Berufsunfähigkeit – Worauf achte ich bei der Auswahl? Teil 4

Über Sinn und Unsinn einer BU-Versicherung kann man ewig diskutieren. Um meinen Freund oder andere Angehörige zu entlasten, habe ich mich nun dafür entschieden und letzte Woche meinen Vertrag unterschrieben, obwohl ich sonst ein BU-Gegner war. Im letzten Teil meiner Artikelreihe geht es darum, worauf man beim Abschluss einer BU-Versicherung achtet und ich erläutere, für was genau ich mich nun entschieden habe.

Worauf achte ich bei einer BUV?

Wie bei jeder Versicherung gibt es im Vertrag sehr viel Gestaltungsfreiraum. Die wichtigsten Punkte kann man im Wertpapierforum oder bei Helberg.info nachlesen. Zusätzlich habe ich mir noch die Verträge meiner Schwägerin und einer Freundin durchgelesen.

  1. Vertragsdauer: Man kann je nach Versicherer ein Endalter von 55 bis 67 Jahren wählen. Vorteil: Wer einige Jahre durch Ersparnisse selbst überbrücken kann, zahlt bei der Wahl eines niedrigen Endalters wesentlich weniger im Monat. Problem: Wird das gesetzliche Rentenalter erhöht, muss man einen längeren Zeitraum überbrücken als geplant. (Alternativ kann auch eine Karenzzeit vereinbart werden, dass die BU erst ab einer gewissen BU-Dauer zahlt.)
  2. Höhe der Rentenzahlung: Je nach eurem Bedarf kann man je nach Versicherer alles wählen von 500 bis 5000€ Rente im Monat. Dabei muss man jedoch Abzüge von Sozialversicherungen und Steuern berücksichtigen, die ich bereits im letzten Beitrag erläutert habe. Ebenso, dass man für die Zeit nach Erreichen des Endalters privat vorsorgen muss. Je früher man BU wird, desto weniger gesetzliche Rente wird man bekommen. Ich persönlich habe deswegen 2000€ im Monat angepeilt.
  3. Beitragsdynamik: 2000€ haben durch die Inflation eine abnehmende Kaufkraft in der Zukunft. Deswegen sollte man die zu erwartende Rente jedes Jahr an die Inflation anpassen, die monatlichen Beiträge steigen deswegen aber leider auch. Immerhin ohne erneute Gesundheitsprüfung. Es empfiehlt sich eine 5%-Steigerung pro Jahr mit der Option, diese auch ablehnen zu können. Je nach Versicherer sind 0 bis 10% möglich.
  4. Leistungsdynamik: Sobald ich die Rente beziehe, soll die Rente nicht 40 Jahre gleich bleiben. Stattdessen soll auch beim Erhalt der Rente ein Inflationsausgleich stattfinden, 2% garantierte Rente sind üblich.
  5. Verzicht auf abstrakte Verweisung: Schlechte Versicherungen verstecken im Vertrag, dass man auch auf einen anderen Beruf verwiesen werden kann, insbesondere wenn man gerade erwerbslos ist (Hausfrau, Arbeitsloser). Deswegen muss der Versicherer unbedingt auf die abstrakte Verweisung verzichten.
  6. Ärzteverordnungsklausel: Es muss ausgeschlossen sein, dass man riskante oder schmerzhafte OPs zur Genesung über sich ergehen lassen muss. Stützstrümpfe, Korsetts und Co. sind ok, aber keine sollte euch zwingen dürfen, bei einem Bandscheibenvorfall eine OP zu machen, bei der die Gefahr der Querschnittslähmung besteht.
  7. Ausscheiden aus dem Berufsleben: Sollte man länger aus dem Beruf ausscheiden (z.B. Hausfrau, Pflege der Eltern, Arbeitslosigkeit) wird gerne darauf verwiesen, dass die „aktuelle Tätigkeit“ versichert ist. Man hätte also eine abstrakte Verweisung inklusive. Es sollte also auch nach dem freiwilligen Ausscheiden aus dem Berufsleben der vorherige Beruf versichert sein.
  8. Erhöhung ohne Gesundheitsprüfung bei Änderung des Familienstandes: Wer single ist, hält 1500€ BU-Rente für ausreichend. Wenn man jedoch heiratet und Kinder bekommt, denkt man da schnell anders. Der Versicherer sollte bei besonderen Ereignissen eine Erhöhung zulassen, ohne erneute Gesundheitsfragen zu stellen. Wer mit 40 heiratet, hat sicherlich ein paar Wehwehchen mehr als noch beim Abschluss mit 25.
  9. Gesundheitsfragen: Mit den Gesundheitsfragen steht und fällt der Abschluss eines Vertrags. Jeder Versicherer stellt andere Fragen und in unterschiedlichem Umfang. Wer gesundheitlich vorbelastet ist, wird entweder abgelehnt, zahlt einen Risikoaufschlag oder das betreffende Körperteil wird vom Versicherer ausgeschlossen. Deswegen kann es eine Option sein, eine BUV mit vereinfachten Fragen abzuschließen, z.B. über den Arbeitgeber, welche dann aber meist auf 1000€ Rente im Monat begrenzt ist. Mit einem guten Berater und bei guter Aufarbeitung der Gesundheitsgeschichte kann man ggf. trotz gesundheitlicher Probleme erreichen, dass man zu normalen Bedingungen angenommen wird.
  10. BUV zahlt automatisch bei Erwerbsminderung: Normalerweise ist es andersrum: Man erhält eine BU-Rente, aber keine Erwerbsminderungsrente, da bei letzterem die Hürde wesentlich höher ist. Wenn euch jedoch letzteres voll anerkannt wurde, spart euch das bei der BUV Papierkram, wenn diese dann auch automatisch zahlen muss.
  11. Überschussverwendung: Meist erwirtschaftet eine Versicherung mehr als sie ausgibt. Diese Überschüsse werden anteilig an die Versicherungsnehmer weitergegeben. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten: Z.B. die Verrechnung mit den Beiträgen (man zahlt also monatlich weniger), Zahlung einer Bonusrente oder das Anlegen in Fonds. Man erhält also bei Erreichen des Endalters oder im Falle einer Kündigung Geld.

