten machen musste. Durch schlechte Erfahrungen resultiert immerhin oft die größte Motivation. Ich habe mitbekommen, wie das Leben es mit meinen Eltern leider nicht nur gut meinte, obwohl oder gerade weil sie vertrauensselige und gutmütige Menschen sind. Meine Brüder und ich gehen deswegen etwas misstrauischer durchs Leben. Diese pessimistisch und ängstlich wirkende Lebensweise werde ich wohl nie ganz weg bekommen (will ich ehrlich gesagt gar nicht). Das ist vielleicht auch mit ein Grund, dass wir Geschwister unser Leben bisher ganz gut meistern und zusammenhalten.

      Liebe Grüße
      Jenny

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  7. Ich bin sofort in Aktien. Fonds und ETFs kamen für mich nie in Frage. Ich hatte anfangs Angst, größere Beiträge zu investieren, wobei ich die Gebühren vernachlässigte. Ein typischer Anfängerfehler. Das war im April 2009. Im Mai 2009 aber kaufte ich schon SAP in einer Tranche zu 2000 €. Im November 2010 die Hannover Rück für 3800 €. Und der erste 4000er war die Deutsche Post im Mai 2011. Im April 2014 dann General Mills für 6000 €. Mittlerweile bin ich psychisch so gefestigt, dass ich mir noch höhere Beiträge vorstellen kann. Aber das Geld auf meinem Girokonto wird nicht sehr alt, weshalb ich heute in hoher Schlagzahl investiere und dann immer mindestens 2000 €.

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    • Bei Aktien sollte man wirklich schauen, dass die Gebühren nicht verhältnismäßig hoch sind. Wobei bei meinem Anbieter die Gebühren zwischen 5 und 30 Euro liegen. Wenn man nicht unbedingt lauter 1€-Aktien kauft, ist das ganz ok. ;) Ab 2000€ liegen die Gebühren einmalig bei 0,25%, was man ganz gut verkraften kann. 6.000€ sind natürlich schon eine ordentliche Hausnummer, aber bei deiner Depotgröße auch nicht mehr verwunderlich. Immerhin bist du 2009 zu einem top-Zeitpunkt eingestiegen. Weiterhin viel Erfolg!

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    • Ich lasse schon immer mindestens 10.000 € für eine Trance zusammen kommen, bevor ich kaufe. Zudem halte ich Cash und warte auf Markteinbrüche. Auf alltime highs kaufe ich nicht, auch wenn ich den Kurse hinterherschauen muss.

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      • Klingt gut. An sich hatte ich mir mal vor 1-2 Jahren vorgenommen, erst in der nächsten Krise zu investieren. Aber so langsam bilde ich mir ein, dass es vielleicht nie wieder solche starken Einbrüche geben könnte oder das noch lange dauern wird. Vielleicht steigen die Kurse die nächsten 20 Jahre munter weiter? Deswegen möchte ich mir erst mal ein kleines Depot aufbauen (10.000€ wären für den Anfang schön), gemäß dem Motto „Dabei sein ist alles!“. Bei so relativ geringen Summen, kann ich jedes Mal von Neuem entscheiden, ob ich mein Depot weiter aufbaue oder erst mal ruhen lasse und mit meinen gesammelten Sparraten auf einen besseren Zeitpunkt warte.

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      • Wer zu lange wartet, verpasst Erfahrungen, positive wie negative. Ich hatte bislang auch nie ein Spielzeugdepot, weil ein Spielzeugdepot psychologisch doch anders ist als ein Echtdepot.

        Bis 10000 € spare ich nicht an, so lange ich noch starke Unternehmen finde, die ich zu einem günstigen Preis bekomme, beispielsweise Phillips 66. Wenn ich warte, verpasse auch Dividenden. Das Warten auf den Kursrutsch ist wie Warten auf Godot.

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      • Bei meinem Depotanbieter hat man die Möglichkeit ein Musterdepot zu führen. Wollte damit auch zuerst beginnen, aber in der Praxis lernt man tatsächlich am meisten: Denn zumindest zu Beginn ist das Mietfiebern schon aufregend. Ich habe die ersten Monate quasi täglich mein Depot gecheckt und gehofft, dass mein Sparplan zum „richtigen“ möglichst niedrigem Zeitpunkt ausgeführt wird. Ist jetzt schon besser geworden.

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  8. Hallo,
    schöner Artikel und du machst das schon richtig so.
    Ich hatte auch das Glück erst Finanzbücher und viele Finanzblogartikel gelesen zu haben und dann erst mit dem Investieren angefangen habe. Also ich habe auch nicht erst teure Börsenfehler gemacht, sondern erst mal einen Notgroschen angespart und dann mit einem kleinen ETF Portfolio angefangen. Die monatlichen Raten habe ich kürzlich auch deutlich erhöht weil ich es mittlerweile schaffe, mehr von meinem Gehalt zu sparen und der Tagesgeldanteil an meinem Gesamtvermögen immer größer wurde.

