Geld macht glücklich & vieles einfacher

Letztes Jahr habe ich mich nur wenig mit dem Börsengeschehen beschäftigt. Meine ETF-Sparpläne laufen automatisch, sodass ich mich nicht darum kümmern muss. Ehe ich mich versah, habe ich ein halbes Jahr lang nicht in mein Depot geschaut. Bei einem Radiointerview wurde ich letztens fragt, wie viel „Gewinn“ ich an der Börse gemacht habe. Vielleicht 10.000€? Ich musste raten, ich tracke mein Depot nicht. Abgerechnet wird schließlich immer erst am „Schluss“, also mal in vielen Jahrzehnten, wenn ich meine Wertpapiere mal verkaufen sollte.

Wieder mal muss ich mich selbst fragen:

Darf ich noch ruhigen Gewissens einen Lifestyle- & Finanzblog führen?

Ist mir das Thema Finanzen egal geworden? Ich bin selbst erstaunt, wie wenig ich mich mit dem Thema Finanzen beschäftige, obwohl ich es für sehr wichtig halte.  Früher habe ich mehrere Stunden am Tag in Finanzforen und auf -blogs verbracht, jetzt überfliege ich nur noch die Sachen mit interessanten Titel. Ich gehe gerne auf Lesertreffen, um mich privat zu unterhalten, aber ich will nicht non-stop darüber reden, wieso ich in XY investiert bin.

Meine Erklärung dafür ist:

Alles läuft, wie es soll und ich kann meine Zeit sinnvoller nutzen.

Ich brauche keine p2p-Kredite, keinen Roboadvisor und keine Unternehmensanalysen. Meine ETF-Sparpläne werden jeden Monat abgebucht und gelegentlich kaufe ich Einzelaktien. Ich kenne mich ein wenig mit Steuerrecht, Eherecht, Unterhaltspflicht, Versicherungen, Altersvorsorge und Immobilien aus und das geht schon weit über die gängige Allgemeinbildung hinaus. Das Gute am passiven Investieren ist, dass man sich vielleicht 1 Stunde im Jahr darum kümmern muss: Einloggen, Sparplan aktivieren und am Ende des Jahres prüfen, ob sich steuerrechtlich irgendwas getan hat. Finanzen sind nicht wie Geige-Spielen, wo man ständig üben muss, sondern so unverlernbar wie Fahrradfahren. Man muss lediglich gesetzliche Änderungen auf dem Schirm haben. Darüber informieren einen selbst Nachrichtenportale wie gmx und Co.

Gleichzeitig merke ich, wie sehr mir mein Erspartes den Rücken stärkt.

Ich lese Sachbücher zu diversen anderen Themen. Ich lasse mich gerade professionell „coachen“ in Bezug auf Ernährung & Gesundheit. Obwohl ich immer der Überzeugung war: „Salz ist Salz und Nudeln sind Nudeln“ achte ich nun mehr auf die Produkte, die ich kaufe. Der Gemüseladen eine Straße weiter hat für mich plötzlich eine Daseinsberechtigung. Alles in allem hat mir mein „Finanz-Hintergrund“ das vergangene Jahr sehr geholfen. Sobald diese wichtige Basis steht, kann man sein Geld für viele wichtige Säulen im Leben nutzen. Deswegen bin ich zu dem Schluss gekommen:

Geld macht glücklich.

Dafür muss man nicht Millionär sein, sondern man muss seine Finanzen lediglich im Griff haben. Wenn man keine Existenzängste hat, kann man die Zügel für das eigene Leben selbst in die Hand nehmen. Man muss keinen Job nur des Geldes wegen machen. Man muss nicht von Amt zu Amt rennen, man kann notwendige Behandlungen selbst zahlen, wenn sich die Krankenkasse weigert.  Man streitet sich weniger und schläft besser.

Auf meinem Blog ist es nicht so ruhig, weil ich keine „Finanzbloggerin“ mehr sein möchte, sondern einfach aus dem simplen Grund, dass alles so läuft wie es laufen soll. Meine alten Artikel sind zum großen Teil noch aktuell. Ich agiere nach wie vor noch viel im Hintergrund (Emails, Interviews oder auch der Online-Kongress vor Kurzem) und habe Spaß daran.