Für was habe ich mich nun entschieden?

Aufgrund meiner gesundheitlichen Vorbelastung habe ich mich nun für eine BUV mit vereinfachten Gesundheitsfragen entschieden. Über meinen Arbeitgeber konnte ich eine Versicherung mit 999€ Rente abschließen, bei der ich lediglich beantworten muss, ob ich länger als 14 Kalendertage am Stück die letzten 2 Jahre arbeitsunfähig war. Um die Rente zu erhöhen, habe ich 5% Beitragsdynamik vereinbart (mehr ging leider ohne weitere Gesundheitsfragen nicht). Als Endalter habe ich 62 Jahre gewählt und zahle dafür 43€ von meinem Brutto-Gehalt. Bis 67 hätte es rund 20€ mehr gekostet.

Der Versicherer ist die Alte Leipziger (BBV10). Mit den Vertragsbedingungen bin ich sehr zufrieden:

  • Bei der von mir ausgewählten Versicherung, muss ich einen Berufswechsel nicht melden und meine Risikogruppe wird nicht hochgestuft, wenn ich nun doch noch Dackdecker werden sollte. Wenn es um die Feststellung der Berufsunfähigkeit geht, wird mein aktueller Beruf geprüft.
  • Sollte ich pflegebedürftig sein und es geht mir vorübergehend besser (bis zu 3 Monate am Stück), gelte ich trotzdem noch als berufsunfähig.
  • Sollte ich meine Berufsunfähigkeit erst verspätet melden, wird trotzdem rückwirkend gezahlt.
  • Ich bin auch abgesichert, wenn ich die Rente aus dem Ausland beziehe. Für Untersuchungen in Deutschland werden die Kosten übernommen.
  • bin ich voll erwerbsunfähig, erhalte ich automatisch auch die BU-Rente.
  • Ich darf der Beitragsdynamik beliebig oft widersprechen.
  • Verkehrsdelikte (z.B. Geschwindigkeitsüberschreitungen) sind mitversichert

Trotz der nachgelagerten Besteuerung und Schwierigkeiten durch die Arbeitgeber-Abhängigkeit habe ich mich nun für diese BUV entschieden, da ich Angst vor einer Ablehnung bei mehr Gesundheitsfragen habe. Parallel versuche ich, trotzdem privat eine BUV abzuschließen. Bis ich meine Krankengeschichte richtig aufgearbeitet habe, können noch einige Monate vergehen. Sollte ich eine private BUV bekommen, kann ich meine jetzige immer noch kündigen. Wenn ich tatsächlich keine bekomme, kann ich mich freuen, bereits eine zu haben. Die geringe Rente macht mir aktuell keine so großen Sorgen: Da mein Freund sonst für mich aufkommen müsste, sind 999€ besser als nichts und durch die Dynamik steigt der Beitrag jedes Jahr. Im besten Fall bekäme ich auch noch Erwerbsminderungsrente.