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    • Es heißt ja oft, dass Frauen erfolgreicher investieren.. ;)
      Wobei ich das Gefühl habe, dass nicht viele Frauen sich an die Börse trauen. Entweder reden all meine Freundinnen und Kolleginnen nicht darüber oder ich bin wirklich die einzige.

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  9. Wow, Jenny! Ich hätte nicht gedacht, dass du dein Investitionsvolumen so schnell vervierfachen würdest. Aber da du schuldenfrei bist, mit der Höhe deines schwankungsarmen Betrages sehr zufrieden und der Börse vertraust, war es der nächste logische Schritt.

    Zumal du breit streust und kein Geld investierst, das du in den nächsten Jahren für andere Dinge ausgeben möchtest.

    Dass du klein angefangen und das Volumen schrittweise gesteigert hast, find ich klasse!

    Jetzt gilt es, auch im Bärenmarkt standhaft zu bleiben.

    Eine Freundin (29) hat neulich „von ETFs gehört“, kurz darauf meinen Blog entdeckt und sich mit mir zu einem Gespräch über ihre Anlagestrategie zusammengesetzt.

    Bislang hatte sie nur Tages- und Festgeld. Ich hab schnell gemerkt, dass sie über keinerlei Wissen über die Aktienmärkte verfügt und auch noch kein Anlageziel hat. Recht früh stellte sie die Frage, bei welcher Bank sie am besten einen Sparplan anlegt.

    Ich habe ihr ein paar Basisinfos gegeben, einige nützliche Links und Buchtipps und ihr dann geraten, sich erst mal (mindestens) ein halbes Jahr lang zu informieren und sich ihre Ziele zu überlegen, mögliche Wege zur Zielerreichung und welche Schwankungen sie aushält, bevor sie den ersten Euro in Aktien steckt.

    Viele Grüße

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    • Lieber mit Bedacht investieren, als bereits zu Beginn Fehler zu machen und die Motivation zu verlieren. Deswegen ist es gut, dass sich deine Bekannte erst mal ausreichend informiert. Man darf nämlich nicht blind das tun, was andere raten. Am Ende muss man für seine Entscheidungen selbst grade stehen.

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  10. Hallo Jenny,

    Ich finde deine Vorgehensweise sehr vorbildlich und durchdacht. Erst mal klein anfangen und schauen wie alles funktioniert ist meiner Meinung nach sehr schlau. Das du jetzt auf 600€ pro Monat kommst, finde ich genauso beachtenswert. Mach weiter so und ich denke das du deine Ziele mit Leichtigkeit erreichst. 😊

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    • Danke schön :) Mal sehen, welche Ziele sich überhaupt ergeben. An sich traue ich der Börse noch nicht so recht. Mein Depot schwankte bisher um +/-9%. Deswegen kann ich pauschal gar nicht abschätzen, ob es gerade gut oder schlecht für mich läuft. Eigentlich bringt mir ein Depot im Plus nichts, weil in ein paar Jahrzehnten erst die Abrechnung gemacht wird. D.h. genau genommen müsste ich mir zu Beginn ein schlecht laufendes ETF-Depot wünschen. Andererseits würden schlechte Kursverläufe sicherlich mit einem schlecht laufenden Arbeitsmarkt korrelieren, wodurch mein Einkommen in Gefahr wäre…Ist alles nicht so einfach.

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  11. Sehr schöner Artikel – ich finde es sehr diszipliniert deinerseits. Diesen Artikel sollten sich jene zu Herzen nehmen, die überlegen in irgendeiner Form Geld zu investieren. ETFs eignen sich besonders für Anfänger, weil diese pflegeleicht sind und müssen eventuell ein bis zweimal im Jahr angepasst werden.

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    • Ich bin froh, dass meine Vorgehensweise so viel Anklang findet. :) Gleichzeitig bin ich auch erstaunt über mich selbst, dass ich den Schritt zur Börse gewagt habe und nun doch sehr viel Geld in mein Depot fließt. So wie Stefan schon sagte: Es liegt wirklich an meinem Tagesgeldpuffer, weil mir einfach nichts passieren kann. Ich bin nicht finanziell frei, aber temporär auch nicht finanziell abhängig.

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  12. Hallo Jenny,
    ich kann das gut nachvollziehen. Ich habe ja auch erst vor relativ kurzer Zeit mit dem Investieren in ETFs und Aktien angefangen und habe mich da zunächst nur mit 100€ und einem ETF rangewagt um erstmal zu sehen, wie es mir damit geht.

