Wie sich mein Bild von der Börse geändert hat

Seit gut einem Jahr bespare ich monatlich meine beiden ETF-Sparpläne und habe für 1000€ Arbeitgeberaktien in meinem Depot liegen. Wenn ich erzähle, dass ich über Finanzen  blogge, werde ich normalerweise kritisch angeschaut: „In was investiert man da so?“, „Ist das nicht ziemlich riskant?“, „Welche Gewinne hast du damit bisher gemacht?“ und muss dann erst mal weit ausholen. In diesem Artikel möchte ich erklären, wieso die Börse für mich früher ein rotes Tuch war und wieso sich das geändert hat.

Was macht man an der Börse überhaupt?

Bevor ich mich damit näher auseinandergesetzt habe, habe ich mir die Börse in etwa so vorgestellt:

Irgendwelche Männer im Anzug sitzen an der Wallstreet vor riesigen Bildschirmen, sehen Zahlen vor sich herflimmern und werfen wütend Blätter durch die Luft, wenn irgendeine Aktie fällt und schreien „Sofort verkaufen!!“ ins Telefon. Gleichzeitig merken irgendwelche – ohnehin schon reiche Menschen – das sich ihre Millionen so eben verdoppelt haben, indem sie Geld quasi aus dem nichts geschaffen haben. Während ein anderer sein ganzes Geld verloren hat und Suizidgedanken hegt.

Hinzukommen irgendwelche Storys aus der Verwandschaft und dem Bekanntenkreis, wie irgend ein Onkel oder eine Tante ihr Erspartes an der Börse verloren haben.

frankfurter-borse

Zahlen rattern über Bildschirme

Woher stammt das schlechte Bild von der Börse?

Wir Deutschen sind sehr leistungsorientiert. Wenn jemand im Schlaf Geld verdient, muss das kriminell sein. Denn nur hart erarbeitetes Geld, ist gutes Geld. Das Absurde: Gleichzeitig spielen viele Lotto oder andere Glücksspiele. Ein Spiel mit Gewinnchancen nahe 0, aber da das etwa mit wohlverdientem Glück und Schicksal zu tun hat, ist das wiederum vollkommen ok.

Was macht die Börse überhaupt?

Eine Börse ist nicht anderes als ein Markt. An diesem Markt werden bestimmte Waren vermittelt und aktuelle Preise für ein Produkt (z.B. Aktien, Anleihen, Gold, Rohöl, Währungen) festgestellt. Während in einem Supermarkt der Liter Cola  69 Cent in Laden 1 und gleichzeitig 99 cent in Laden 2 kostet, so wird an der Börse ein Preis für alle ermittelt. Der Preis wird so gewählt, dass möglichst viele Waren ihren Besitzer wechseln. Hier gibt es eine nette Erklärung zu der Preisermittlung.

Ein kleines Beispiel anhand einer Konzertkarte:

Alle Plätze sind bereits für 50€ je Ticket ausverkauft, du willst aber unbedingt mit einem Freund noch hin. Mit Glück findest du jemanden im Internet der sagt: „Habe an dem Tag keine Zeit und verkaufe meine beiden Tickets“. Nun wollen aber nicht nur du, sondern auch 20 andere diese beiden Tickets und der Verkäufer weiß nun: „Wenn ich 80€ verlange, werde ich das Ding auch noch los“. Letztlich hat die Konzertkarte am Ende einen ganz anderen Marktwert als zu Beginn, der auf jede erdenkliche Weise sich jederzeit noch ändern kann. Z.B. gibt es plötzlich eine Bombendrohung und keiner will mehr hin (deine Konzertkarte ist nahezu wertlos) oder bei dem angekündigten Konzert wird Freibier, ein berühmter Überraschungsgast und eine kostenlose CD mit dem neuen Album am Ende angekündigt und die Karte steigt dadurch rapide im Wert. Man kann also grob sagen „Aktuell wird die Karte für 100€ gehandelt“, weil das z.B. der letzte Verkaufspreis auf ebay ist.

Die Börse ist nun noch ein Dritter der sagt: Ich will, dass alle Karten zu jeden Zeitpunkt den gleichen Wert haben. 