Hier könnt ihr übrigens mal ein wenig rumprobieren, was euch eine BUV kosten würde.

Worauf habt ihr bei der Wahl eurer BU geachtet? Was zahlt ihr für welche Bedingungen?

 

 

 

 

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19 Gedanken zu “Berufsunfähigkeit – Worauf achte ich bei der Auswahl? Teil 4

  1. Aus meiner Sicht hast du mit dem Abschluss einer BUV die richtige Entscheidung getroffen. Natürlich gibt es viele unnötige Versicherungen, aber auch finanzielle Risiken im Leben, die man nicht oder nur sehr schwer selbst tragen kann. Mögest du sie niemals brauchen. ;-)

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    • Huhu Mark, ja, das hoffe ich auch! An sich ist es trotzdem viel Geld. Sobald ich merke, dass ich sie nicht brauche, kann ich sie z.B. in 25 Jahren kündigen. Wenn man sich seine Beiträge mal hochrechnet, ist das ein neuer Kleinwagen, was man dadurch „verliert“. Schlimmeres – ich fahre eh Fahrrad. Gleichzeitig bekommt man im Schadensfall eine Rente in Höhe eines EFH-Neubaus.

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      • Ich verstehe dich, aber versuche die BUV als Teil deines Portfolios und nicht als einen reinen Kostenblock anzusehen. In jede erfolgreiche Mannschaft gehören auch gute Abwehrspieler bzw. Defensivkräfte: Das können Edelmetalle, Liquidität/Notreserven, aber auch Berufsunfähigkeitsversicherungen sein. Es gibt diesbezüglich eine Fußballweisheit, die sie ich auch aufs Leben übertragen lässt: Stürmer gewinnen (einzelne) Spiele, Abwehrspieler Meisterschaften. ;-)

        Ganz allgemein stelle ich mir bei Versicherungen folgende Frage: Bin ich bereit oder in der Lage, im Ernstfall den Schaden selbst zu tragen?

        Mein Fazit an dich lautet: Nachdem du nun deine Abwehr ausgebaut hast, kannst du dich beruhigter zurücklehnen und deine Aufmerksamkeit wieder verstärkt den anderen Mannschaftsteilen widmen.

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      • Gute Metapher. Ich stelle mir stets die Frage: Wie hoch ist der potentielle Schaden und kann ich mir die Versicherung leisten? Würde mich die BUV 500€ im Monat kosten, würde ich es nicht machen. Aber 50€ sind vergleichsweise zu meiner Sparrate vertretbar. Und ich stelle mir stets die Frage: Was würde ich mehr bereuen? Ich werde mich darüber ärgern, wenn ich im Schadensfall keine BUV habe. Aber mein Ärger wird sich in Grenzen halten, wenn ich Ü60 feststelle, dass ich mit Gesundheit gesegnet war. Zudem sind die kritischen Zeiten die jungen Jahre. Man merkt meist schon mit Ü30, wenn die ersten Rücken- oder Gelenkprobleme anfangen, dass man nicht unsterblich ist.

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  2. Ich hab das sehr ähnlich: Auch Alte Leipziger, 2000 EUR Monatsrente, bis Alter 60. Ich zahle 642 EUR im Jahr (ich hatte hier mal 752 geschrieben, aber jetzt festgestellt, dass es noch eine Beitragsverrechnung gab). Abschluss über Arbeitgeber gabs damals nicht und deshalb habe ich eine Ausschlussklausel, die allerdings sehr konkret auf eine Erkankung formuliert ist, weil ich da eine OP hatte. Deswegen ist es wirklich gut, Aufwand in die Formulierung der Krankengeschichte zu machen und nicht pauschal irgendwelche Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden. Denn dann weiss man selber nicht, was die der Versicherung mitteilen und die Versicherungen vergessen nichts. Respekt, wie gut durchdacht Du Deine Entscheidungen triffst. Wenn ich mit meinem Sohn über dieses Thema rede, brauche ich nur zu sagen „machs wie Jenny“
    Ich schließe mich Mark an. Die BU-Versicherung ist eine sinnvolle Versicherung, solange man die Kosten des möglichen Eintritts einer BU nicht selber stemmen kann (was wohl die meisten von uns nicht können). Ich will sie auch nie brauchen sondern lieber gesund und munter meinen 60. feiern.