Wie geht es euch? Was beschäftigt euch gerade und was lernt ihr gerade?

35 Gedanken zu „Geld macht glücklich & vieles einfacher

  1. Klasse Artikel! 🙂
    Dem kann ich nur so zustimmen. Auch ich habe für mich bemerkt, dass die Finanzthemen doch etwas an Fokus verloren haben. Zwar beschäftige ich mich wegen der aktiven Aktienauswahl regelmäßig mit meinem Depot, aber das nimmt deutlich weniger Zeit in Anspruch, als noch vor einem Jahr.

    Außerdem beobachte ich, dass bei mir öfter mal Artikel erscheinen, die nicht wirklich mit Finanzen zu tun haben und ertappe mich bei dem Gedanken, ob ich nicht eher einen Reise- & Lifestyle-Blog starten sollte. 😀 – Da hast du deinen Untertitel ganz geschickt gewählt mit der Lifestyle-Komponente. 😉

    Zu deiner Frage: Ich bin gerade ziemlich zufrieden, wie sich alles entwickelt. 🙂 Zur Zeit lerne ich die Vorzüge des ortsunabhängigen Arbeitens kennen und lerne damit eine ganz neue Lebensart kennen. Derzeit beschäftigt mich die Frage, ob ich meine Mietwohnung in Deutschland loswerden kann, um kostenneutral reisen zu können. 😀

    Liebe Grüße
    Tobias

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    • Huhu Tobias,
      auch eine coole Entwicklung! Ja, ich bin auch froh, dass ich nicht die Finanz-Exstudentin bin. 😀 Seine Finanzen zu optimieren ist ein Ausdruck dafür, das komplette Leben zu überdenken. Viele werden Minimalisten, überdenken ihren Beruf, ihre Ernährung etc.

      Was spricht denn dagegen, die Wohnung in Deutschland aufzulösen? Du kannst ja derzeit ortsunabhängig arbeiten und deine Sachen wo unter stellen. Wenn du Heimweh nach Deutschland hast, kannst du sicherlich bei Freunden / Familie unterkommen. Und notfalls immer noch via airbnb in Deutschland übernachten.

      Das Dasein als digitaler Nomade ist nicht jedermans Sache, aber 25° hätte ich nun auch gerne..

      Liebe Grüße
      Jenny

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      • Hi Jenny,
        da hast du Recht. Wenn man erst mal seine Finanzen im Griff hat, beginnt man schnell damit, auch andere Bereiche zu optimieren. Geordnete Finanzen sind eben das Fundament und wenn man das geschafft hat, hat man erst Zeit und den Kopf dafür, auch andere Themen anzugehen. 🙂

        Im Prinzip spricht nix dagegen, die Wohnung los zu werden. Aber erst mal möchte ich mich von einigen Dingen trennen um die Anzahl der Kartons zu reduzieren, die ich irgendwo unterstellen muss. 🙂

        Da arbeite ich gleich nach meiner Rückkehr dran.

        Liebe Grüße
        Tobias

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  2. Ob Geld wirklich glücklich macht, weiß ich nicht. Ich hatte früher mal gesagt: „Wenn ich kein Geld habe, dann habe ich hundert Probleme. Wenn ich Geld habe, dann habe ich neunundneunzig.“
    Aber da Geld wohl mehr als nur ein einziges Problem lösen kann, bleiben sicherlihc weniger Probleme übrig. Was ich damit sagen will: Ob man glücklich ist, liegt an vielen Dingen, wie z.B. Gesundheit, Job, soziales Umfeld und vieles mehr.
    Es ist schön, dass du (in jungen Jahren) alles so entspannt siehst. Ich war mit Mitte zwanzig nicht so weit, obwohl es mir schon damals finanziell recht gut ging – und der Zinssatz seinerzeit bei über 8 % p.a. lag (nicht etwa für Ramsch-Papiere, sondern für Festgeld und sichere Bundesanleihen. Da schlug der Zinseszins-Effekt voll durch).

