Überdenke immer wieder deine Risikotoleranz

Ich habe mich 2 Jahre lang auf Finanzblogs und in Foren getummelt, bevor ich mich an einen ETF-Sparplan getraut habe. Keiner konnte 2015 vorher sehen, ob uns nun noch viele goldene Jahrzehnte an der Börse bevorstehen oder direkt der nächste Crash folgen wird. Nun haben wir 2018, die Kurse sind fleißig gestiegen und Wahrsagerkugeln wurden immer noch nicht erfunden. Nach wie vor stellen sich viele Neulinge die Frage:

Wie viel Geld sollte ich an der Börse investieren?

Finger ganz davon lassen, mein komplettes Erspartes investieren oder gar Wertpapiere auf Pump kaufen? Jeder hat eine andere Risikotoleranz und andere Lebensumstände.

  • Ist dein Einkommen die nächsten Jahre in Gefahr?
  • Welche Ausgaben können in absehbarer Zeit auf dich zukommen?

Jeder hat ein anderes Sicherheitsbedürfnis und einen unterschiedlich hohen Notgroschen. Wer in den letzten Jahren investiert hat, kennt in seinem Depot vermutlich nur die Richtung nach oben. Gerade gibt es einen kleinen Rücksetzer, sodass Neulinge rote Zahlen im Depot sehen und verunsichert sind. Kommt jetzt ein Crash? Soll ich noch warten, bevor ich weiter investiere? Ich will mir nicht anmaßen, darüber zu urteilen, was ihr mit eurem Geld macht. Mein Tipp ist:

Investiert zu Beginn stets kleine Summen.

Selbst wenn ihr gerade 100.000€ geerbt oder gespart habt, gewöhnt euch erst mal an die Schwankungen. Fangt z.B. mit einem kleinen Sparplan an (gibt es bereits ab 25€ pro Rate). Wenn ihr nach einem halben Jahr das Auf und Ab nicht ertragt, dann lasst die paar 100€ im Depot und spart das zukünftige Geld weiter auf dem Tagesgeldkonto. Dann seid ihr einfach noch nicht so weit.

Ich habe mich damals dafür entschieden, 2 Jahre zu sparen und dann erst mit dem Investieren anzufangen. Egal, ob ich noch mal studieren will, meinen Job verliere, schwer krank oder schwanger werde, mit meinem Notgroschen kann ich rund 2 Jahre überbrücken. Das Geld in meinem Depot werde ich also in nächster Zeit nicht anfassen müssen.

Was soll ich tun, wenn der Markt schwankt?

Wer nicht ins Depot schaut, merkt auch nicht die Schwankungen. Man kann natürlich Spielchen treiben und bewusst das Passwort vom Depot gut verstecken. Aber ich schaue trotzdem jeden Tag aus Interesse nach meinen Wertpapieren. Um mich zu freuen, wenn die Kurse steigen und um mich selbst abzuhärten, wenn der Wert sinkt. Die letzten Wochen ist der Wert meines Depots um die 15% geschrumpft. Keine Ahnung, ob es noch weiter runter geht. Manch einer nutzt die aktuellen Kurse, um günstig nachzukaufen, andere nehmen ihre Gewinne mit aus Angst vor einem Crash.

Der jetzige Wert meiner Wertpapiere ist mir egal.

Mein Anlegerverhalten hat sich deswegen nicht geändert. Ich hätte einige Aktien vor ein paar Wochen mit 100% Gewinn verkaufen können. Aber ich konnte nicht wissen, dass die Kurse wieder stark einbrechen. Genau so gut könnten die Aktien nun schon bei 200% stehen. Wer investiert, hat einen langen Anlagehorizont. In ein paar Monaten werde ich mich schon gar nicht mehr an die Schwankungen erinnern. Ob ich nun 20 oder 22 Aktien für 1.000€ bekommen habe, daran erinnere ich mich schon einen Tag später nicht mehr.

Als Neuling muss man sich bewusst sein: Hohe Renditen werden mit einem hohen Risiko erkauft. Wertpapiere sind kein Sparbuch, was einem für ein Jahr einen bestimmten Zins verspricht. Wer bei leichten Kursrückgängen panisch wird, sollte sich fragen wieso:

Wieso ist das schlimm für mich, wenn die Kurse vorübergehend sinken?

Wem beim Anblick der roten Zahlen einfällt, dass er in 5 Jahren ja eigentlich ein Haus bauen oder noch eine Weiterbildung will, darf nicht sein ganzes Erspartes investieren. Wer investiert, sollte das Geld die nächsten Jahrzehnte nicht anfassen müssen. Wie vom Finanzwesir empfohlen, muss man gedanklich den Worst Case im Kopf durchspielen. Entweder stellt man danach fest, dass die nächste Sparrate im Depot landet oder man gesteht sich ein, dass man den Sicherheitspuffer auf dem Tagesgeldkonto noch ein wenig füllt. Weder sollte man panisch seine Wertpapiere verkaufen, noch sollte man sich durch sinkende Kurse dazu verleiten lassen, die Notfallreserve zu investieren.

Aber dann kann doch der Zinseszins nicht wirken!?

Natürlich könnt ihr jeden vorhandenen Euro investieren, damit daraus in 50 Jahren 47€ werden (bei 8% Rendite). Der Zinseszins kann aber nur funktionieren, wenn ihr euer Depot nicht zwischendrin mit Verlust liquidieren müsst. Geld auf dem Tagesgeldkonto fungiert als doppelter Boden und ermöglicht euch erst, in eurem Leben mehr Risiken einzugehen (an der Börse, beruflich, privat) und auch mal schlechte Zeiten aussitzen zu können.