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      • Hi Jenny,

        ich war damals 32, hab also recht spät daran gedacht. Die Tarife ändern sich aber in jungen Jahren nicht allzu sehr, da das jährliche Risiko klein ist. Aber jeder Arztbesuch kann zu Ausschlüssen ect. führen. Interessantwerwiese war der Tarif damals durchkalkuliert und der Beitrag steht bis zum Alter 60 fest, kann durch Überschussbeteiligen nach unten gehen, aber nicht nach oben. Es gibt auch einen Rückkaufwert, wenn ich vorher kündige. Der ist in den ersten und letzten 6 Jahren des Vertrages Null und im Maximum ca. 1670 EUR. Der Tarif heißt BV10.
        Bis bald in Stuttgart.

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  3. Hi Jenny,
    danke für diesen Artikel. Das bringt mich doch nochmal zum Nachdenken über meine BU. Ich sehe es mittlerweile auch so, dass eine BUV für Arbeitnehmer / Selbstständige sehr sinnvoll ist, solange sie auf ihr aktives Einkommen angewiesen sind.

    Ich glaube, die Alte Leipziger ist da generell ganz gut. Jedenfalls habe ich meine BUV (BV10) auch bei denen. Allerdings bereits seit 2012 (22). Und Ende mit 65 Jahren. Daher ist sie bei mir auch ein ganzes Stück teuerer. Derzeit zahle ich 66€ für eine garantierte Rente von knapp 1800€. Für meinen aktuellen Lebensstil reicht das locker, weshalb ich z.B. die letzte Beitragserhöhung ausgesetzt habe (darf ich beliebig oft tun).

    Für mich stellt sich allerdings die Frage, ob ich das Enddatum nach unten korrigieren sollte. Als ich die Versicherung abgeschlossen habe war ich jung und naiv (jetzt bin ich nur noch naiv) und habe an z.B. passive Einkommensquellen überhaupt nicht gedacht. Aus jetziger Sicht sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ich die BU benötige mit jedem Jahr, das ich normal arbeite, da sich Dividendeneinnahmen und Co. erhöhen.

    Aktuell überlege ich eh, ob ich die BUV nicht in 20 Jahren oder so eh kündigen könnte, da das BU-Risiko quasi auf Null gefallen ist. Und unter dieser Annahme macht es natürlich wenig Sinn, die Zahlungen bis 65 Jahre mit zu bezahlen (das sind immerhin 38 Jahre, die die Versicherung im Worst-Case bezahlen müsste). Auf der anderen Seite: Wenn der BU-Fall morgen eintritt, kann ich mit den 1.800€ natürlich nicht mehr so viel sparen und investieren wie bisher. Dann bin ich vielleicht froh, wenn ich die bis zur Rente sicher habe.

    Schwierige Thematik. Zeitweise hatte ich (wie gesagt jung und naiv) sogar noch eine zweite BU und somit als garantierte Rente fast meinen jetzigen Bruttolohn. Als ich mich dann mehr mit meinen Finanzen beschäftigt habe, ist mir dann aufgefallen, dass das unsinnig ist und ich habe die zweite wieder gekündigt.

    Schöne Grüße
    Tobias

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    • Huhu Tobias, 66€ für 1800€ klingt doch gut. Kannst beim Rechner ja mal ausrechnen, was du zahlen müsstest, wenn du die gleiche Versicherung erst heute abschließt. Angenommen du wirst morgen BU, wie hoch wäre deine gesetzliche Rente? Ich habe aktuell knapp 6 Rentenpunkte gesammelt, sodass ich nicht mal 200€ bekäme. Wenn meine BU mit 62 aufhört zu zahlen, muss ich danach alles alleine stemmen. Mein jetziges Erspartes reicht aber nur für ein paar Jahre. Deswegen muss die BU so hoch gewählt werden, dass man privat vorsorgen kann, um beim Erreichen des Endalter genügend passive Einnahmen zu haben. Bei meinen 1000€ wird da nicht viel möglich sein, sodass ich im Alter zwangsläufig ein Problem bekomme. Aber ich habe immerhin die wichtige Zeit des Häusle-Bauens und der Familiengründung abgedeckt. Die Lösung mit mehreren BUVs finde ich recht gut. Es gibt leider negative Dynamik, weswegen es besser ist, so wie du, eine kündigen zu können.