    Da ich aber ebenfalls nur Geld investiere, das ich nicht brauche, war das kein Problem. Ziemlich schnell habe ich das dann aber deutlich erhöht, da ich zum Einen ein gutes Gefühl damit hatte und zum Anderen relativ viel Zeit damit verbracht habe, über Investitionsmöglichkeiten, ETFs, Aktien und sonstige Themen zu lesen und nachzudenken, dass das in keinem Verhältnis zu den monatlichen 100€ stand. ;-)

    Mittlerweile ist es so, dass ein Großteil meiner Sparquote direkt in ETF-Sparpläne fließt und nur ein vergleichsweise kleiner Teil auf dem Tagesgeldkonto bleibt. Davon kaufe ich dann gelegentlich auch Einzelwerte oder investiere in anderen Anlageklassen.

    Definitiv aber war dieser „kleine“ Einstieg mit 100€ in einen ETF aber notwendig, um die Hemmschwelle zu überwinden und die ersten Erfahrungen mit der Börse und dem Risiko zu machen. Ich würde niemandem dazu raten, direkt „All In“ zu gehen.

    Viele Grüße
    der Finanzfisch

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  13. Hallo Jenny,

    Freut mich dass du dein Sparziel erhöht hast :) Die Jenny der Zukunft wird es Dir herzlichst danken. Der Zinseszins ist unglaublich mächtig, ich merke das bereits nach 2 Jahren monatliches Investieren. Kaum vorstellbar, was in 10 oder sogar 20 Jahren möglich ist.

    Ich habe auch etwas gebraucht mich an die Börse heranzutasten, allerdings auf eine etwas andere Art. Ich habe zuerst sehr viele Bücher über mögliche Investmentstrategien gelesen. Diese Zeit des Lernens hat 2-3 Jahre gedauert, Danach ging es aber sehr schnell. Nach dem eröffnen meines Depots habe ich gleich 1000 Euro in einen schweizer Einzelwert gesteckt, und auf meine erste Dividende gewartet. Als ich diese bekommen habe, habe ich weitere 2000 in zwei andere Unternehmen investiert. Ich bin sehr froh, dass ich damals sehr schnell meinen Investmentstil gefunden habe, jetzt zahlt es sich bereits aus, ich könnte monatlich schon ein paar Hundert Euro entnehmen, und würde trotzdem nicht ärmer werden. Ein Wahnsinnsgefühl.

    Schöner Beitrag!

    Mach weiter so! Auf deinem Weg alles gute!

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    • Ich bin immer weider erstaunt, wie viele Einnahmen du in deinem Alter nebenbei bereits generierst. Wobei ich hoffe, dass ich den Zinseszins auch nutzen kann. Hat aber aus meiner Sicht ein wenig mit Glück zu tun, wie schnell man davon profitiert: Wer 2009 bereits investiert hat, kommt nun mal schneller ans Ziel als jemand, der wie ich erst 6 Jahre später eingestiegen ist. So langsam merke ich, dass bald keiner mehr um die Börse drumrum kommen wird. Mein Tagesgeldkonto verringert in letzter Zeit immer mehr die Zinsen, sodass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis es bald nirgendwo mehr Zinsen gibt und man seinem Ersparten zusehen kann, wie es schrumpft. Über Negativzinsen will ich da gar nicht erst nachdenken.

      Mir fehlt leider noch „der Durchblick“, um gute Investitionen zu erkennen. KGV und Co. sind mir zwar so langsam ein Begriff, aber das Wissen ist nicht gefestigt, sodass der Grad zwischen „Solider Investition“ und „Geld in den Sand setzen“ bei mir noch recht nah beieinander wären.

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  14. Hallo Jenny,

    ich bin aus Zufall auf Deinen Blog gestoßen. Du bist wirklich im Vorteil, in jungen Jahren die richtigen Weichen zu stellen. Leider fehlt in Deutschland die richtige finanzielle Bildung. Die Menschen vertrauen Sparbüchern, Riester-Renten und Lebensversicherungen; Aktien werden als Zockerei abgetan. Damit vertun die meisten Menschen die Chance, sich ein passives Einkommen aufzubauen. Ich habe letztes Jahr angefangen, meine Finanzen neu zu ordnen und mir ein Ziel für meine finanzielle Zukunft zu setzen. Mir geht es nicht darum, ein möglichst großes Depot zu haben, sondern ein regelmäßiges Dividendeneinkommen zu generieren. Von daher investiere ich auch nicht (mehr) in thesaurierende Fonds oder ETFs. Es soll bei jeder Investition etwas für mich abfallen. Ich möchte Werte in meinem Depot nicht verkaufen müssen, um an Geld zu kommen. Nein, es soll regelmäßig wie ein zweites Gehalt etwas auf mein Konto fließen.