Wie hoch ist deine Risikotoleranz? Hast du die Kursschwankungen in deinem Depot überhaupt gemerkt?

47 Gedanken zu „Überdenke immer wieder deine Risikotoleranz

  1. Hallo Jenny,

    Ich bin seit 2008 dabei und habe mir vorher auch einiges angelesen. Dennoch habe ich seither auch nicht wenige Dummheiten begangen, zum Beispiel versucht zu timen, konzentriert statt diversifiziert oder auch mal ein Hebelprodukt eingesetzt. Bei mir waren diese realen Erfahrungen erforderlich, um ein besserer Investor zu werden. Genauso helfen aus meiner Sicht auch keine Planspiele in Musterdepots, um die eigene Verlusttoleranz festzustellen, das erfährt man nur wenn es real wird. Von daher ist es schon ratsam, in mehreren Schritten einzusteigen, obwohl nach der Analyse von Experten eine grosse Einmalanlage gewinnbringender sein kann. Es investieren jedoch keine Maschinen sondern Menschen.

    Bislang ist ja noch nicht viel passiert. Wer sein Depot ausreichend diversifiziert, einen ausreichenden Notgroschen gespart hat und einen Zeithorizont von bis zu 10 Jahren mitbringt, der braucht sich auch bei grösseren Kursrückgängen keinen Kummer zu machen.

    Wer jetzt schon Kummer wegen seines Depots hat, der sollte vielleicht seine Strategie noch einmal überdenken und dankbar daraus lernen. Die wenigsten, ausser vielleicht ein Herr W. Buffett, sind als nahezu perfekter Investor auf die Welt gekommen.

    Viele Grüße,
    Ruben

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    • Ich sehe die aktuellen Schwankungen ebenso also gute Übung. Sowas sollte man lieber mit einem kleinen Depot erst mal mitmachen, bevor es mal um 6-stellige Summen geht. Mir helfen gerade meine Cannabis-Aktien, die mir mal die komplette Achterbahn-Fahrt zeigen. Wobei ich natürlich noch kein tiefrotes Depot erlebt habe. Aber je nach dem wie steil es nach oben geht, wird man das auch nicht miterleben. Da geht es eher dann darum, wie sehr das Depot im Plus ist.

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  2. Hey Jennifer,
    mein Risikobereich liegt bei 70% – 80%. Ich konnte schon einige Erfahrungen mit Einzelaktien machen, jedoch fehlt mir hierzu einfach die Zeit mich näher damit zu beschäftigen. Daher sind ETFs aktuell und langfristig ganz gut für mich. Die Schwankung habe ich nicht sehr gemerkt, da ich auch nicht zum letzten Höchststand wieder etwas Geld investiert habe. Die letzte Investition war Anfang des Jahres ^^. Ein aufmerksames Auge bleibt immer bei jeder Investition mit dabei.

    Je mehr ich mich jedoch damit beschäftige, desto gelassener werde ich im Finanzbereich. Aktuell wird das Geld nicht gebraucht und für mich ist es eine langfristige Investition. Mittelfristig werden für mich Optionen interessant. Mal schauen wie weit mich das Thema treibt 🙂

    Liegt bei dir der Risikobereich immer noch bei 20%?

    Alle sprechen nun von diesem Kursrücksetzer. Was man in dieser Situation schön erkennen kann, wer dabei einen kühlen Kopf bewahrt und wer anders/hektisch/unüberlegt reagiert. Für diejenigen ist der Bereich vielleicht nicht das richtige oder er macht einen Crashkurs mit Kryptowährungen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was Kursschwankungen eigentlich sind und wie sie sich für einen anfühlen ^^.

    Viele Grüße und einen angenehmen Abend
    Finu

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    • Hi Finu,
      ja, mich wundert es auch, dass dieser Rücksetzer derzeit sehr dramatisiert wird bzw. gar von einem „Crash“ gesprochen wird. Deswegen halte ich es für wichtig, dass Neulinge nun nicht überreagieren, sondern diese Phase zum Erfahrung sammeln nutzen. Es kommt mir oft so vor, als würden alle einen großen Crash herbeisehnen.

      Bin mittlerweile bei 50% Depot vs. Tagesgeld. 🙂

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  3. Hi Jenny,

    Ich habe Anfang 2016 angefangen und war das erste halbe Jahr „im Minus“, seitdem nicht mehr, auch wenn die letzten 2 Wochen die Hälfte der Gewinne gekostet haben. Da ich aber über Sparpläne und neue Positionen nach und nach investiere, und planmäßig noch knapp 40 Jahre Zeit habe, gleichen sich Freude über günstigere neue Käufe und Unbehagen über wieder abgegebene Gewinne bislang aus. Ich schaue auch aus Interesse meist mehrfach täglich nach der Tagesbilanz, und bei starken Änderungen google ich auch aus Neugier die Gründe.

    Die „Notfallreserve“ reicht bislang gerade mal 2 Monate bei Komplettausfall der Einnahmen, zumindest dieses Jahr sollen aber alle Dividenden dorthin fließen. Bei wirklich großen unvorhergesehenen Notfallausgaben bin ich aber auch bereit, zu ungünstigen Zeitpunkten Positionen zu verkaufen oder Festgeld mit Strafgebühren vorzeitig aufzulösen. Mit meinem aktuellen ALG I – Anspruch sollte ich im Falle einer Arbeitslosigkeit aber auch mit der Reserve deutlich länger als 2 Monate hinkommen.