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    • Hi Rabi,
      in unserer heutigen Gesellschaft steht Entspannung leider nicht auf der Tagesordnung. Meine gesundheitlichen Probleme letztes Jahr haben mich viel gelehrt. Seit dem bin ich viel fokussierter geworden. Interessanterweise ist mir in der Zeit mein Job noch wichtiger geworden. Andere sagen: „Schnell Geld verdienen und dann nie wieder arbeiten!“ und ich denke mir derzeit: Ich gestalte mir mein berufliches Umfeld so, dass mir mein Beruf Spaß macht.

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      • Das ist natürlich ideal, wenn man eine Tätigkeit ausüben kann, die sowohl Geld als auch Freude bringt. Leider steht aber für die meisten Menschen das Geldverdienen-MÜSSEN ganz oben auf der Agenda, so dass keine Zeit bleibt, den Freude-Job zu finden. (Man kann zu seinem Vermieten ja nicht sagen: „Tut mir leid, dass ich die Miete nicht zahle, aber ich habe meinen Traumjob noch nicht gefunden“)

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      • Ob ein Job ein Traum oder das Gegenteil ist, liegt selten an dem Job, sondern eher an dem Arbeitnehmer 😉

        Prinzipiell gibt es „nicht so schöne“ Tätigkeiten, die habe ich in meiner Studentenzeit auch erlebt. Im Sommer, bei 100% Luftfeuchtigkeit in einer Spülküche eines Krankenhauses zu stehen, gehört sicherlich dazu. Dennoch liegt es (wie bei vielem) an dem Betrachtungswinkel und oft ist dieser viel zu negativ. Da kann der Job ja nichts für.

        Man kann eine Tätigkeit langweilig und eintönig finden und sich jeden Tag darüber ärgern, das man sie ausübt. Das bringt einem jedoch selten etwas. Schon gar keine Veränderung. Im Gegenteil, man wird immer destruktiver.

        Oder man nimmt die Tätigkeit als solche hin, macht sich das Positive daran bewusst und versucht die noch verbleibenden negativen Aspekte, ebenfalls für sich zu gewinnen, mindestens zu neutralisieren.

        Ja, ja, ich weiß. Das fällt bei einem Job am VW-Band schwer, wo man 8 Stunden lang immer die selber Schrauben rein drehen muss. An dem Punkt bleibt dann halt nur eine berufliche Veränderung. Aber schlecht wie man immer selber denkt, ist die eigene Tätigkeit selten, da bin ich mir sicher.

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      • @lubo
        So ganz kann ich dir nicht zustimmen. Bzw. es gibt 2 Gründe, wieso der Job einem keinen Spaß macht:
        1. Der Job passt nicht zu den Interessen
        2. Die Rahmenbedingungen passen nicht.
        Ich z.B. habe einen tollen Job, der sehr viel Spaß macht. Produktionsanlagen entwickeln, ein wenig programmieren und viele nette Kollegen. Ich bin Positivseher pur, dass manche davon genervt sind. Trotzdem sehe ich auch die negativen Punkte und werde nicht aufhören, diese ändern zu wollen. Wichtig ist mir, dass man nicht jammert, sondern aktiv wird. Love it, change it ir leave it. Ich verfolge sehr oft „Change it“.

        Man kann Pflegekraft aus Berufung sein – wenn man in 5 Minuten sich um einen Menschen kümmern soll, aber 15 Minuten braucht, kann man das durch eine positive Einstellung nicht schön reden.

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      • Zu „2. Die Rahmenbedingungen passen nicht“: Manchmal ändert sich auch Grundsätzliches innerhalb eines Jobs. Als ich bei der Bank anfing (1976) war die Philosophie / Ideologie noch eine ganz andere als später, als viele sogenannte „Berater“ auf privisionsbasis irgendwelche Produkte verkauften (also „Verkäufer“ und keine Berater waren), die kein Kunde brauchte. Wer brauchte schon Lehman-Zertifikate?
        Ich konnte mich mit diesen ganzen Änderungen aus „ideologischen“ Gründen nicht anfreunden. Das war mit ein Grund für meine Kündigung. Aber dass es mal soooo schlimm kommen würde (Finanzkrise / Bankenkrise), dass hätte nicht einmal ich in meinen dunkelsten Phantasien gedacht.

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  3. Hi Jenny,
    sehr schöner Artikel und so wahr wie immer. Kenne das zu gut, wenn ein System läuft, dann läuft es halt. Dann sollte man nicht ständig an etwas drehen, sondern es Laufen lassen und sich um wichtigere Dinge kümmern.