Also ein wenig wie Tankstellen, die sich preislich absprechen. Die Preise dürfen also je nach Tageszeit schwanken, aber die Preise an sich sind überall gleich. Quasi eine erzwungene Preisabsprache.

Es ist nicht ganz vergleichbar, aber so in etwa stelle ich mir die Börse aktuell vor. Es gibt eine begrenzte Anzahl an Waren und ein stark variierendes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage und deswegen stark variierende Preise, die aber zum aktuellen Zeitpunkt für alle gleich sind.

Wie genau kann man an der Börse investieren?

Es gibt wie gesagt verschiedene Waren, die an der Börse gehandelt werden. Da es hier nur um ein grobes Verständnis geht, reduziere ich meine Erklärungen auf die für mich wichtigsten: Anleihen, Einzelaktien und Fonds.

Anleihe

Im Wort steckt es schon drin: Bei einer Anleihe wird Geld verliehen und zu seinem festen Zeitpunkt mit Zinsen wieder zurückgezahlt. Es handelt sich quasi um einen Kredit für einen festen Zeitraum (normalerweise mehrere Jahre). Die Anleihe ist quasi ein Schuldschein und kann während der Laufzeit an andere verkauft werden.

Aktie

Die bekannteste Unternehmensbeteiligung ist die Aktie. Unternehmen verkaufen Anteile ihres Unternehmens an Investoren und beteiligen diese an ihrem Gewinn. Manche kennen vielleicht die Serie „Die Höhle der Löwen“, wo Unternehmer um Kredite betteln und die Investoren dafür an ihrer Firma beteiligen. Bei kleinen Firmen reichen 1-2 Investoren. Ab einer gewissen Unternehmensgröße („Haste mal 5 Milliarden?“) braucht man die Masse. D.h. es wird der Wert des Unternehmens geschätzt, eine Anzahl an Aktien bestimmt und für einen gewissen Einstandskurs an Investoren verkauft. Z.B. werden 100 Millionen Aktien für 50€ verkauft (=5 Milliarden). Mit diesem Geld kann die Firma nun ihr Unwesen treiben. Im Gegenzug erhält der Investor einen kleinen Teil der Firma. Jede Aktie ist gleich viel wert. Je mehr Aktien man hat, desto mehr Anteile an der Firma hat man auch.

Fonds

Sein ganzes Erspartes in ein Unternehmen zu setzen, ist sehr riskant sein. Von heute auf morgen kann ein Unternehmen wertlos sein. Deswegen sollte man stets seine Beteiligungen weit streuen (grob 15-30 Unternehmen), damit Misserfolge eines einzelnen Unternehmens nicht die komplette Altersvorsorge zunichte machen. Wer nun aber jeden Monat investieren möchte und z.B. „nur“ 100€ jeden Monat zur Verfügung hat und sofort investieren möchte, der hat es schwer: Zum einen kann man nur ganze Aktien und keine Bruchstücke kaufen, zum anderen gibt es meist 5€ Gebühren (minimum) pro Kauf und vom Investierten bleibt nichts übrig. Um also für wenig Geld das Risiko breit zu streuen, kann man via Fonds in mehrere Unternehmen gleichzeitig investieren. Es gibt einen Zwischenhändler, der quasi dein Geld für dich streut. Mit deinen 100€ im Monat kannst du vielleicht keine ganze Aktie von 100 Unternehmen kaufen, aber wenn sich viele Investoren zusammen tun, dann kann man über Fonds mit mehreren zusammen Anteile an Unternehmen erlangen.

Bei Banken werden oft „aktiv gemanagte Fonds“ beworben, weil ein Zwischenvermittler für euch alles regelt und auch sein Geld dafür will. Mir sind die Gebühren für sowas zu hoch, weswegen ich mir meine Fonds selbst aussuche und die Käufe online selbst abwickle. Es gibt z.B. Fonds auf alle Unternehmen im DAX, Fonds auf die Unternehmen im Dow Jones…

Letztlich sind Fonds wie ein Obstkorb: Wenn ich Lust auf einen Obstsalat habe, aber nur Geld für einen Apfel, tue ich mich mit anderen Leuten zusammen, denen es ähnlich geht. Somit gibt jeder ein bisschen Geld dazu und jeder bekommt am Ende eine Schale Obstsalat. Dabei gibt es aber verschiedene Wünsche: Der eine verträgt keine Ananas, der andere isst gerne ganz viele Bananen. Deswegen finden sich viele verschiedene Gruppen auf der Welt, die sich einen Obstkorb zusammen stellen. Irgendwann wird daraus eine ganze Firma, die verschiedene Obstsalate anbietet und ein wenig Gebühren dafür verlangt.