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    • Hi Lutz,
      wenn du die Möglichkeit hast, dein Festgeld aufzulösen, dann passt das ja. Das ist dann ein sehr überschaubarer „Strafzins“ im Vergleich zu einem Depot, was du bei -50% liquidierst.

      Für mich ist die Reserve wichtige „Fuck you“-Money, weil ich im Zweifelsfall auch selbst kündigen könnte.

      Liebe Grüße
      Jenny

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      • Ja beim Kündigen von Festgeld ist die Denizbank erstaunlich gnädig 🙂

        Stimmt, das mit dem „selbst kündigen können auch ohne neuen Job“ hattest du ja schonmal in einem anderen Artikel geschrieben – ist so eine Sache, die man immer schnell vergisst, wenn man gerade zufrieden mit dem Job ist.

        Mittelfristig möchte ich mich aber auch einfach gegen mehr solcher Eventualitäten absichern.

        Um auch an sowas zu denken, ist ein Blog wie deiner übrigens echt toll – liebe Grüße auch von mir 😉

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  4. Montag 90% meines Geldes in den Msci World acwi gepackt. Dienstag habe ich kurz tief ins Glas geschaut und jetzt ist es mir schon wieder egal.
    Ich hatte Dienstag kurz überlegt noch mit dem restlichen Geld nachzukaufen, habe es aber auf nächsten Monat verschoben.
    Soviel zu Market Timing!

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    • Ich mache mir jedes Mal Gedanken, welches Limit ich beim Aktienkauf einstellen soll. Aber entweder stell ich zu niedrig ein und die Order wird nicht ausgelöst oder ich stells zu hoch ein und Ärger mich, dass ich etwas günstiger hätte kaufen können. Beim letzten Mal habe ich deswegen den aktuellen Kurs als Limit eingestellt und hab meine Ruhe.

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      • Ich habe mir zum Problem der richtigen Limits auch Gedanken gemacht, und war nach dem Lesen von entsprechenden Artikeln eigentlich der Meinung, dass es im Vergleich zu einem Limit-Kauf mit Limit unter aktuellem Kurs meist besser wäre, einen Cash-Secured Put zu verkaufen, da es in jedem Fall (= auch beim nicht-Auslösen) noch die Prämie gibt.

        Bislang habe ich mich aber noch nicht getraut, mein Depot für Optionshandel freizuschalten, und das generelle Problem mit dem Limit-Kauf oder Cash-Secured-Put -Verkauf ist ja, dass falls der Kurs unter das Limit fällt, es durchaus Änderungen an der Grundlage meiner Limit-Wahl gegeben haben kann (neue Fundamentaldaten, neue rechtliche Rahmenbedingungen, andere Zukunftsaussichten für Branche, Marke oder ähnliches). Ich müsste diese Grundlage also regelmäßig überprüfen, ob der Wert noch passt – bei bereits gekauften Aktien gilt das zwar im Prinzip auch, aber da würde ich beim Verkauf ja quasi Kauf- und Verkaufsgebühren „verlieren“, weswegen es da vom Gefühl her nicht so drängend ist, das regelmäßig zu prüfen.

        Letztendlich ein spannendes Thema, aber bisher kaufe ich in der Praxis auch einfach zum aktuellen Kurs 🙂

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      • „Mir hilft da der Gedanke: Ob ich nun 10€ mehr oder weniger pro Order ausgebe, ist mir am Ende letztlich egal.“

        Na, jetzt bin ich aber platt. Wo kommt denn der plötzliche Sinneswandel her? Im November letzten Jahres klang das noch ganz anders. Da waren 9€ plötzlich noch der Grund für Marktsondierungen und Preisvergleiche.

        Liebe Grüße
        Dummerchen

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      • Hi Dummerchen,
        ich beziehe mich nur auf Einzelaktien. Da sind mir einmalig 10 Euro egal. Ich habe ja nicht viele einzelne Unternehmen im Depot und groß was einsparen lässt sich da eh nicht. Und wenn ich Einzelaktien kaufe, dann weil ich an eine bessere Performance glaube. 100 Euro pro Jahr für ETFs will ich nach wie vor nicht zahlen, da es sich gut vermeiden lässt. Da ging es mir ja damals schon ums Prinzip.

        Liebe Grüße
        Jenny

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  5. Hey Jenny,
    bei mir gab es einen Wertverlust von ca. 10%. Gestern waren es 8%. Das ist natürlich frustrierend und kann sehr verlockend sein, einen Teil des Depots aufzulösen. Man muss sich wirklich bewusst sein, warum das Depot angelegt wurde. Gerade deshalb ist es am Anfang wichtig, ein Ziel festzulegen und die Risikotoleranz damit zu verbinden. Der Tipp „nicht alle Eier in einen Korb“ fasst einen Teil deines Beitrags gut zusammen. Wer alles im Depot liegen hat, wirds mit der Langfristigkeit bei Kursrücksetzern schwerer haben. Ich habe das schon bei ein paar anderen Beiträgen geschrieben, finde es aber wichtig, es noch einmal zu erwähnen: bei der Risikotoleranz nicht von der Panik der Medien anstecken lassen.

