Kostenaufteilung in der Beziehung

Das klassische Familienmodell hat ausgedient. Früher brachte der Mann das Geld mit nach Hause, die Frau versorgte die Kinder und machte den Haushalt. Mittlerweile gibt es meistens 2 Einkommen in der Familie und es stellt sich die große Frage: Wer zahlt was?

Genau die Frage stellen die Damen von Klunkerchen in ihrer Blogparade. Sie stellen die Gretchenfrage in einer Beziehung:

Nun sag, wie handhabst du die Finanzen in der Partnerschaft?

Mein Freund und ich sind seit Beginn des Studiums zusammen und haben die letzten 6 Jahre verschiedene Einkommens- und Lebensphasen durchgemacht. Vorweg kann ich sagen, dass Geld bei uns nie ein Streitthema war, wir aber trotzdem drüber reden mussten. Heute will ich euch einen Einblick geben, wie wir das Thema Finanzen bisher gemeistert haben.

Phase 1: Studium + Wochenendbeziehung

Mein Freund studierte in Mannheim, ich in Stuttgart. Er hatte eine coole WG, ich wohnte in einem schnöden Wohnheim. Deswegen war ich etwas öfter bei ihm als er bei mir. Meist zahlte derjenige den Einkauf, bei dem wir das Wochenende verbrachten, weil der andere ja bereits die Fahrkarte gezahlt hatte. Oft gingen wir aber auch mal was Essen, zu zweit oder mit seinen WG-Mitbewohnern. Wir zahlten nach Gefühl abwechselnd oder warfen beim Essengehen Bargeld in die Mitte. Dass wir beide kein Haushaltsbuch führten, hatte Vorteile: Ich habe keine Ahnung, wer mehr gezahlt hat und das ist gut so. Bei uns gab es kein „Du schuldest mir noch 2€“.

Damals dachte ich noch nicht ans große Sparen.

Geld spielte im Studium für mich keine tragende Rolle, da ich als duale Studentin ein geregeltes Einkommen hatte, nicht jeden Euro umdrehen musste und einfach nur mein Studium schaffen wollte.

Phase 2: Erste gemeinsame Wohnung

Wir wurden gleichzeitig mit unserem Bachelor fertig. Er studierte weiter (und arbeitete als HiWi), ich blieb bei meinem Ausbildungsbetrieb. Über 2,5h Stunden Fahrtweg trennten unsere Arbeitgeber. Trotzdem wollte ich nach 2 Jahren Wochenendbeziehung endlich zusammenziehen.

Von 2 Kollegen hörte ich, dass ihre Freundinnen während der Ausbildung maximal 300€ Miete zahlten und sie den Rest.

Die Idee fand ich top und schlug meinem Freund das gleiche vor. Dementsprechend besichtigten wir Wohnung zwischen 700 und 1000€ warm, die irgendwie in Frage kamen. Die dazu notwendigen Zugfahrkarten (rund 200€ für jeden) wollten wir dann jeweils selbst zahlen.

Letztlich gestaltete sich die Wohnungssuche so schwierig, dass wir nichts in der Mitte fanden (Stuttgart), sondern nahe meines Arbeitgebers in Böblingen landeten. Ich brauchte wegen der schlechten öffentlichen Verkehrsmittel trotzdem noch 40 Minuten, er hatte dadurch über 2 Stunden Fahrtweg (eine Strecke). Er konnte seine Hochschul- und Arbeitszeiten auf 2 sehr lange Tage pro Woche beschränken, sodass er die über 4 Stunden Fahrt pro Tag zum Glück nicht jeden Wochentag hatte. Ich kam mit Miete und Fahrkarte auf 660€ Kosten im Monat, er auf 500€. Im Nachhinein hätte ich mich an seiner Fahrkarte beteiligen sollen. Ich habe keine Ahnung, wieso ich das damals nicht gemacht habe.

Als wir zusammenzogen, war ein Gemeinschaftskonto naheliegend.

Das Gemeinschaftskonto dient für Lastschriften und Kartenzahlungen im Supermarkt. Die Kosten teilen wir uns 50:50 und zahlten somit 150€ jeden Monat für Einkäufe. Für Sonderausgaben (Essengehen ohne den anderen, Kleidung, Versicherungen etc.) nutzt jeder von uns ein Einzelkonto. Da ich Geld verdiente, lud ich ihn öfter mal zum Essen ein. Wir brachten beide unsere Möbel aus der Studentenzeit mit und teilten uns die Kosten für neue Anschaffungen.

Phase 3: Ausbilderin liebt Schüler..