      Sei froh, dass du der Dynamik dauerhaft widersprechen kannst! Solltest du, was ich dir nicht Wünsche, diese doch mal erhöhen wollen, wenn bei dir mal Kinder anstehen, bist du über den Vertrag wieder froh.

      Liebe Grüße
      Jenny

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      • Hi Jenny, bei mir sind es aktuell sogar noch etwas weniger. Daher macht es aktuell in jedem Fall Sinn, weiterhin in die BUV einzuzahlen. Ich denke, man sollte von Zeit zu Zeit aber evaluieren, ob die Bedingungen, die man bei Abschluss der Versicherung angenommen hat, nach wie vor plausibel sind. Das gilt in beide Richtungen: Wenn ich meinen Lebensstil hochschraube oder eine Familie gründe, müsste ich mir Gedanken machen, wie ich das sinnvoll absichere. Wenn ich irgendwann genügend Rücklagen habe oder ein ausreichendes passives Einkommen als Ergänzung zur Rente, kann es Sinn ergeben, die Versicherungen etwas zu reduzieren.

        Im Moment bin ich aber ganz froh, die Versicherung zu haben, auch wenn ich am Anfang sehr skeptisch war.

        Liebe Grüße
        Tobias

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      • Ja, die Bedingungen sind wirklich das Wichtigste. Es gibt Verträge, da kann man sich das Geld sparen. Vor allem die Verträge, die Hausfrauen und Arbeitslosen eine abstrakte Verweisung reindrücken. Auch das Thema Mitwirkung bei Verkehrsdelikten ist immer so eine Sache. Ich bin kein Raser, aber ich fahre versehentlich auch mal zu schnell. Ebenso bin ich froh, dass ich die Dynamik beliebig oft ablehnen kann. Das ist wirklich selten bzw. die Alte Leipziger hat sich da ein ziemliches Alleinstellungsmerkmal geschaffen.

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  4. Hallo Jenny,
    wie du schon richtig schreibst, sind Bedingungen in BU-Verträgen das A und O. Als Laie hat man hier oft das Nachsehen und verrennt sich schnell in Kleinigkeiten. Aus diesem Grund habe ich mir damals einen Honorarberater zur Unterstützung und Marktanalyse herangezogen. Bin mit dem Endergebnis sehr zufrieden. Bin mit ca. 3000 EUR BU-Rente, mit 5% Dynamik (jährlich widersprechbar) und ohne Ausschlusskriterien bei einem Monatsbeitrag von ca. 100 EUR.

    Beste Grüße
    Daniel

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  5. @Jenny: „Wer ein Gegner von der BUV ist, kann überlegen, nicht selbst zum Versicherer zu werden. Ich geb ihm 50€ im Monat und dafür bekomme ich dann 2.000€ Rente, falls ich ausfalle.“

    Deal.

    Gehe aber immer davon aus, dass ich als Versicherung die besseren und spezialisierten Anwälte aufbringe, als du je finden wirst. Ich als Versicherung bringe auch dafür das notwendige Geld auf. Du auch? Gerade wenn du knapp bei Kasse mit einer anscheinenden Berufsunfähigkeit bist?

    Tritt aus deiner Sicht ein Schadensfall ein, beginnt oftmals ein jahrelanger Gerichtsstreit. Du als ohnehin erkrankte Person, wirst in den seltensten Fällen die Kraft haben, diesen Prozess auch nervlich und kraftmäßig durchzustehen. Oftmals dauern diese Prozessgebähren der Versicherungen mehr als zwei Jahre. Zwei Jahre, die du ohne die dir vermutlich zustehende BUV am Hungertuch durchstehen musst. Dazu kommen noch deine Aufwendungen für deine Anwälte.

    Falls ich als Versicherungsgeber einsehe, dass ich doch unrecht habe, mache ich dir ein Vergleichsangebot. Du wirst es dankend annehmen, da du dass Geld dringend benötigst. Ich als Versicherung denke: Ich habe Glück, du aber bleibst ein Idiot. Wenn du weiter mich verklagen würdest, würdest du viel mehr herausschlagen können. Dir fehlt aber das dafür notwendige Geld und die Kraft.

    Soviel aus Sicht einer Versicherung.