Hier vergleicht der Finanzwesir die verschiedenen Fondsarten und ihre Gebühren.

Hier habe ich Vor- und Nachteile von ETFs vs. die Direktanlage über Einzelaktien verglichen.

Wie kann man an der Börse Geld verdienen.. oder verlieren?

Mit Anleihen habe ich mich – zugegeben – bisher recht wenig auseinander gesetzt. Anleihen gelten als risikoarm, wenn man an Institutionen mit guter Bonität verleiht, z.B. dem deutschen Staat. Anleihen mit hohem Zins sind meist mit entsprechendem Risiko verbunden (Geldverleih ans Taka-Tuka-Land).  Ich selbst bevorzuge für meine Geldreserven deswegen Tagesgeld und Festgeld, weil ich mich damit wohler fühle.

Aktien sind da für mich interessanter: Hat ein Unternehmen z.B. 200 Millionen Gewinn in einem Jahr, kann beschlossen werden „Die eine Hälfte wird an die Aktionäre ausgezahlt, die andere Hälfte wird in die Firma reinvestiert.“ Bei 100 Millionen Aktien würde also jeder 1€ sogenannte Dividende pro Aktie bekommen.  1€ Dividende auf 50€ pro Aktie entsprechen 2% Rendite (ähnlich Zinsen bei Sparkonten). Man wird durch die Ausschüttung/Dividende alleine nicht in in kurzer Zeit reich. Aber wenn ein Unternehmen seinen Gewinn in wenigen Jahren verhundertfachen kann, sind es plötzlich 100€ Dividende auf ursprünglich investierte 50€. Wenn dann auch noch jeder deine Aktie haben will, da diese so tolle Gewinne macht, bietet man dir plötzlich 5.000€ für deine Aktie. D.h. man kann durch Ausschüttungen/Dividenden Geld erlangen, aber auch vor allem mit Verkauf der Aktie bei Kurssteigerungen (Angebot und Nachfrage). Bei sehr hoher Nachfrage und hohem Aktienwert kann man Aktien auch teilen und somit die Anzahl der Aktien vermehren. (Der Konzert-Veranstalter beschließt, dass auf jedem Platz 2 Leute sitzen dürfen, wenn sie einander auf dem Schoß hocken).

Investiert man rechtzeitig in aufstrebende Unternehmen wie google, Apple oder damals Coca Cola kann man mit 50€-Einsatz Millionär werden. Investiert man hingegen in ein Unternehmen wie VW, was durch einen Abgasskandal an Wert verliert, ist das investierte Geld auch schnell weniger wert oder gar wertlos.

Was machen Unternehmen mit dem Geld?

Jedes Unternehmen braucht Kapital. Maschinen, Ausstattung, Personalkosten, Entwicklung. Viele Kosten fallen an, bevor entsprechende Produkte verkauft werden. Bevor man Autos bauen kann, wird schon Jahre vorher mit der Fahrzeugentwicklung und dem Bau der Produktionsanlage begonnen. „Euer Gehalt gibt es dann in 7 Jahren, wenn wir Fahrzeuge verkaufen!“ klingt nicht so cool. Also muss Geld schon vorher her. Viele Unternehmen haben Eigenkapital von Gewinnen vergangener Jahre angesammelt, was aber normalerweise alleine nicht ausreicht. Um schneller zu wachsen, besorgen sie sich Fremdkapital.