Mein Freund brach das Studium (zum Glück?) nach einem Jahr ab. Es stand im Raum, dass er entweder arbeitet oder noch 3 Jahre Ausbildung dranhängt. Die schulische Ausbildung seiner Wahl beinhaltete allerdings nur 1 Jahr bezahltes Praktikum und da er vorher schon studierte hatte, hatte er kein Bafög-Anspruch. Er hatte zwar ein wenig Erspartes, aber davon alleine hätte er die 3 Jahre nicht stemmen können. Letztlich unterstützen ihn seine Eltern weiterhin finanziell und ich bezahlte weiterhin mehr Miete als er.

Immerhin war die Schule bei uns im Ort, sodass er 200€ Fahrkarte gegen ein 200€ Fahrrad tauschen konnte. 

Er drückte wieder die Schulbank, während ich als Ausbilderin in meiner Abteilung auf der anderen Seite der Ausbildung stand. In der Zeit merkte ich auch, dass mein Freund als sparsamer Schwabe vielen Minimalisten Konkurrenz machte und auch mir tat das finanziell ganz gut. Wir behielten beide unseren studentischen Lebensstil bei.

Phase 4:  Endlich DINKs!

Vor Kurzem wurde mein Freund mit seiner Ausbildung fertig. Jetzt arbeitet er Teilzeit und verdient dadurch weniger als ich. Auch hier wieder musste ich feststellen, dass ich relativ egozentrisch war: Ich ging davon aus, dass wir alle Kosten trotzdem 50:50 teilen, weil ich mir sonst für mein vieles Arbeiten mit Überstunden „bestraft“ vor kam. Unser Stundenlohn ist fast der gleiche und im Haushalt machen wir ähnlich viel.

Letztlich haben wir uns auf eine prozentuale Aufteilung der Miete geeinigt.

Der Meinungsaustausch zu dem Thema dauerte etwa 4 Sätze, kurzes Überlegen und gut war’s.

Da er nun finanziell bei 0 anfängt, ist es mir wichtig, dass er sich an eine hohe Sparquote gewöhnt.

Lebensmittel und Co. teilen wir uns nach wie vor 50:50. Beim Thema Kinder ist bei uns die Handhabung noch nicht ganz klar, aber das dauert auch noch ein paar Jahre. Nach wie vor sind getrennten Konten und ein Gemeinschaftskonto für uns die beste Lösung, weil so jeder unabhängig bleibt.

Unabhängigkeit und Gleichberechtigung sind wichtig

Letztlich gibt es keine perfekte Lösung für die gemeinsamen Finanzen, da es auf die Rahmenbedingungen ankommt. Ich bin froh, dass mein Freund zumindest immer ein geringes Einkommen hatte und somit seine Lebenshaltungskosten weitesgehend selbst getragen hat. Letztlich reicht dafür schon ein 450€-Job. Wir sind beide so emanzipiert, dass jeder für den Haushalt zuständig ist.  Mit Kindern wird es natürlich etwas schwieriger, da zwangsläufig ein Teil des Einkommens wegfallen wird. Aber in dem Fall bin ich einfach mal optimistisch, dass mein Freund und ich das auch gemeinsam gestemmt bekommen. Es steht und fällt bei uns alles mit den Mietkosten, die hier im Süden leider sehr hoch sind. Fürs restliche Leben brauchen wir tatsächlich nicht viel.

Welche Beziehungsphasen habt ihr bereits hinter euch und wie habt ihr diese gestaltet?

 

Berufsunfähigkeit – Steuerliche Aspekte Teil 3

Ich finde den Grundgedanken von BU-Versicherungen gut, die Umsetzungsmöglichkeiten auf dem Markt eher bescheiden. „50€ im Monat für 1000€ Rente? Dann kann man auch gleich von Sozialhilfe leben..“ In meiner Ehe-Reihe wurde mir bewusst, dass im Schadensfall mein Freund, und nicht der Staat, für mich aufkommen müsste.

Realistisches Szenario: Wir bekommen süße Kinder, zahlen im teuren Schwabenland 1500€ Warmmiete (einfach mal im Umkreis von 20km bei Böblingen eine 4-Zimmer-Wohnung suchen) bzw. zahlen stattdessen Eigentum ab. Ich falle aus und vom Gehalt meines Freundes bleibt nichts mehr zum Leben übrig. Kranke Frau und Kinder sind auch noch zu versorgen. Wer eine abbezahlte Immobilie, ein üppiges Erbe in Sicht, ein dickes Depot oder sonstige passive Einnahmen hat, lehnt sich nun entspannt bei einem solchen Gedankenspiel zurück, ich als Berufseinsteigerin mit wenig Erspartem jedoch nicht.