    LG Johannes

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    • Ja, definitiv nicht in Panik verfallen. Auch wenn der Cost Average Effekt angeblich wiederlegt wurde, halte ich eine zeitliche Streuung immer für sinnvoll. Ich würde mein ganzes Vermögen nie auf einen Schlag investieren.

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      • Naja, was heißt hier „widerlegt“?
        Wenn Du einmal 500k in Aktien hast und weiterhin monatlich einige hundert Euro sparst, wirst Du schon sehen, was Dir der Durchschnittskosteneffekt bringt – nämlich nichts. Der hilft nur zu Beginn. Wenn aber erst einmal viel Geld im Feuer steht, dann verhält sich dieses Geld an der Börse genauso als hättest Du es zu Beginn mit einem Schlag investiert.

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      • Hi Sven,
        da gebe ich dir recht. Aber so eine Depotgröße dauert. Gerade für Anfänger macht es nun mal enorm viel aus. Wenn 2007 z.B. jemand 100.000€ geerbt und in den DAX hat, dann hat er nur halb so viele Wertpapiere wie jemand, der 2 Jahre später fleißig eingekauft hat. Deswegen sollte man gerade als Anfänger aus meiner Sicht nicht alles auf einmal investieren. Als Anfänger zähle ich alle mit weniger als 10 Jahre Börsenerfahrung. Irgendwo gab es vor ein paar Monaten auch mal die Rechnung, dass es natürlich sehr viel ausmacht, in welcher Reihenfolge man gute und schlechte Monate erwischt. Jeder Frischling sollte sich die Krise zum günstig Einkaufen am Anfang wünschen und dann bei goldenen Börsenjahren in Rente gehen. Umgekehrt wird es nicht so luxuriös.

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  6. Pingback: In den Töpfen der Anderen #46 » Finanzküche

  7. Hi Jenny,
    ich durfte den Dot-Com Crash um die Jahrtausendwende und auch die Finanzkrise erleben. Eines lässt sich ganz klar sagen. Jeder noch so rational denkender Anleger wird im Rahmen einer Krise irrationale Entscheidungen treffen. Das ist eben menschlich.

    Wer jetzt, kurz vor dem Zudrehen des Geldhahnes große Einmalbeträge anlegt, wird mit einem kräftigen Dämpfer im Depot rechnen müssen. Ob das heute oder morgen ist, nun, das wissen wir alle nicht genau.

    Wie nervös die Märkte jedoch sind, zeigen die Entwicklungen der letzten Woche aus Übersee und folglich in Deutschland. Die USA sind Europa in der Zinsentwicklung einen Schritt voraus und abkoppeln werden wir uns nicht können.

    Wer monatlich fleißig und vor allem gleichmäßig anspart, wird langfristig immer seine Ziele erreichen und den psychologischen Druck reduzieren. Und das bedeutet auch, sich vor irrationalen Entscheidungen zu schützen.

    Wie heißt es doch so schön, Schritt für Schritt zum Glück.

    Wer eine geringe Risikotolleranz hat, sollte m.E.nur kleine Anteile in spekulative Anlagen investieren. Spekulativ sind auch ETFs und Aktien. Wenig spekulativ, aber Spekulativ.
    Mit 80%-90% in Fest- / und Tagesgeld und 10%-20% in spekulativen Anlagen kann auch ein wenig risikoaffiner Anleger langfristig bessere Performance erreichen, als eine reine Tagesgeldanlage. Je höher die Anlagesumme, desto höher das Risiko und die psychische Belastung im Falle eines Kursrückgangs.

    Beste Grüße
    Alexander

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    • Hi Alexander,
      irrationale Entscheidungen sind leider schnell getroffen. Durch das Online-Banking kann man mit wenigen Klicks recht impulsiv handeln. Keine Ahnung, wie ich in einer Krise agiere. Die Risikotoleranz steigt meiner Meinung nach mit der Erfahrung bzw. mit dem verfügbaren Vermögen. Ich mache es bei mir nicht an prozentualen Angaben fest, sondern eher an Absolutwerten. Ich brauche meine feste Summe an schnell verfügbarem Tagesgeld und dann ist mir die Depotgröße fast egal. Bzw. ein Depot entwickelt schnell ein Eigenleben. Habe bisher auch noch nicht „rebalanced“.

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  8. Hi,
    guter Artikel zu einem wichtigen, grundsätzlichen Thema…

    Man sollte definitiv seine persönliche Risikotoleranz kennen bevor!!! man investiert. Wenn man schon in Panik verfällt, wenn die Börsennachrichten von „flash crash“ reden und es nach vielen Jahren krass steigender Kurse eine „rote“ Woche gibt, sollte man besser nicht am Markt investieren.
    Darüber hinaus finde ich es sehr wichtig eine Strategie zu haben und auch daran festzuhalten, wenn die See rauher wird. Ohne Strategie wird Investieren viel Stückwerk und Glück sein. Aber auch das Festhalten an einer Strategie ist nicht immer einfach. Eine gut überlegte Langfrist Strategie macht eben nur wirklich Sinn und kann ihre positive Wirkung entfalten, wenn man nicht bei ersten auftretenden Schwierigkeiten die Strategie ändert oder Prinzipien über den Haufen wirft.

