Überdenke immer wieder deine Risikotoleranz

Ich habe mich 2 Jahre lang auf Finanzblogs und in Foren getummelt, bevor ich mich an einen ETF-Sparplan getraut habe. Keiner konnte 2015 vorher sehen, ob uns nun noch viele goldene Jahrzehnte an der Börse bevorstehen oder direkt der nächste Crash folgen wird. Nun haben wir 2018, die Kurse sind fleißig gestiegen und Wahrsagerkugeln wurden immer noch nicht erfunden. Nach wie vor stellen sich viele Neulinge die Frage:

Wie viel Geld sollte ich an der Börse investieren?

Finger ganz davon lassen, mein komplettes Erspartes investieren oder gar Wertpapiere auf Pump kaufen? Jeder hat eine andere Risikotoleranz und andere Lebensumstände.

  • Ist dein Einkommen die nächsten Jahre in Gefahr?
  • Welche Ausgaben können in absehbarer Zeit auf dich zukommen?

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Kognitive Dissonanz: Wieso ich ein „kostenloses“ Buch für 6,95€ gekauft habe

Alex Fischer macht seit einigen Monaten kräftig Werbung: „Bestelle dir noch heute mein kostenloses Buch!“. Wie ich im letzten Artikel bereits schrieb, kann ich bei Werbung nicht immer widerstehen. Ein kostenloses Buch von einem erfolgreichen Immobilien-Guru wollte ich mir nicht entgehen lassen. Deswegen ließ ich mich mehrere Wochen mit Newslettern berieseln, um gespannt auf die Veröffentlichung zu warten. Heute soll es nicht um den Inhalt des Buchs allein gehen, sondern um den Effekt, den es auf mich hatte.

Im ersten Teil geht es um den soziologischen Effekt der kognitiven Dissonanz, im zweiten Teil folgt eine Buchrezension über das Buch „Reicher als die XXX“.

Das „kostenlose“ Buch, das nicht kostenlos ist

Ich treibe mich genug in Foren und Blogs rum. Wenn ich mal Zeit zum Lesen habe, bevorzuge ich Romane statt Sachbücher. Da das Thema Immobilien in meinem Kopf vor Kurzem noch eine große Rolle spielte, fühlte ich mich jedoch quasi dazu verpflichtet, das Buch von Alex Fischer zu lesen. Da es auch noch als kostenlos angepriesen wurde, hatte ich keine Ausrede. Als es endlich raum kam, gab es eine Überraschung: Weiterlesen

Wie sich mein Bild von der Börse geändert hat

Seit gut einem Jahr bespare ich monatlich meine beiden ETF-Sparpläne und habe für 1000€ Arbeitgeberaktien in meinem Depot liegen. Wenn ich erzähle, dass ich über Finanzen  blogge, werde ich normalerweise kritisch angeschaut: „In was investiert man da so?“, „Ist das nicht ziemlich riskant?“, „Welche Gewinne hast du damit bisher gemacht?“ und muss dann erst mal weit ausholen. In diesem Artikel möchte ich erklären, wieso die Börse für mich früher ein rotes Tuch war und wieso sich das geändert hat.

Was macht man an der Börse überhaupt?

Bevor ich mich damit näher auseinandergesetzt habe, habe ich mir die Börse in etwa so vorgestellt:

Irgendwelche Männer im Anzug sitzen an der Wallstreet vor riesigen Bildschirmen, sehen Zahlen vor sich herflimmern und werfen wütend Blätter durch die Luft, wenn irgendeine Aktie fällt und schreien „Sofort verkaufen!!“ ins Telefon. Gleichzeitig merken irgendwelche – ohnehin schon reiche Menschen – das sich ihre Millionen so eben verdoppelt haben, indem sie Geld quasi aus dem nichts geschaffen haben. Während ein anderer sein ganzes Geld verloren hat und Suizidgedanken hegt.

Hinzukommen irgendwelche Storys aus der Verwandschaft und dem Bekanntenkreis, wie irgend ein Onkel oder eine Tante ihr Erspartes an der Börse verloren haben. Weiterlesen

Klein anfangen beim Investieren statt All-in

Ich habe heimlich, still und leise die Beiträge meiner ETF-Sparpläne in den letzten Monaten erhöht. Statt anfangs 150€ wandern nun jeden Monat 600€ in mein Depot, was ich mir vor 2 Jahren kaum hatte vorstellen können. Heute möchte ich euch folgende Fragen erläutern:

1. Wieso habe ich so lange gebraucht, um der Börse mehr Vertrauen zu schenken?
2. Welche Ziele verfolge ich?
3. Wie sieht meine Investitionsstrategie in Zukunft aus?

Nichts überstürzen
Man heiratet nicht gleich nach dem ersten Date. Fängt beim Joggen nicht gleich mit dem Marathon an und bestellt nicht 3 Kugeln von einer unbekannten Eissorte. Deswegen war für mich von Anfang an klar: Sollte ich jemals Geld an der Börse lassen, dann setze ich nicht gleich mein ganzes Erspartes ein, sondern steige behutsam ein. Manch einer hat da vielleicht ein Zockergen und würde ohne mit der Wimper zu zucken im Casino alles auf eine Farbe setzen, aber das ist einfach nichts für mich. Weiterlesen

Macht die Schnäppchenjagd wirklich glücklich?

Vor Kurzem erst habe ich über meine Lieblingsseiten berichtet, wenn es um Spartipps geht. In letzter Zeit frage ich mich immer häufiger: Macht dieser Sparwahn wirklich auf Dauer glücklich?

Preise vergleichen vor 10 Jahren
Früher ist man in einen Laden gegangen und hatte kaum eine Möglichkeit, Preise zu vergleichen. Mit Glück hat ein Konkurrenzgeschäft genau das gleiche Modell angeboten, sodass man zumindest zwischen 2 Anbietern entscheiden konnte. Vielleicht gab es noch ein Schild mit „20% reduziert!“, dass man nun glauben konnte oder nicht. Die Preisentwicklung wirklich nachvollziehen war nicht möglich.

Preise vergleichen heute
Mittlerweile hat man tausende von Vergleichsseiten, wo man sich stundenlang zu Tode vergleichen kann, wenn man wirklich das aller aller günstigste Angebot erwischen will. Das Internet speichert sämtliche Informationen. Selbst Unterhaltungssendungen wie Galileo und Co. thematisieren immer mehr das Thema Spartipps, Couponing usw. Letztens habe ich zufällig eine Sendung darüber gesehen, an welchem Tag man welches Produkt am günstigsten ergattern kann. Wirkliche „Geheimtipps“ gibt es nicht mehr. Wir haben stattdessen einen starken Herdentrieb. Weiterlesen