Im heutigen Beitrag geht es darum, welche Abzüge es bei einer Berufsunfähigkeitsrente gibt, wie man seine Krankengeschichte aufarbeitet und wie hoch die BU-Rente sein sollte. Da der Beitrag nun doch länger wurde als gedacht, geht es erst im vierten Teil um die genauen Vertragsbedingungen. Weiterlesen

Berufsunfähigkeit – Brauche ich eine BUV? Teil 2

Ohne Medikamente und schmerzfrei durchs Leben zu gehen ist ein großes Glück. Mit Mitte 20 ist Gesundheit keine Seltenheit. Aber wie sieht das 20-30 Jahre später aus? Als ich vor Kurzem eine Woche flach lag, wurde ich mir meiner Sterblichkeit wieder bewusst. Deswegen stellte ich mir die Frage: Wie bin ich eigentlich abgesichert, wenn ich mal langfristig ausfallen würde? In meinem letzten Beitrag ging es deswegen um die Erwerbsminderungsrente. Heute geht es um Sinn & Unsinn einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Werde ich überhaupt jemals berufsunfähig?

Wenn ich in die Zukunft schauen könnte, könnte ich wesentlich gezielter meine Versicherungen auswählen. Wie im letzten Artikel bereits erwähnt, liegt die aktuelle Wahrscheinlichkeit erwerbsunfähig zu sein für mich als Maschinenbauingenieurin  bei 4,62%. Ist das nun gut oder schlecht? Letztlich heißt es, dass in einem Büro von 21 Mann im Schnitt eine Person gerade Erwerbsminderungsrente bezieht. Weiterlesen

Berufsunfähigkeit – Was bekomme ich vom Staat? – Teil 1

Brauche ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Diese Frage habe ich mir nun 4 Jahre des Öfteren gestellt und stets mit „Nein“ beantwortet. In meinem Artikel „Ich gebe meine Finanzen nicht aus der Hand“ entfachte eine große Diskussion darüber, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung essentiell oder entbehrlich ist. Letztlich ließ ich mich dazu überzeugen, mich zumindest mal über die Möglichkeiten zu informieren.

In Teil 1 meiner Beitragsreihe geht es um die staatliche Absicherung im Falle einer Erwerbsunfähigkeit. In Teil 2 um Sinn und Unsinn einer BU-Versicherung und in Teil 3 die wichtigen Auswahlkriterien einer BU-Versicherung und was davon am Ende überhaupt noch auf dem Konto landet.

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Sparziele setzen mithilfe von „Wer wird Millionär?“

Als ich noch nicht gebloggt habe, haben mich die „Investiert in ETFs!!“ und „Investiert in Aktien!!“-Aufrufe anderer Blogs sehr gestört. Die Börse war einfach nichts für mich und ich war mit meinem Tagesgeldkonto sehr glücklich. Auch heute noch ist mein Tagesgeldkonto für mich wichtiger als mein Depot. Nach wie vor bin ich der Meinung:

Man wird auch ohne all den Kram glücklich. Ein wenig Geld sparen reicht.

Wieso ich so denke, will ich heute erklären.

Wer wird Millionär: Wann steigst du aus?

Früher habe ich gerne „Wer wird Millionär?“ geschaut und mich über die Zocker aufgeregt, welche lieber weiter geraten haben statt das bereits Erspielte zu nehmen und auszusteigen. Die Million im Blick, am Ende nur 500€ im Portemonnaie. Ich dachte mir:

Ich würde nie auf gut Glück raten, wenn ich dadurch sicheres Geld verlieren würde.

Nun machen wir also ein Gedankenspiel: Ihr sitzt bei Günther Jauch auf dem Stuhl. Ihr habt keine Ahnung von nichts und ratet deswegen einfach drauf los. Weiterlesen

24 Finanzblogger, 2 Tage, 9 Seiten mit Notizen

Letzten Samstag fühlte ich mich wie eine Studentin: Mit Block und Stift saß ich gemeinsam mit 23 anderen Personen in einem Tagungsraum. Am Beamer wurde entweder vorne etwas vorgetragen oder in Gruppen diskutiert. 2 Tage schrieb ich fleißig mit, sodass ich 9 Seiten in meinem kleinen Block füllte. Worum ging es bei dem Treffen? Wer war alles mit dabei und wie kam das Treffen zustande?

Finanzwesir und Finanzrocker rufen ihre Jünger zusammen

Lesertreffen sind zwar toll, aber dort steht oftmals eher das Private und das Kennenlernen im Vordergrund. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Henrik hatten Albert und Daniel die Idee, den Austausch zwischen deutschen Finanzbloggern zu fördern. Bei unserer Finanzbloggerkonferenz sollte es nicht einfach um ein privates Kennenlernen gehen, sondern die Technik rund um das Betreiben eines Blogs stand auf der Agenda. Weiterlesen