    Aber niemand ist perfekt und ich habe ebenfalls in einigen Bereichen Lehrgeld bezahlt…it’s just the way it is…

    Viele Grüße,
    DividendSolutions

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  9. Hi Jenny,
    spannend wird es erst, wenn wir eine richtige Baisse bekommen, die 15 Monate und länger dauert. Kursverluste von 40 % oder 50 % normal sind. Wer das durchsteht, ist für den nächsten Crash schon etwas besser gewappnet. Da helfen mir meine Dividenden, solange die fließen, ist alles ok.
    Ich habe fast alles in Aktien (Unternehmen) investiert, habe da inzwischen eine hohe Risikotoleranz, wobei ich das eher als Leidensfähigkeit bezeichne. Wäre heute mein Depot wertlos und ich hätte keine Einnahmen mehr (worst case), müsste ich eben bis 67 arbeiten und könnte ein paar mal weniger in Urlaub fahren. Meine Existenz ist nicht gefährdet.

    Liebe Grüße
    Alexander

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    • Meiner Meinung nach steht und fällt vieles mit dem Job. 2009 war da ein extremes Jahr. In meiner Branche bin ich sehr auftragsabhängig. Gibt es in der Automobilindustrie eine Krise gibt es ein paar Monate Kurzarbeit und dann redet man schnell davon, ganze Teams aufzulösen oder stark auszudünnen. Ein Kollege hat berichtet, dass er 2010 an die 100 Bewerbungen geschrieben hat, ohne in der Metallbranche was zu finden. Die Unternehmen kamen vor lauter Bewerbungen nicht mal dazu, den Bewerbern abzusagen. Er hatte deswegen sogar Probleme mit dem Arbeitsamt, da er die Ablehnungen somit nicht mal belegen konnte. Da frag ich mich dann allgemein, wieso so viele Leute ihre Finanzierungen darauf kalkulieren stets 2 Gehälter zu haben. Spätestens mit Kindern kann ich da schnell Probleme bekommen, wenn ich z.B. halbtags eine neue Stelle suche. Wer einen „soliden“ Beruf hat wie Lehrer oder Krankenschwester muss sich da weniger Sorgen machen.

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  10. Ich war in der Vergangenheit auch dem Marklet Timing verfallen und habe verschiedene Strategien ausprobiert, das Depot abzusichern: Put-Optionsscheine, Stopp-Loss Orders, Verkaufen bei Unterschreiten bestimmter Marken (z.B. 200 Tage Linie). Und deutlich mehr Handeln mit Einzelwerten. Mit diesem Verhalten habe ich zwar nicht Haus und Hof verspielt, aber langfristig weniger Zuwachs erzielt als eine stupid buy-and-hold Strategie mit ETFs.
    Deswegen habe in den letzten Jahren ich einen Teil der Einzelwerte (nicht alle) durch ETFs ersetzt und werde den nächsten Crash aussitzen.
    Tagesgeld habe ich nur sehr wenig, weil man da schon ein systematisches Hopping über die Neukundenrabatte treiben muss, um auf > 1 % zu kommen. Zum Glück haben wir noch einem mit 4 % verzinsten Bausparvertrag, den ein penetranter Vertreter meiner Frau in den Neunzigern aufgedrängt hat.
    Stabilisierend wirkt auch das abbezahlte Häuschen, das eine stetige Dividende in Form von gesparter Miete bringt (steuerfrei), egal wie hoch der Buchwert gerade ist.

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    • 4% .. ein Träumchen. 🙂 Den Eigenheimsvorteil zusätzlich hätte ich auch gern. Leider stehen Kaufpreise von Eigentumswohnungen in unserer Gegend nicht im Verhältnis zur Miete. 200k für 2-Zimmer. Aber ich warte einfach mal ab. Überhaupt hohe Summen zu sparen können, ist ein großes Privileg. Ich lass deswegen auch die Finger von Optionen und Co., lieber nicht zu viel riskieren, sondern gemütlich investieren.

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      • Bei Optionen kommt es in der Risiko-Frage laut den Blogs, die ich gelesen habe, anscheinend stark darauf an, welche Art von Optionen es ist, sodass einige Varianten weniger, andere dagegen mehr (bis unbegrenzt z.B. bei uncovered calls) Risiko aufweisen als Aktien. Komplexer sind sie aber definitiv (ich muss die Artikel oft mehrfach lesen, bis ich glaube, sie zu verstehen) und Optionsscheine sind wohl eine Variante mit höherer Ausfallwahrscheinlichkeit und weniger Varianten als Optionen.

        Ich selbst habe wie gesagt mein Depot noch nicht dafür freigeschaltet, weil ich a) nicht wirklich entschieden habe, ob und in welcher Richtung ich RisikoRendite tauschen wollen würde, und b) eine gewisse Restangst beim Verwechseln der Begriffe (Kaufoption verkaufen, Verkaufsoption kaufen klingt ja erstmal ähnlich, ist aber verschieden).

        Eigentlich wollte ich nur schreiben, dass Optionen gleich höheres Risiko so pauschal nicht immer stimmt, aber es ist doch wieder ein längerer Text geworden :-/

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      • Ich versuche da bei Chris von easydividend immer durchzusteigen.. Und ich glaube, so prinzipiell kann man sich da schon absichern. Aber wenn ich dann von irgendwelchen großen Verlusten lese (dem natürlich trotzdem bisher noch größere Gewinne entgegen stehen), dann beschließe ich jedes Mal für mich, dass ich lieber „ganz normal“ zocke. 😀