    Und zum Geld macht Glücklich. Ich glaube mittlerweile fest daran das Geld glücklich macht. Nicht das Geld an sich, aber das was man damit tun bzw. kaufen kann. Die Freiheit, den Urlaub,… und ja das alles macht mich glücklich. Wäre es halt nicht Geld dann würde man etwas anderes tauschen.

    Wenn es Ende des Monats wieder etwas ruhiger ist. Dann kümmere Ich mich wieder mehr um meine Karriere. Aktuell mache Ich einen Kurs über Design speziell Web & App Design. Suche die Arbeit, welche mir Spaß macht und mein Einkommen erhöht. Das ist alles besser für mich persönlich als mir über Finanzen oder sonst was den Kopf zu zerbrechen.

    Von daher mach weiter so und alles gute zu der Ernährung.

    Gruß,
    Max

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    • Huhu Max,
      ist der Kurs über Web & App-Design nicht auch schon das Kümmern um die Karriere? Zumindest ist Weiterbildung eine Grundlage für berufliche Weiterentwicklung.

      Geld ist und bleibt ein wichtiges Tauschmittel, was „messbar“ ist und fast jeder versteht. Sei es als Tausch für Leistung, Freiheit etc. ich sehe Geld bzw. Gehalt auch als Zeichen von Wertschätzung.

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  4. Hi, bei mir läuft auch alles gut, die ETF-Sparpläne werden alle 3 Monate ausgeführt, ab und an Einzelaktien gekauft und der Spieltrieb hat mich auch zu etlichen P2P- und Crowdinvesting-Plattformen geführt, mit kleineren Summen. Die Rücklagen lassen mich auch definitiv ruhiger schlafen.

    P.S.: War wieder interessant, dich und Dominik im Februar in Stuttgart zu treffen 🙂

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      • Hey, der Grund ist einfach, dass ich dann nur einmal im Quartal Gebühren zahlen muss, statt 3 mal (bei der DKB sind die unabhängig von der Höhe). Der Cost Average Effect reicht mir auch bei 4 Ausführungen im Jahr, und die Rendite, die mir für die 2 bzw. 1 Monate weniger „Time in the Market“ durchschnittlich fehlt, ist bei meiner Sparplangröße geringer als die gesparte Gebühr 😉

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  5. Hallo Jenny,
    meine Erfahrung mit Geld ist, dass wenn man es hat, es Frieden schafft. Rund um den materiellen Bereich, den laufenden Kosten und natürlich auch den Extras, die man vielleicht mal ganz gerne möchte ist das nötige Geld einfach wichtig. Meines Erachtens wird das von vielen kleingeredet oder verdrängt. Man hat 1000 Sorgen, wenn man eben nicht alles bezahlen kann und nicht weiß, wie man z.B. die Miete für den nächsten Monat finanzieren kann. Das macht dich definitiv unglücklich, zumindest bei mir wäre das so. Ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, wo es genau so war und man hat dann diese Sprüche gehört, das Geld nicht glücklich mache. Es war nur nicht so.

    Gut, die Zahlen auf den Konten sind nur virtuell, aber wenn ich darauf schaue, weiß ich dass dieser Bereich meines Lebens keinen großen Kümmerfaktor benötigt. Man wird mit seinen Gedanken sehr viel freier und kann sich ganz anderen Dingen widmen. Alleine die gewonnene Freiheit (das ist meines Erachtens der größte Vorteil bei geordneten Finanzen) kann dir, wenn Du sie gebührend nutzt sehr viel Zufriedenheit oder auch Glück bringen. Das liegt ganz alleine an dir selber, Zufriedenheit und/oder Glück zuzulassen. Das Geld für sich selber macht die wenigsten glücklich, aber die Möglichkeiten können es tun. Wenn Du sie natürlich nicht nutzt, dann ist es nichts anderes als ein Sicherheitspolster, aber dein Leben wird es dadurch dann auch nicht ändern. Außer das Du vielleicht nervige Verwandte ständig an der Backe hast, die von deinem Geld wissen und glauben, es wäre deine moralische Pflicht, sie in ihrem Unvermögen zu unterstützen. Das habe ich persönlich zum Glück nicht, aber es weiß auch keiner, das ich genug Geld habe.

