Alternde Gesellschaft – notwendige Optimierungen unseres Sozialsystems

Mittlerweile habe ich einige Artikel über Rente und Altersvorsorge geschrieben. Dabei drehte es sich aber stets um das Thema: „Wie wird sich das aktuelle Rentensystem auf das zukünftige Leben auswirken?“ Dabei war das Fazit meist ein wenig nüchtern, da wir durch die alternde Gesellschaft auf eine große Altersarmut zusteuern. Heute stelle ich mir deswegen eine andere Frage:

Was müsste man tun, um der alternden Gesellschaftsstruktur entgegenzutreten?

Der Bedarf in der Zukunft ist ungewiss
Meine Ausgaben in Zukunft sind für mich aktuell die größte Unbekannte, wenn ich an das Ziel der finanziellen Freiheit denke. Aufgrund des zunehmenden Durchschnittsalters und der steigenden Lebenserwartung gehe ich davon aus, dass die Krankenkassen die Leistungen reduzieren und hohe Zuzahlungen im Alter fordern (Tun sie ja teilweise auch jetzt schon). Auch, wenn man heute durch eine sparsame Lebensweise gut über die Runden kommen kann, muss das lange noch nicht für die nächsten 70 Jahre gelten. Neue Hüfte? Chemo-Therapie? 12.000€ Zuzahlung bitte. Medikamente? Bis zu 100€ im Monat Selbstbeteiligung. Erneute Einführung einer Praxisgebühr, Hand zur Begrüßung schütteln kostet extra. Sterbehilfe wird einem nahe gelegt, wenn man die lebenserhaltenden Maßnahmen nicht aus eigener Tasche zahlen kann. Alles ist möglich. Auch beliebig hohe Steuern können das mühsam erarbeitete schnell zunichte machen. Renteneintritt mit 70 oder gesetzliche Rente/Grundsicherung gibt es nur, wenn das eigene Ersparte aufgebraucht ist. Falls es überhaupt noch eine gesetzliche Rente gibt. Weiterlesen

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Wie könnte das Rentnerleben in ein paar Jahrzehnten aussehen?

In meinem vorletzten Beitrag habe ich mich mit dem aktuellen Ist-Stand der Rente befasst.

Eine Wahrsager-Kristallkugel habe ich leider nicht, aber dennoch versuche ich der Frage auf den Grund zu gehen: Wie entwickelt sich die gesetzliche Rente in den nächsten Jahrzehnten und was bedeutet dies für mein Senioren-Dasein? Was hat das Ganze mit den Baby-Boomern zu tun?

Bevölkerungsentwicklung und Baby-Boomer
Das folgende Schaubild habe ich bei der Bundeszentrale für politische Bildung geklaut. Es zeigt die Altersverteilung in Deutschland von 1960 bis heute und prognostiziert die Entwicklung bis 2050. Es wird unterteilt in die Altersgruppen unter 20, 20-60 und über 60 Jahre. Weiterlesen

Ein paar Zahlen zur Rente 2014 in Deutschland

In meinem letzten Beitrag Meine Generation hat Angst vor der Rente gab es viel Text und kaum Zahlen. Erwischt, ohne Zahlen schreiben sich Beiträge schneller. Aber ich will dennoch ein paar Statistiken nachliefern, weil ich das Thema Rente und „Wer bekommt was?“ selbst recht interessant finde.

Was ist der Generationenvertrag?
Die gesetzliche Rente funktioniert via Umlageverfahren. Das heißt, dass eingezahlte Beiträge auf alle Berechtigten verteilt werden. In Deutschland haben wir einen Generationenvertrag. Die jüngeren Generationen zahlen Beiträge und finanzieren damit die älteren. Die erste Generation dieses Systems zahlt somit selbst nichts ein, bekommt aber trotzdem Rente. Sollte der Vertrag jemals auslaufen, ist die letzte Generation die gebeutelte: Sie hat stets eingezahlt, bekommt selbst aber nichts mehr. Durch die ungleichmäßige Altersverteilung ist ein Generationenvertrag zudem nicht wirklich ausgewogen. Für Deutschland bedeutet dies: Durch das steigende Alter der Bevölkerung müssen Arbeitnehmer für immer mehr Rentner aufkommen. Weiterlesen

Meine Generation hat Angst vor der Nicht-Rente

Selten unterhalte ich mich mit Freunden über Finanzen. Zufällig kam ich an Silvester mit meinen Freundinnen auf das Thema Altersvorsorge und Geldanlage.