„Die Zinsen sind gerade so niedrig, wieso leiht man sich nicht Geld von der Bank?“

Wird auch gemacht, allerdings muss man Kredite auch irgendwann zurückzahlen. Beschafft sich eine Firma hingegen Geld durch Aktien, so ist der Tausch auf Dauer: „Hier habt ihr 1.000.000 Aktien à 100€, macht nach dem Kauf damit was ihr wollt.“ Eine Aktie kann quasi nicht mit „14-Tage-Geld zurück-Garantie“ wiedergegeben werden, sondern nur an jemand anderen weiterverkauft, ähnlich wie bei dem Beispiel mit der Konzertkarte. Während eine Bank einen festen Zinssatz für den Kredit bekommt, ist der Ertrag für einen Aktionär ungewiss. Eine Bank kann sagen: „Ich hätte nun gerne mein Geld wieder.“, ein Aktionär hingegen kann nicht sagen: „Ich hätte gerne meine 20€ pro Aktie zurück.“ Er muss seine Aktie an jemand anderen verkaufen, wenn er sie loswerden will. Verliert das Unternehmen an Wert, ist das Pech für den Anlager. Das Unternehmen muss diesen Verlust nicht ausgleichen, während eine Bank ihr Geld trotzdem noch wiederhaben will, selbst wenn sich der erhoffte Gewinn nicht einstellt.

Ist die Börse denn nun ein Teufelswerk?

Meine Beschreibungen sind sehr verallgemeinert und nicht 100% richtig. Ich hoffe jedoch, dass man sich als Neuling nun ein wenig ein Bild davon machen kann, was genau die Börse überhaupt ist/macht und warum es sie gibt. Wertpapiere zu haben (Aktien/ETFs) ist nichts Illegales, sondern eigentlich was ganz Normales für unsere Wirtschaft. Durch riskante Spekulationen kann man tatsächlich viel Geld in den Sand setzen oder von heute auf morgen Millionär werden. Aber das kann man auch, wenn man ein schlechtes Auto oder ein Haus mit feuchten Wänden kauft. Man spekuliert sein ganzes Leben (Partnerwahl, welche Hochschule, welche Arbeitgeber?), weswegen die Börse noch das überschaubarste Risiko ist.

Man kann nämlich ganz besonnen seine Investitionen streuen und das Risiko minimieren. Man braucht dann zwar ein paar Jahre länger, um sein Geld zu mehren, aber es ist immer noch besser als das Geld ohne Zinsen auf Girokonten und Sparbüchern versauern zu lassen. Für wenige Jahre lohnt sich investieren nicht (Kurse können auf kurze Dauer enorm schwanken=, auf 30 Jahre gesehen machen 0% Zinsen oder 5% durchschnittliche Rendite bei Wertpapieren jedoch einen riesigen Unterschied:

1,00^30 = 1,00 (Geld bleibt gleich viel Wert bzw. wird von der Inflation gefressen)
1,05^30  =4,32 (bei 5% Rendite vervierfacht sich zu Beginn investiertes Geld)

Letztlich investiere ich also an der Börse, weil es mathematisch auf Dauer absolut Sinn ergibt.

War die Erklärung soweit verständlich oder fehlt euch was? 

 

 

 

 

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40 Gedanken zu “Wie sich mein Bild von der Börse geändert hat

  1. Hi Jenny,

    eine insgesamt gelungene Beschreibung, wie ich finde. Deine Beispiele mit den Konzertkarten und dem Obstsalat finde wirklich super gewählt und gut beschrieben, ich glaube das versteht jeder Anfänger sofort. Ein paar Abschnitte, wie etwa den über die Dividende/Gewinne sind da schon etwas komplexer. Da glaube ich, dass es für Anfänger etwas mühsam wird durchzusteigen. Ich hätte Details wie zum Beispiel den Aktiensplit vermutlich eher weggelassen, weil sie für das grobe Verständnis nicht zwingend notwendig sind.
    Eine Stelle habe ich leider überhaupt nicht verstanden, nämlich diese hier:

    „Die Börse ist nun noch ein Dritter der sagt: Ich will, dass alle Karten zu jeden Zeitpunkt den gleichen Wert haben.
    Also ein wenig wie Tankstellen, die sich preislich absprechen. Die Preise dürfen also je nach Tageszeit schwanken, aber die Preise an sich sind überall gleich. Quasi eine erzwungene Preisabsprache.“

    An der Börse gibt es doch gerade keine Absprachen, der Preis entsteht nur aus Angebot und Nachfrage. Das finde ich etwas verwirrend. Meinst du damit die Tatsache, dass die Preise an unterschiedlichen Börsenplätzen (nahezu) gleich sind? Dieser Effekt entsteht ja durch Preisarbitrage und nicht durch Preisabsprachen.