    Ich habe mich selber vor einigen Jahren darüber schlau gemacht – ob eine BUV sinnvoll ist oder nicht. Versicherungen geben an: „Jeder vierte Arbeiter wird berufsunfähig.“ Eine andere Versicherung behauptet: „Jeder zweite …“. Eine andere wiederum „Jeder dritte …“

    Daraus schließen sich zwei Frage: „Welche Zahl stimmt denn nun?“ und „Jeder wie vielte von welcher Gesamtmenge?“ Mit diesen Fragen konfrontierte ich verschiedene Makler und Versicherungsvertreter – die Antwort: „Schulterzucken“.

    Letztlich stimmt keine der von den Versicherungen genannten Zahlen – die Werte sind schlicht stark erhöht worden. Es sind halt einfache verkaufsfördernde Tricks der BUV-Statistiker. Mir hat damals das Buch „Lügen mit Zahlen: Wie wir mit Statistiken manipuliert werden“ von Gerd Bosbach die Augen geöffnet.

    Letztendlich ist die BUV eine Versicherung gegen die Angst. Eine Berufsunfähigkeit resultiert meistens aus den Folgen unserer Zivilisation: Zu vieles fettiges Essen, zu wenig Bewegung, Stress, …

    Statt das Geld einer Versicherung zu geben, ist das Geld viel besser in sich selbst investiert: Gute und hochwertige Lebensmittel, regelmäßiges Fitnessprogramm, erholsamer Freizeitausgleich, …

    Du steigerst damit deine psychologische und mentale Fitness. Und das sollte jedem viel mehr Wert sein, als eine Versicherung durchzufüttern.

    Die nächste Frage ist: Warum versuchen Makler, das höchstmögliche Alter aus einer BUV herauszuschlagen? Ganz einfach: Je älter du bist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du beruflich nicht mehr arbeitsfähig bist – auch wenn das teilweise nur marginal ist. Desto mehr musst du aber über die gesamte Versicherungslaufzeit zahlen. Letztendlich hängt daran die gezahlte Provision – die Prämien für den Versicherungsrepräsentant nehmen auch mit der im Versicherungsvertrag angegebenen Versicherungshöchstalter zu.

    Falls doch jemand die Absicht hat, eine BUV abzuschließen, sollte das Versicherungshöchstalter nur bis ca. zum 60. Lebensjahr gehen. Danach sollte man soviel gespart und investiert haben, dass man die übrig gebliebenen Jahre bis zur Rente von diesem Geld zehren kann. Ein Weg wäre in diesem Fall, eine BUV möglichst jung abzuschließen, die nur die Mindestdauer umfasst. Gleichzeitig sollte man sich den Betrag nennen lassen, der für die Versicherungshöchstdauer gezahlt werden muss. Dieser beträgt oftmals das 3 bis 4 fache über die Altersuntergrenze. Die Differenz zwischen diesen Beträgen wird dann per ETF/Aktien-Sparplan gespart und investiert.

    Beste Grüße nach Baden Württenberg

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    • Wer eine BUV bis Endalter 60 abschließt, erhält die Rente auch nur bis 60, selbst wenn er mit 25 BU wurde. Kleiner Trost: Da man dann ohnehin keine gesetzliche Rente zu erwarten hat, hat man sowohl ab 60 als auch ab 67 finanzielle Probleme, weswegen das Endalter fast egal ist. Man muss die BU-Rente so hoch wählen, dass man während des Rentenbezugs privat vorsorgen kann.

      Die Versicherung wird wegen jedem Mist klagen und greift vor allem bei falsch beantworteten Gesundheitsfragen an (Im Bekanntenkreis zahlt die BUV nun zurecht nicht, da Rückenprobleme nicht angegeben wurden.) Deswegen lege ich auf die Gesundheitfragen viel Wert. Der Versicherer hat kein Chance, die Klage zu verweigern, wenn man nachweislich wirklich alles angegeben hat.

      Dass das ein Spiel mit der Angst ist, ist mir klar. Aber ich habe ein stressigen Beruf und wenn privater Stress dazu kommt (z.B. Erkrankung von Familienmitgliedern), hat man schneller Probleme als man denkt.

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  6. Hallo Jenny,
    mein Mann zahlt die BU gern und freut sich wenn er sie nicht braucht. Ich sehe das genau so.
    So geht es mit den meisten Versicherungen, man muss das gut versichern dessen Verlust uns ruinieren würde.

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