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      • @luttz
        Du hast vollkommen recht. Optionen darf man nicht pauschal als riskantes Casino-Zeug verurteilen, sondern muss die Chancen und Risiken genau analysieren.
        Bei Optionsscheinen tritt immer der Emittent als Stillhalter auf. D.h. eine Nachschusspflicht gibt es nie, der Verlust ist auf 100 % des Preises für den Schein begrenzrt. Anders als bei Aktien oder gar ETFs passiert das aber mit einer hohen Wahrscheinlichkeit. Bei einem Kauf von Put Schein bei gleichzeitig bestehendem Depot kann man das am besten mit einer Art Kasko-Versicherung vergleichen:
        Angenommen ich habe für 10.000 EUR DAX Werte und der DAX steht heute 12.200 Punkte. Wenn ich jetzt einen DAX Put (z.B. DM1XN4) kaufe mit 1 Jahr Laufzeit und einem Basispreis von 12.200 Punkten, dann zahle ich jetzt 891 EUR. Damit habe ich das Depot gegen sämtliche Kursverluste abgesichert, welcher Crash auch immer kommen möge. Aber ich habe auch fast 9 % an Versicherungsprämie gezahlt, die weg sind, wenn die Kurse seitwärts laufen oder steigen. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, den Basiswert auf 9.600 zu setzen und nur Verluste > 20 % abzusichern, was nur noch 226 EUR kostet. Also wie eine Vollkasko mit Selbstbehalt. Aber auch dafür sind dann > 2 % für ein Jahr weg. Letzendlich setzen sich die Kosten wie bei jeder Versicherung aus durchschnittliche Schadenshöhe * durchschnittliche Schadenswahrscheinlichkeit + Fixkosten + Gewinnes des Versicherers (hier Stillhalters) zusammen. Weil die letzten beiden Posten nur die Rendite schmälern, habe ich darauf verzichtet (wie auch auf eine Kasko bei meinem Auto)
        Noch nicht ausprobiert, aber prinzipiell interessant, ist es, selbst als Versicherungsunternehmen = Stillhalter aufzutreten. Mit einem covered call auf im Depot gehaltene Aktien kann man statistisch gesehen den Gewinn des Versicherers – Fixkosten einstreichen. Praktikabel aber nur in den USA, wo es einen ausgeprägteren Handel mit Optionen auch für Privatleute gibt. Und mehr als 1 % Zusatzrendite darf man sich auch nicht versprechen. Wegen des Aufwandes, der auch durch steuerliche Aspekte eines Optionshandels in den USA gesteigert wird, hab ich das noch nicht gemacht.
        Einen (mit Bargeld gedeckten) Put zu verkaufen, ist nur Leuten mit Drahtseilnerven zu empfehlen. Gerade wenn es steil bergab geht, bekommt man dann auch noch zusätzliche Aktien ins Depot gebucht. Wer diese Nerven hat (ich nicht), wird statistisch noch etwas besser belohnt, denn es gibt eine Asymmetrie der Prämien für put vs. call. Wie Nassim Taleb in seinen Büchern gut beschreibt, haben die Leute mehr Angst vor Verlust als vor entgangenem Gewinn.

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  11. Mein Depot-Wert ist in den vergangenen Tagen um 10% zurückgegangen. Ich bin seit über 2 Jahren investiert und das war jetzt das Erste mal, dass es dermaßen runter ging. Aber mit einem langen Anlagehorizont lässt sich das gut aushalten. Das hast du ja auch schön beschrieben.

    Ich bin übrigens beeindruckt, dass dein Notgroschen so groß ist! Bei mir sind es nur knapp 3 Monatsgehälter. Damit fühle ich mich ganz wohl.

    Viele Grüße,
    Carsten von finanziellfit.de

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    • Bist du dir sicher, dass es wirklich 10% sind? Durch das neue Investmentsteuergesetz führen viele Broker die Kundendepots mit dem neuen fiktiven Einstandswert (Der vom 1. Januar), dadurch kommt den meisten vor, dass sie riesen Verluste haben, was jedoch nicht der Wahrheit entspricht.

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    • Hi Carsten,
      die Größe des Notgroschen hängt sehr von den Umständen ab. Wer z.B. im Notfall bei den Eltern einziehen könnte, der schläft auch mit weniger Reserve gut. Realistisch gesehen sind die Notfälle recht überschaubar: Auto, Waschmaschine, Umzug etc. Ich habe z.B. einen so hohen Notgroschen, um bei Bedarf auch in der Familie auszuhelfen.

      @Gini
      Ja, das mit den ETFs hat mich auch anfangs ziemlich verwirrt. 😀 Bei mir waren es aber meine Einzelaktien, die hoch und runter gegangen sind.

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  12. Es ist nicht leicht, seine eigene Risikotoleranz im Vorhinein festzulegen. Ich habe schon zwei Börsencrashs mitgemacht, 2000 das Platzen der Internetblase, da bin ich quasi mit einem blauen Auge davongekommen. 2008 sah es schon schlimmer bei mir aus. Ich hatte zwar nicht das gesamte vermögen in Aktien angelegt, aber meine Aktien sind um ca. 50% insgesamt gefallen. dabei war auch ein Totalverlust, ein Unternehmen ist insolvent gegangen und die Kohle war definitiv weg. Das ist nicht leicht, ruhig zu bleiben, wenn dein sauer Erspartes so langsam aber sicher den Bach runterfließt. Für mich heißt es daher seitdem, diversifizieren in ganz andere Anlageformen, z.B. P2P-Kredite, ETFS, Aktien, landwirtschaftliche Anlagen. Die Chance, das nicht alles sofort den Bach runtergeht, ist relativ hoch. Und bei Aktien ist für mich die Dividendenrendite sehr wichtig. So habe ich jedenfalls zwischendurch noch Einnahmen gehabt, dann ist der Verlust nicht ganz so schmerzlich.
    Viele Grüße
    Uta

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    • Hallo Uta
      beim Diversifizieren bin ich ganz bei dir auch wenn ich P2P schon als high-risk Einstufe (deshalb bei mir auch nur ~3%).
      Was mich mehr interessieren würde ist wie dein Invest in landwirtschaftliche Anlagen aussieht?
      Kann man da auch diversifizieren oder ist das nicht dann ein Klumpenrisiko?