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    • Das mit dem Aktiensplit habe ich aufgenommen, weil beim Lesertreffen mich jemand fragte: „Kann dann überhaupt jeder Aktien haben? Ist die Anzahl nicht begrenzt?“

      Bei dem Beispiel mit der Tankstelle ging es mir darum, dass Aktien an der Börse zum Betrachtungszeitpunkt alle den gleichen Wert haben. D.h. ich kann nicht zum gleichen Zeitpunkt 200 Aktien für 40€ kaufen und genau zum gleichen Zeitpunkt 100 für 60€. Denn entweder bekomme ich eben nur 200 Aktien oder gar keine (Je nach dem, ob ich nach dem alles oder nichts Prinzip kaufe). Bzw. soweit ich weiß, wird ja alle Sekunden der Kurs neu errechnet, d.h. meine Aufträge werden dann wenige Sekunden später nacheinander ausgeführt, wenn es sich um unterschiedliche Preise handelt.

      Weißt du was ich meine? Auf die Börsenunterschiede an sich wollte ich nicht mal eingehen. Eine Börse reicht schon. :D

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      • Hmm, ich glaube mit einem Aktiensplit ist die Frage deines Lesers auch noch nicht ganz beantwortet. In der Tat ist die Anzahl der Aktien ja begrenzt. Im Gesamtwert (dem Börsenwert der Firma) auf jede Fall, in der reinen Anzahl der Anteile zumindest solange wie die Firma keinen Split vornimmt. Tatsächlich kann also nicht jeder Aktien haben. Wenn ich Aktien kaufen möchte, dann sind ja erstmal keine da, denn alle Aktien liegen ja bereits irgendwo bei irgendeinem Besitzer. Ich muss also jemanden finden, der mir einen Anteil verkauft. Findet sich niemand, dann steigt der Preis so lange, bis entweder jemand zum Verkauf bereit ist, oder ich nicht mehr bereit bin, zum neuen, höheren Preis zu kaufen.

        Ich glaube, die Unterschiede zwischen deinem Konzertkarten-Beispiel und der Aktienbörse sind in Wahrheit kleiner, als du annimmst. Der Unterschied besteht nur darin, dass die Börse deutlich liquider und transparenter ist. Dadurch entsteht der Eindruck, die Preise an einer Börse wären zu jedem Zeitpunkt genau gleich. Ich vermute, das sind sie in Wahrheit gar nicht, aber durch sekundenschnellen Computerhandel und Arbitrage entsteht der Eindruck es wäre so. Ich kann mir gut vorstellen, dass zum Beispiel an frühen Börsen (um 1850 oder so ähnlich) selbst am gleichen Börsenplatz an unterschiedlichen Handelstischen Papiere zu leicht unterschiedlichen Preisen gehandelt wurden, da die Preisinformationen sich auch innerhalb einer Börse nicht so schnell verbreiteten konnten wie heute, bzw. die Arbitrage war mangels Computer noch nicht so leicht und in „Echtzeit“ möglich. Wäre der Konzertkarten-Schwarzmarkt genauso liquide und transparent wie die moderne Börse, dann wäre der Ticketpreis wahrscheinlich nach außen hin auch „zu jedem Zeitpunkt gleich“.

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      • Mir geht es auch darum, dass ein Kauf nicht automatisch zustande kommt, wenn einer sagt „Ich verkaufe meine Aktie für 80€“ und jemand anderes sagt „Ich bin bereit, 80€ zu zahlen“. Dadurch, dass es ja in dem Sinne anonymer Handel ist, bleibt der 80€-Verkäufer ggf. auf seiner Aktie sitzen, wenn jemand seine Aktie billiger verkauft. Denn bei einer Konzertkarte muss man gezielt einen Partner finden (und ggf. verhandeln), während bei der Börse alles in einen Pott geworfen wird und die Partner so gematcht werden, dass möglichst viele Wertpapiere den Besitzer wechseln.