    Was das Investieren betrifft, ist eigentlich nur der Start aufregend. Bei ETFs wird es ganz schnell langweilig, man muss nur dabei bleiben. Aber großartig viele Gedanken außer möglichst viele Anteile zu kaufen brauchst Du dir nicht machen. Mit meinen Einzelaktien ist es etwas aufwendiger, aber auch hier hat man nach Jahren so viel Routine, dass man nicht mehr viel Zeit aufwenden muss. Ich habe mit 83 Positionen ohne den ETF sehr viele Firmen wo manche Leute, vor allem die mit nicht so viel Erfahrung glauben, dass man da wahnsinnig viel babysitten muss. Ich habe den Kurs von den wenigsten Aktien im Kopf, das interessiert mich auch nicht weiter. Ich weiß ungefähr, wann eine Aktie so bewertet ist, dass ich sie kaufen mag und über Verkäufe mache ich mir selten Gedanken. Ich mache mir lieber ganz andere Gedanken wie: Welchen Beschäftigungen möchte ich nachgehen und was bringt mich persönlich als Mensch weiter. Das ist viel wichtiger, allerdings mit Geldsorgen bei weitem nicht so gut möglich als mit einem Finanzpolster.

    Du wirst sehen, dass wenn Du weiter so sparst und unter deinen finanziellen Möglichkeiten lebst, eines Tages ganz von alleine alle deine Kosten über deine Ersparnisse finanzieren kannst. Du bist von dem Ersparten sowieso schon weiter und neben deinen neuen Geld, dass Du anlegst, arbeitet das Ersparte auch für dich. Ich denke, wenn man keine großen Fehler mehr macht, ist man ab 70% Abdeckung der eigenen Kosten quasi schon frei. Man kann sich in der Phase nur noch einen schlecht bezahlten Job leisten, um das Delta auszugleichen, wenn man das so möchte. Die Freiheiten nehmen mit immer mehr Prozent abgedeckten Kosten durch passive Einnahmen zu. Ich selbst war viel zu streng und habe gewartet, bis ich etwas über 100% war. Das ist gar nicht nötig gewesen. Der wesentliche Teil ist allerdings, den Grundstock anzusparen. Alles andere danach ist Mathematik und nicht mehr sonderlich aufregend.

    Grüße Oliver

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    • Huhu Oliver,
      schön geschrieben! Bei Einzelaktien sollte man sich vor Augen halten, dass diese meistens nicht alle auf einmal gekauft werden. 2 Unternehmen hier, 2 da.. das wächst ja erst mit den Jahren.

      Derzeit kann ich mir noch nicht vorstellen, ob ich mal wirklich von meinen Erträgen leben kann. Irgendwann bestimmt, aber das dauert ein paar Jahrzehnte. Ich sehe Vermögen als Rettungsring in der Not, auf den ich mich fast schon freuen kann. Wirtschaftskrise? Jobverlust? Alles erst mal halb so wild, wenn man viele Jahre von seinem Ersparten leben kann.

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  6. Hallo Jenny,
    ich sehe es gleich wie du und gratuliere Dir, daß du schon in so jungen Jahren so weit bist.
    Mit dem Investieren halten wir es gleich wie du, es geht automatisch, nachdem wir uns für passives
    Investieren entschieden haben las ich oft bei Albert. Jetzt stehen andere Themen an wie Gesundheit und Gewichtsabnahme. Mit dem Depot im Rücken habe ich weniger Angst vor einer Krise, ich habe schon mehrere erlebt. Coaching ist eine klasse Idee, die Gesundheit ist das größte Kapital das wir haben.

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    • Ja, Gewichtsabnahme und Gesundheit ist sehr wichtig! Man muss auch was dafür tun, um den hohen Lebenserwartungen gerecht zu werden. Und ich würde mit 80 gerne auf dem Fahrrad durch die Gegend düsen und nicht mit einem Rollstuhl.

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      • Und mit zunehmendem Alter ist der Erhaltungsaufwand mehr. Wenn man ein finanzielles Polster hat, kann man sich dann Dinge gönnen die dem Körper gut tun, zum Beispiel Ostheopatie bei Rückenschmerzen, eine hochwertige Brille oder eine gute Matratze.