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    • Hi Uta,
      Totalverluste sind natürlich mies und kann man nicht aussitzen. Deswegen ist Diversifikation richtigerweise die einzige Lösung.

      Ich hoffe, dass die nächste „Krise“ kurz und schmerzslos ist und nicht existenzsbedrohend.

      Liebe Grüße
      Jenny

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  13. Ich habe aktuell etwas mehr als 60% im Risiko (also hauptsächlich ETFs wenige Aktien und meine 3% P2P Spielwiese (http://p2p-game.com)) und fühle mich dabei wohl.
    Auch wenn so ein Hüpfer nach unten im Deport (auch bei mir so um die 10%) mal ein paar Tausend Euro „verbrennt“ sitze ich das aus – liegt auch daran das in den nächsten Jahren (wenn es nach mir geht) kein Hauskauf ansteht und ich auch noch nicht in den Vorruhestand (freiwillig) möchte.
    Am Freitag habe ich dann auch tatsächlich mein (ziemlich nah an G. Kommers ETF Werk) etwas unbalanciertes USA LargeCap mit dem VG FTSE North .America – A12CXY aufgestockt (keine große Position) sobald wieder ein größerer Betrag vorhanden ist kommen dann die Schwellenländer dran sofern nicht gerade totales Chaos an der Börse herrscht….
    Meine Unruhe lebe ich dann eben umso mehr im P2P Bereich aus 😉 das ist dann meine Zockerbude…

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    • Ich habe mir deine Seite angesehen und auch die Zahlen im Detail gelesen.

      Wie gehst du mit einem potentiellen Totalausfall um? Schimmelausfall, Kernsanierung usw., wenn dein Nettovermögen gerade mal 32.000€ beträgt, bei einer stolzen Verbindlichkeit von über 1 Mio. €
      Bei der Menge an Wohnungen ist eine derartige bauliche Maßnahme absehbar. Insbesondere bei den richtig alten Bauwerken, da hatte ich etwas von 1880 oder dergleichen in deiner Liste gesehen.

      Ich finde den Ansatz einen Hebel (Fremkapital) zu nutzen um schneller an das Ziel zu kommen nachvollziehbar, aber es wirkt ein wenig als redest du dir da auch die Risiken bewusst schön.

      Dann noch eine Frage, die einfachste Methode in Immobilien zu investieren ist bekanntermaßen 1. Lage 2. so klein wie möglich 3. Lage. Alternativ könnte man noch eine große Wohnung kaufen und sie mit Einzelzimmern an Studenten vermieten, usw. Das wären alles Strategien die nachvollziehbar sind. Bei deinem Blog konnte ich keinen klaren Investmentansatz finden nach welchem du Kriterien für die Wohnungen festlegst. Das kann schnell aus dem Ruder laufen, insbesondere da dein Ziel 50 Wohnungen sind. Das ist eine Milchmädchenrechnung, aber wenn man bedenkt wie viele 2 Zimmer Wohnungen man aus deinem MFH schnitzen könnte, dann wäre dein Ziel schon heute fast erreicht.
      Ich schätze meine Frage ist, wie legst du ein emotionsloses Regelwerk fest, an welchem du dich orientierst um nicht irgendwann im Stress und schlechten Phasen unterzugehen.
      (Da ich einige Immobilieninvestoren kenne, welche mehr als nur 3 Wohnungen besitzen weiß ich ganz genau was da auf einen zukommen kann. Bei einem insbesondere konnte man die enorme Menge an gewonnener Lebensfreude in seinem Gesicht ablesen, seit er nun mit diesem Jahr endlich sein letztes MFH verkauft hatte und sich somit nach knapp 40 Jahren Immobilieninvestition von diesem großen Klotz und seiner Negativbelastung im Leben trennen konnte. Das ist wirklich nicht zu unterschätzen, wenn mal etwas nicht so läuft wie es soll. Bei der zunehmenden Anzahl an Häusern bei dir steigt das Risiko ganz deutlich. Das solltest du bei deiner Zielsetzung der fiktiven Zahl 50 ganz stark beachten.)

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      • Ich frage mich da eher, was sind das für Buden? Kleine 30m² Wohnung für <150€ Miete? Größere für ~250€…. Wo ist das? Tief im Osten irgendwo auf dem Land? Zustand „Baracke“? Was für ein Clientel zieht da ein?
        Und dann direkt Mieter die einige Monate verspätet die Miete zahlen – na, das wird noch was werden.

        Ich sehe da noch einige große Probleme auf den Eigentümer zukommen.

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      • @Zinsenmann

        Na ja gut, ich kenne das persönlich von einer Verflossenen aus Leipzig, in der Stadt für 400€ warm bei 2 Zimmer und 42m². Und die Wohnung war wunderschön und top renoviert. Und das ist keine 2 Jahre her.