        Mit dem Aktiensplit hast du schon recht.. Was ich mir da denke: Eigentlich ist es einer Firma ab Verkauf der Aktie egal, was damit passiert oder? Denn eine Firma verdient ja nicht daran, dass eine Aktie oft verkauft wird oder im Wert steigt. Sie bekommt ihr Geld einmal am Anfang zum Börsengang und das wars dann eigentlich.

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      • Eigentlich könnte der Firma das meiner Meinung nach tatsächlich egal sein. Uneigentlich können die Aktionäre (mit-) entscheiden, was der Firma wichtig ist. Und den Aktionären ist der Kurs/… in der Regel nicht egal.

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  2. Hallo Jenny,

    das ist ein sehr schöner Beitrag ! Insbesondere die anschaulichen Beispiele finde ich klasse. Das verstehen sicher auch Leute, die gerade erst anfangen, sich mit der Börse auseinanderzusetzen.

    Liebe Grüße
    Birgit

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  3. Hmm – gelungen. Es fehlt vielleicht das – deutlich komplexere – Kapitel in dem die Realität etwas deutlicher beschrieben wird. Die Millisekunden-Trader, welcher derzeit Preise m.M. nach schon manipulieren. Als Privatanleger zu glauben, dass man den „besten“ Preis bekommt ist leider nicht 100% korrekt. Insofern möchte ich dem Oliver schon etwas widersprechen – die Börse ist beileibe nicht so transparent, wie immer angenommen wird. Da läuft extrem viel innerhalb von lediglich 1 Sekunde.
    Möchte das Ganze nun aber nicht vertiefen – da es für einen Anfänger zunächst ja darum gehen sollte, dass Prinzip „Aktien“ und Börse zu verstehen. Und dies ist Dir ganz gut gelungen.

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    • Gerade aufgrund des computerisierten Handels ist der Aktienmarkt deutlich transparenter als viele andere Märkte.
      „Transparent“ hat hier nicht die landläufige Bedeutung von „leicht zu durchschauen“, sondern ist im Sinne von „Informationstransparenz“ gemeint, also dass alle für die Preisbildung relevanten Informationen allen Marktteilnehmern sehr schnell und einfach zugänglich sind. (Bekannte) Ineffizienzen werden von Computern sehr viel schneller wegarbitragiert als das menschlichen Händlern möglich wäre.
      Für Buy-and-Hold-Privatanleger ist das genaue Geschehen an der Börse aber ohnehin nicht von allzugroßer Bedeutung. Ich kaufe meine Aktien und ETFs regelmäßig, über einen langen Zeitraum hinweg und halte meine Anteile über viele Jahrzehnte. Was da nun innerhalb einer Mikrosekunde passiert oder nicht passiert, hat für so einen langen Zeitraum nicht die größte Relevanz. Dass Preismanipulationen hin und wieder vorkommen (z.B. bei Rohstoffpreisen oder durch Insiderhandel) will ich nicht bestreiten, aber ich halte sie nicht für einen wesentlichen Bestandteil des Börsengeschehens.

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    • Die Frage ist: Will man alles wissen, was im Hintergrund abläuft? Man könnte mehrere Bücher über die Börse schreiben. Mir geht es erst mal darum, dass die Leute Aktien und Co. nicht als Teufelswerk sehen, sondern als normaler Bestandteil der Wirtschaft. Vor allem will ich auf Dauer vermitteln: Wenn eine betriebliche Altersvorsorge damit wirbt, das Geld in Fonds anzulegen: Das kann man als Normalsterblicher auch selbst machen.

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  4. > Anleihen sind quasi ein schlecht verzinstes Festgeld, weswegen diese immer mehr an Bedeutung verlieren.

    Das würde ich so nicht stehen lassen. Bei Festgeld überlasst man seiner Bank für einen fixen Zeitraum einen bestimmten Eurobetrag, welche dafür einen festen Zinssatz bezahlt. Das Risiko dieser Anlage ist praktisch 0, sofern das Festgeld bei einer großen deutschen Bank liegt und unter die Einlagensicherung fällt. Dafür bewegen sich die Zinsen dafür auch im Promillebereich.