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  7. Sehe ich auch so, dass man den Sparplan ruhig laufen lassen kann, wenn man zufrieden ist mit der Zusammensetzung.
    Das einzige, was ich in ein paar Jahren wohl machen werde ist, meine ETFs durch die eines anderen Anbieters zu ersetzen, um später bei der Entnahme/Ensparung die FIFO (First in, first out) Besteuerung zu vermeiden und somit eine Steuerstundung zu erzielen.
    Derzeit bin ich auch noch in meinem Job zufrieden, auch wenn es immer wieder nervige Projekte gibt. Mein erspartes Vermögen und die Gewissheit, das ich mehrere Jahre ohne Arbeit überleben könnte, gibt mit die nötige Gelassenheit und Selbstvertrauen, dass ich einfach mal nein zum Chef sage und mir nicht so sehr ein Bein ausreißen muss für meinen AG. Wenn mich alles nervt, gehe ich einfach in einen entspannteren Job und nehme schlechtere Bezahlung in Kauf.
    Das Vermögenspolster lässt mich auch immer wieder überlegen, ob ich nicht mal ein Jahr aussetze und eigene Projekte verfolge. Das Finanzpolster wäre zumindest groß genug, aber es fehlt noch die Idee, in die ich meine gesamte Leidenschaft rein stecken will.

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    • Huhu Antman,
      kann deine Gedanken gut verstehen! Ich hatte auch immer mal wegen einer Auszeit überlegt. Aber vermutlich lag das daran, dass mir mein Job auch nicht mehr so Spaß gemacht hat. Also bin ich mutiger geworden und habe meinem Arbeitgeber klar gemacht, dass ich mich beruflich umorientieren will. Leite also keine großen Kundenprojekte mehr, sondern kümmere mich intern um das Thema Prozessoptimierung, programmiere auch ein wenig selbst. Ich bin mir nicht sicher, woran es genau liegt (vielleicht auch an der Ernährungsumstellung..?), aber ich komme mir nun viel effektiver vor. Bin nun viel gelassener und fokussierter. Da ich nun keine 50h-Wochen mehr habe, kann ich abends auch wieder mehr lesen / lernen. Vielleicht bin ich da naiv, aber mir muss ein Job Spaß machen und das verfolge ich viel fokussierter, seit ich ein großes Finanzpolster habe.

      Wegen der ETFs: Gute Idee mit dem anderen Anbieter. Anderes Depot geht alternativ auch. Bis du dein Depot mal entsparst, dürfte es noch eine Weile dauern, oder?

      Liebe Grüße
      Jenny

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      • Hallo Jenny,
        klar sind da immer wieder Projekte und Aufgaben, mit denen ich nicht zufrieden bin, aber es betrifft auch die allgemeine Organisation in der Abteilung. Andererseits gibt es auch immer wieder Aufgaben, wo ich mich reinfummel und mich dann voll motiviert drin verbeißen kann. Bin übrigens im Support und Softwareentwicklung tätig…
        Mal schauen, ob sich das in diesem Jahr ergibt, dass ich den Fokus mehr auf Aufgaben setzen kann, die mir Spaß machen.
        Ein Depot bei einem anderen Anbieter zu eröffnen ist natürlich auch eine super Idee! 🙂
        Bis zum Entsparen wird das noch lange dauern. Ich buttere erst seit 3 Jahren in meine ETFs rein und habe erst 30k € im Depot. Leider habe ich auch spät angefangen, denn ich bin jetzt schon 35 Jahre alt, aber bis zur Rente ist noch bisschen Zeit. 🙂

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  8. Hallo Jenny,

    seit letzten Jahr beschäftige ich mich intensiv mit Finanzen und habe nun auch mit einem Finanzblog angefangen. Noch finde ich es ganz spannend,
    mich mit der richtigen Geldanlage zu beschäftigen – vor drei Tagen habe ich meine erste Einzelaktie gekauft und bin noch ganz aufgeregt.

    ETFs werden automatisch bespart, Haushaltsbuch wird geführt, Sparquote ist bekannt und tracke mein Portfolio mit dem Tool Portfolio-Performance.