        Möglich ist das schon, aber ob das so zukunftsträchtig ist sehe ich genauso skeptisch wie du.
        Auch das MFH ist dann meiner Meinung nach doch sehr weit auf dem Land gelegen.
        Aber ist ja auch gewissermaßen klar, der Immobilienmarkt boomt seit einigen Jahren, dass hier noch echte gute Schnäppchen zu finden sind, ist alleine dadurch bereits unwahrscheinlicher, wenn auch nicht unmöglich. Da muss man dann halt ausweichen und bei der Lage eben Abstriche machen. Und gerade das ist meiner Meinung nach der größte Fehler. Lage Lage Lage. Nicht das bedürftige marode Gebäude, welches stetig an Wert verliert bringt die Rendite, sondern das Grundstück. Das wollen viele irgendwie nicht wahrhaben. Gerade deswegen empfehlen auch Immobilienkoryphäen möglichst kleine Objekte in guter bis sehr guter Lage zu erwerben, zu mal sich diese selbst in Notzeiten einfach unter den Mann bringen lassen.

        Außerdem, gegen 2025 gehen die Babyboomer in Rente, dann beginnt eine Phase in der langsam ein Immobilienüberschuss vorhanden sein wird. Das sind gerade mal 7 Jahre. Man müsste also am Höhepunkt aussteigen, das wären dann ab heute vielleicht 10 Jahre, spätestens dann muss die Nachfrage in irgendeiner Weise im Kollektiv abflachen.

        Die Ungewissheiten sind hier so enorm. Wird es genügend Ärzte auf dem Land geben, dann werden die Älteren auch gewillt sein aufs Land zu ziehen. Ist dies nicht der Fall strömen sie in die Städte. Wird die Digitalisierung siegen, dann fallen klassische Bürojobs weg und führen zu Home Office und mehr Bereitschaft auf Abruf, dann könnten auch wieder einige junge Leute aufs Land ziehen. Wer kann das schon mit Gewissheit sagen?

        Daher sind solche Spekulationen in diesen Summen ganz schön mutig und benötigen eben deswegen noch viel mehr einer klaren Investitionsstrategie und Maßstäbe. Ein Regelwerk muss her, sonst wird das nichts mit dem rechtzeitigen Ausstieg, wenn die Zahlen eine andere Sprache sprechen als die pure Lust auf finanzielle Freiheit.

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    • Hi Alexander, hast einen sehr transparenten Blog! Cool!
      An sich liest es sich so, dass du recht günstig eingekauft hast (zumindest im Vergleich zur erreichbaren Kaltmiete), aber ich bin tatsächlich erstaunt, dass so wenig Cashflow dabei rumkommt. Bei deinem jetzigen Gehalt könntest du ohne die Immobilien ja auch sehr viel sparen / an der Börse investieren. Bin mal gespannt, wie sich deine Immobilien entwickeln. Durch die Tilgung erhöht sich dein Vermögen ja trotz geringem Cashflow.

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    • Ich habe mir deine Seite auch mal angesehen.
      Du gehst ja enorme Risiken ein. Du hast relativ günstige Zinsen und tilgst trotzdem nur sehr wenig.

      Die meisten Darlehen haben bei dir nur eine Zinsbindung von 5 Jahren.
      Wie gehst du damit um, wenn neben den bereits beschriebenen potentiellen Schäden mal bei einzelnen Objekten 2-3 Monate die Miete ausbleibt?

      Oder wenn die Zinsen nachhaltig wieder steigen?
      In den USA liegt der 3M USD-LIBOR nach 2 Jahren Zinserhöhung schon wieder bei ca. 2,32.
      Das bedeutet Banken in den USA leihen sich untereinander für 3 Monate zu 2,32% Geld.

      Nun rechne dir mal aus, wie der Zins für 5-10 Jahre Zinsbindung aussieht und vor allem nachdem die Bank darauf noch ihre Marge für Risikokosten, Verwaltungskosten etc. und natürlich einen Ertrag eingerechnet hat.
      Da bleibt bei einigen von deinen Finanzierungen auf einmal kaum noch Luft zur Tilgung. Steigende Annuitäten kannst du bei dem geringen Cashflow auch kaum antizipieren.

      Ich drücke dir die Daumen, dass alles gut läuft, du solvente Mieter hast, keine Schäden auftreten und du die Mieten und damit deinen Cashflow weiter steigern kannst.

      Durch eine potentielle Zinswende und deine kurzen Zinsbindungen in Verbindung mit geringen Tilgungen hast du dir allerdings aus meiner Sicht ein sehr hohes Risiko für vergleichsweise wenig Ertrag eingespielt.

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  14. Pingback: Artikel über Trading und Investments 18.2.2018 | Pipsologie

  15. Hey Jenny,

    schöner Artikel. Ich denke auch, dass jeder seine Risikotoleranz selbst festlegen muss. Dabei jedoch wie du im letzten Absatz erwähnst trotz allem immer noch ein Notgroschen vorhanden sein sollte. Bei mir macht der Notgroschen in etwa 6 Monatsausgaben aus. Damit kann ich Reparaturen oder ähnliches gut abfedern ohne in die Verlegenheit zu kommen mein Depot anzutasten.

    Daneben baue ich aber keine großen Cash-Bestände auf, da ich selbst denke nicht einschätzen zu können ob sich das lohnt. Ich möchte lieber meinen Cashflow weiter erhöhen indem ich in ertragreiche Aktien investiere und die Dividenden einsammle.

    Liebe Grüße

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