    Ich habe bei einer Direktbank zwei Tagesgeldkonten eröffnet. Beide Konten werden monatlich bespart. Das eine Tagesgeldkonto dient meinen kurz und mittelfristigen Sparzielen. Hieraus kann ich Reparaturen, Urlaube, KFZ-Anschaffungen, Renovierungen, etc. bestreiten. Das zweite Tagesgeldkonto ist an mein Wertpapierdepot gekoppelt. Geldbeträge die auf diesem Konto landen werden langfristig investiert und sollen nie mehr angetastet werden. Ich bespare monatlich ETFs und Einzelaktien. Alle ETFs und Aktien liefern regelmäßig Ausschüttungen. Zusätzlich kann ich zwei- bis dreimal im Jahr Einzelaktien kaufen. Ich achte auf eine monatlich ausgewogenen Dividendenausschüttung. Aus diesem Grund habe ich nur Aktien die quartalsweise ausschütten. Das sind zumeist amerikanische oder britische Aktien. Alles solide Unternehmen, die es seit vielen Jahren gibt und die regelmäßig Dividende ausschütten und zumeist auch erhöhen. Ich will kaufen und behalten. Das ist ein entspanntes Sparen, da ich nicht regelmäßig in mein Depot schauen muss und Kosten spare. Mich ärgert es sogar, wenn die Kurse steigen, da damit ganz automatisch die Dividendenrenditen sinken. Ein Crash wäre für mich keine Katastrophe, sondern eine gute Kaufgelegenheit. Die Dividenden werden auch in der Krise bezahlt (meistens jedenfalls), so dass sich ein Crash nicht negativ auswirkt. Wie gesagt, mich interessiert nicht die Höhe des Dopotwertes (davon kann ich mir nichts kaufen), sondern die regelmäßigen Ausschüttungen, die ich heute vollumfänglich wieder anlegen und in Zukunft verkonsumieren kann.

    Was mir an der Einzelaktieninvestition auch gefällt, ist das neue Verhältnis zu den Produkten der Firma. Man interessiert sich plötzlich für die Produkte und die Geschäftsidee. Ich habe z.B. vor kurzem mit einem Sparplan in Nike-Aktien angefangen. Seit dem sehe ich überall Nike-Schuhe, Nike-Taschen, Nike-Shirts etc. Und bei jeder Begegnung habe ich ein gutes Gefühl :-).

    Viel Spaß weiterhin beim Investieren.

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    • Huhu, schöner Kommentar! (Kommentar von meinem Freund, der mir grade über die Schulter geschaut hat: „Wie, das ist ein Kommentar? Kein Artikel?“ :D

      Ich liebäugel auch bereits damit, mir auf Dauer regelmäßig ausschüttende Einzelpositionen ins Depot zu holen. Auch, wenn es an sich ja keinen Unterschied zu einem Thesaurierer machen sollte (für meine synthetischen Swapper sind aktuell sogar nicht mal Steuern fällig). Aber grade was die USA betrifft, habe ich die Hoffnung von der dortigen Aktienmentalität zu profitieren. Aktien dienen zur Altersvorsorge der Bürger und agieren deswegen gefühlt auch anders. Das Thema Diversifikation auch nicht zu vergessen. Bei der Investition in Aktien habe ich nicht so viel zu verlieren wie bei ETFs. Irgendwie habe ich da immer dieses ungute Gefühl, dass sich unser Staat noch was einfallen lässt, dass wir damit nicht zu viel Geld machen oder das der ETF-Anbieter doch noch irgendwie pleite machen könnte.. oder oder. Teilweise bin ich da wohl überängstlich.

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      • Es kommt sicherlich auf die persönliche Strategie an. Will man „nur“ Vermögen schaffen, sind thesaurierende ETFs sicherlich keine schlechte Wahl. (Obwohl man mit einem ETF natürlich die Zügel ein Stück weit aus der Hand gibt. In einem Index sind halt auch Firmen dabei, die man als Einzelwert nicht so gerne kaufen würde.) Um (regelmäßige) Einkünfte aus dem Vermögen zu erzielen, musst Du aber irgendwann den ETF verkaufen. Das wiedersprich aber meiner persönlichen Strategie. Wieso soll ich etwas kaufen, was ich später wieder verkaufen muss?

        ETFs sind Sondervermögen und bei einer Insolvenz des Anbieters geschützt. Negativ sind die laufenden Kosten, die die Rendite schmälern, und die Aktzeptanz von „Durchschnittserträgen“. Ich habe aber trotzdem drei ETFs. Ich decke damit den Bereich deutsche, europäische sowie asiatisch-pazifische Aktienmärkte ab.

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  15. Starke Erhöhung der Sparbeträge! Für was für Einzelaktien würdest Du Dich denn entscheiden? Auch in die Richtung „dividendenstark“?
    Sehr interessanter Blog btw:-)

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