    Aktuell beschäftige ich mich mit dem Schreiben weiterer Artikel für meinen Blog und lese ebenso wie du in anderen Blogs, was dort gerade so los ist.

    Viele liebe Grüße
    Finanzmatze

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    • Huhu Matze,
      die Aufregung gehört am Anfang dazu. Ist ein großer Schritt, wenn man sich aktiv um seine Finanzen kümmert. Man gewinnt generell an Weitblick im Leben, weil man sich mit der Zukunft auseinander setzt.

      Wünsche dir viel Erfolg!!

      Liebe Grüße
      Jenny

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  9. Hallo Jenny,

    wenn Du Dich Jahrelang mit dem Thema befasst hast und mehrere Bücher und Blogs mit vielen Schnittmengen gelesen hast, dann ist Dein Gehirn irgendwann gesättigt. Das ist wohl normal. Auch bei mir Tritt das Thema Finanzen im Privaten immer wieder in den Hintergrund. Man kann nicht 1000x Bücher zum gleichen Thema lesen und immer wieder einen Aha-Effekt erwarten. Zum Glück gibt es noch viele andere Bereiche im Leben, die so einen Effekt hervorrufen werden. =)

    Beste Grüße
    Nico

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  10. Huhu,

    ich habe schon seit längerem keine Finanzblogs gelesen. Vor allem aber auch kein Tim Schäfer, weil der mich mittlerweile doch sehr deprimiert hat (obwohl ich sehr viel spare) und ich Abstand von dem ganzen Finanz- und Sparkrams brauch(t)e.

    Meine ETF-Sparpläne laufen ohne Probleme. Einzelaktien werden dieses Jahr nicht gekauft, dafür wird mein Bargeldbestand wieder aufgestockt, da ich mir ein neues teures (gebrauchtes) Clownsmotorrad gekauft habe 🙂
    Hobbys kosten Geld, aber wie ich immer wieder sage: Man lebt nur 1x! Und das bitte zufrieden und glücklich. Sparen und investieren finde ich nach wie vor gut, aber man muss sich einfach auch was gönnen!

    In diesem Sinne, linke zum Gruß, ich bin mal am putzen. Alles andere läuft automatisiert 🙂

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    • Huhu Gurki,
      früher empfand ich „YOLO“ immer als Ausrede, nicht an die Zukunft zu denken. Mittlerweile denke ich: An die Zukunft denken ist zwar wichtig, aber die Gegenwart ist noch wichtiger.. viel Spaß mit deinem Clownsmotorrad! 🙂

      Liebe Grüße
      Jenny

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  11. Hallo Jenny,

    ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen. Ich habe 04/2017 angefangen, mich um meine Finanzen aktiv zu kümmern. Anfangs war natürlich alles aufregend und neu, ich habe zwei ETFs bespart aber den Großteil des Geldes in Einzelaktien gesteckt und auch ein bisschen gezockt. Dabei habe ich mir eine blutige Nase geholt. Also habe ich das Zocken sein lassen.

    Dann habe ich nach einem Jahr mal den Kassensturz gemacht und siehe da: Einzelaktien performen rund 10 % schlechter als meine ETFs. Auch wenn es dem Ego nicht guttut, ist doch die einzig logische Wahl: Hör‘ auf mit den Einzelaktien, bespare die ETFs einfach per Sparplan! Das läuft nun schon seit einem halben Jahr so und siehe da: Auch ich schaue kaum mehr ins Depot und habe eine bessere Performance :-D.

    Dass Geld glücklich macht, kann ich auch bestätigen. Ich weiß jetzt, dass ich meine Finanzen im Griff habe und auch, dass ich jetzt schon über ein Jahr Arbeitslosigkeit aus liquiden Mitteln überbrücken könnte (Ohne irgendwelche Hilfen wie ALG I).

    In der Firma wurde vor kurzen Kurzarbeit eingeführt. Auf der Betriebsversammlung habe ich dann den Geschäftsführer, der sehr oft die Worte „Solidarität“ und „gemeinsam Schultern“ in den Mund genommen hat, gefragt, ob denn Geschäftsführung und Aufsichstsrat auch einen Beitrag leisten, indem sie z.B. freiwillig auf Teile ihrer Bezüge verzichten. Die Antworten waren sehr peinlich, muss man sagen.