Erste Erkenntnis: Meine Freundinnen interessieren sich für Finanzen
Mit ein paar ehemaligen Schulfreundinnen habe ich ins neue Jahr rein gefeiert. So gegen halb 5 nachts kam ich mit einer Freundin auf das Thema Vermögensbildung zu sprechen. Sie ist letztes Jahr mit ihrer Ausbildung fertig geworden und investiert nun fleißig in aktiv gemanagte Fonds mit saftigen Gebühren- auf Empfehlung ihrer Hausbank. Ich habe ihr von meinen Sparplänen erzählt und dass sich passives Investieren via ETFs auch bei ihr anbieten würde. Weiterlesen

Meine Erfahrung mit Versicherungsvertretern – Teil 2/2 (betriebliche Altersvorsorge)

Nachdem ich in meinem vorigen Beitrag auf das Produkt Riester eingegangen bin, möchte ich euch heute vom Prinzip der betrieblichen Altersvorsorge berichten.

3. Berufsstart – Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

In meiner Firma wird die betriebliche Altersvorsorge hoch angepriesen. Mehrmals im Jahr gibt es Beratungstermine und ich dachte mir: „Lohnt sich vielleicht, sich das mal anzuhören.“ Wieder begrüßte mich ein junger Mann und zeigte mir auf, wie ich mit 388€ von meinem Brutto-Gehalt die maximale staatliche Förderung erhalte. Da das Geld von meinem Brutto abgeht (auch Entgeltumwandlung genannt), würde ich netto nur 186€ davon mitbekommen. Klingt an sich ja schon mal ganz nett. Mit 67 hätte ich dann je nach Modell eine garantierte Rente von 665€ bis 940€. Bei einer jährlichen Rendite der Fonds von 8% sogar 8.248€. In meinem Alter würde sich ein solcher Vertrag ganz besonders lohnen. Nach 45min fing er an, irgendetwas auszudrucken und wollte den Vertrag unter Dach und Fach bringen. Er war verdutzt, als ich ihm entsetzt mitteilte, dass ich sowas doch nicht sofort unterschreibe. Es ging hier bei meinen Beträgen um über 200.000€!!!, die ich in den nächsten 46 Jahren einzahlen würde. Ich sollte mal eben nebenbei nach 45 Minuten Gespräch etwas im Wert eines kleinen Einfamilienhauses kaufen?

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Meine Erfahrung mit Versicherungsvertretern – Teil 1/2 (Riester)

Kaum verdient man sein erstes Geld, werden Banken und Versicherungsmakler furchtbar freundlich und sorgen sich um den Verbleib deines Ersparten. In meinem vorigen Beitrag erwähnte ich bereits, dass ich keine gezielte Altersvorsorge betreibe. Dennoch möchte ich von meinen Erfahrungen mit Versicherungsberatern erzählen und euch mit meinem 2-teiligen Beitrag das Thema Riester und betriebliche Altersvorsorge näher [ferner] bringen.

  1. Anfang des Studiums – Riester

Als ich mein duales Studium anfing, wurde mir von einem netten jungen Mann bei der Sparkasse (ohne Ironie, er war wirklich nett) die Riesterrente vorgestellt. So richtig verstanden habe ich das Produkt nicht. Nur, dass ich irgendwelche Förderungen bekommen würde und es mein Brutto-Einkommen senkt. Hauptsinn des Ganzen war es, mein Einkommen zu drücken und somit mein Kindergeld zu retten. Im Jahr durfte ich nur 8004€ verdienen (=667€ im Monat) oder ich würde keinen Cent von der Familienkasse sehen. Ich habe nicht unterschrieben. Verträge ohne den Nutzen zu verstehen sind nicht so mein Ding. Mein Kindergeld durfte ich dank abziehbarer Werbungskosten zum Glück trotzdem behalten. Weiterlesen