    Das hätte ich mich vor zwei Jahren glaube ich nicht getraut, das dicke Geldpolster im Hintergrund und die Gewissheit, dass der Verlust meines Arbeitsplatzen kein Problem für mich darstellt, haben mir mein Selbstvertrauen auch im Arbeitsleben zurückgegeben. In der Schule oder Uni habe ich auch gerne solche Fragen gestellt und Autoritäten in Frage gestellt. Es war ein sehr schönes Gefühl, diesen Teil meiner Persönlichkeit mal wieder ausleben zu können. Viele Arbeitskollegen haben sich auch anschließend bei mir für die Frage und die erhellenden Einsichten in die Gedankenwelt unserer Geschäftsführung bedankt,

    Schöne Grüße,
    Simon

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    • Hi Simon,
      coole Aktion! Glückwunsch dazu, dass du so mutig agiert hast. Hätte ich mich vermutlich nicht getraut. Es wird immer Phasen von Kurzarbeit und hoher Arbeitslosenquote geben. Ein finanzieller Puffer ist viel Wert. Ich setze meine beruflichen Vorstellungen nun viel konkreter durch. Ein Job muss Spaß machen. Viele stempeln das als Luxusproblem ab: „Sei doch froh, du kriegst dein Geld und bist fast unkündbar.“. Aber man verbringt so viel Zeit auf der Arbeit, die Zeit will ich sinnvoll verbringen.
      Alles Gute, dass sich eure Auftragslage verbessert oder dass du woanders unter kommst.

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  12. Hallo Jenny!
    Schöner Artikel! Ich kann das gut nachvollziehen.
    Auch mein Mann und ich investieren wenig Zeit in unsere Geldanlage. Ich halte mich zwar lose über Podcasts und Wochenrückblick des Finanzwesir up to date – aber auch mehr, weil ich das Thema mag, und weniger, weil ich offene Fragen habe.
    Ich würde mich trotzdem freuen, immer mal von Dir zu hören, da ich Deine Artikel total gern lese.
    Viele Grüße,
    JP

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    • Danke schön für das Lob! 🙂
      Ich habe viele Artikel in der Pipeline, aber ich bereite mich gerade auf eine berufliche Veränderung vor. Mein „Brotjob“ hat deswegen leider eine höhere Priorität als mein Hobby.

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  13. Hallo Jenny!

    Finde deine Einstellung absolut vorbildlich. Über das Thema Geld habe ich mich auch schon an einigen Stelllen ausgelassen

    https://www.finanzguerilla.de/lifestyle/geld-macht-nicht-gluecklich/
    https://www.finanzguerilla.de/lifestyle/die-bedeutung-von-geld/
    https://www.finanzguerilla.de/lifestyle/verdirbt-geld-den-charakter/

    weswegen ich deine Einstellung absolut nachvollziehen kann. Es ist in der Tat so, dass je besser man sich mit Finanzthemen auskennt, die Finanzen tzatsächlich nach und nach in den Hintergrund rücken.

    Bei mir gewinnen ebenfalls andere Themen wie Gesundheit, Psychologie und Philosophie an Bedeutung – alles aber aus dem „Dunstkreis“ der Finanzwelt.

    Ich halte es ähnlich wie Dr. Elsässer, wonach die erfolgreichsten Investoren irgendwann erkannt haben, dass ERFOLGREICHE Geldanlage ein sehr langweiliger und langwieriger Vorgang – fernab jeglichen Adrenalins – ist…und auch sein muss. Frei nach dem Motto man sollte sich an gescheiteres Hobby als „Geldanlage“ suchen 🙂

    Mach weiter so und liebe Grüße,

    Andreas von Finanzguerilla.de

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    • Hi Andreas,
      danke schön! Meiner Meinung nach, ist das Interesse an Geld stellvertretend für „Das Streben nach Zufriedenheit.“ Man kommt über viele Schienen dort hin:
      Durch das aktive Befassen mit der eigenen Gesundheit (z.B. macht man viel Sport, ernährt sich gesund), Minimalismus oder eben auch Finanzen. Mit irgendwas davon erfolgt der Einstieg, aber langfristig befasst man sich oft mit allen Lebensbereichen.

      Liebe Grüße
      Jenny

      Gefällt mir

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