    Bei einer Anleihe hingegen leiht man einer Firma ebenfalls für einen festen Zeitraum Geld, welches nach N Jahren wieder zurückbezahlt wird. Die Zinsen werden meist jährlich oder teilweise auch Quartalsweise bezahlt. Der Zinssatz hängt vom Rating der Firma ab: Große Firmen wie Bayer können aktuell ebenfalls sehr geringe Coupons im Promillebereich bieten, bei Firmen wie ThyssenKrupp oder auch Mittelstandsanleihen ist der Zins aber deutlich höher. Bei einer Insolvenz der Firma besteht aber das Risiko, dass die Anleihe nicht mehr getilgt wird, d.h. die Investitionssumme ist weg.

    Ich halte Anleihen von Firmen und Staaten für eine sinnvolle Beimischung für jedes Depot. Eine hochverzinste Anleihe kann dabei für einen geringen Anteil ein Extraplus an Rendite bringen, natürlich unter Berücksichtigung des Risikos.

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    • Ganz ehrlich, der Satz hat mich im kompletten Artikel auch am meisten irritiert. Beides, Anleihen und Festgeld, wird von mir auch immer in einem Schwung als Teil des schwankungsärmeren Teil eines Portfolios genannt. Dabei beziehe ich mich allerdings immer auf Festgeld mit Einlagensicherung (also nicht irgend so ein Malta-Festgeld) und Staatsanleihen (vorzugsweise mit exzellentem Rating).
      Im Grund funktionieren beide aber total unterschiedlich, insbesondere in Bezug auf die Liquidität: * Festgeld ist fix. Nach der vereinbarten Zeit kommt man wieder an die Kohle und erhält zwischendurch vorher festgelegte Zinszahlungen, die je nach Anbieter entweder mit verzinst oder ausgeschüttet werden.
      * Anleihen kann man zwar auch bei offiziellen Ausgabetag (z.B. vom Bund, Land, Kommunen, Unternehmen,..) erwerben und dann bis zur Endfälligkeit halten. Daneben ist es aber ebenso möglich (und ziemlich verbreitet), die Anleihen über die Börse zu dem dann entsprechenden Kurs zu kaufen und zu verkaufen. Dadurch kann es neben den Zinszahlungen zu Kursgewinnen oder auch -verlusten kommen. Die Kursgewinne in der jüngsten Vergangenheit waren insbesondere durch die absinkenden Zinssätze hervorgerufen, da dadurch alte Anleihen an Wert gewonnen haben. Sollten die Zinsen irgendwann wieder steigen, kehrt sich das Spiel um und die Kurse sinken wieder. Daher halte ich Anleihen im aktuellen Marktumfeld auch für weniger lukrativ. Das kann sich aber in den nächsten 30 Jahren immer mal wieder in die eine oder andere Richtung ändern. Die „verlorene Bedeutung“ kann auch schnell wieder auftauchen.

      Da ich eher der Fraktion angehöre, die eine klare Trennung zwischen schwankungsarmem Anteil (aka „sicher“) und schwankungsreicherem Anteil (aka „unsicher“) bevorzugt und damit ein bestimmtes Verhältnis zwischen diesen beiden einstellen will, kommen für mich Unternehmensanlehen oder gar Schrottanleihen (aka Junk Bonds, High Yield Bonds, (=hochverzinsliche Anleihen)) überhaupt nicht in Frage. Da muss man bei Anleihen nämlich auch sehr aufpassen – die Ausfallwahrscheinlichkeit der Anleihen kann doch sehr unterschiedlich sein.

      Wenn ich Rendite will, nehme ich Aktien, wenn ich Sicherheit will, dann „sichere“ Anleihen. Bzw. im Moment gar keine Anleihen, sondern Festgeld :-).

      Liebe Grüße
      Dummerchen

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      • Also irritiert dich vor allem die Gleichsetzung Anleihen = schlechtes Festgeld?

        Wäre es dann besser, Anleihen mit einem Schuldschein zu vergleichen? Also Anleihen sind ein Schuldschein, den man jederzeit an andere verhökern kann. Nur risikorreiche Anleihen bringen viele Zinsen (z.B. Staatsanleihen von Griechenland), aber auch eben das Risiko das Geld bei einer Pleite nicht wieder zu bekommen. Aktuell bringen sichere Anleihen (Staatsanleihen z.B. von Deutschland) so wenig Zinsen, dass man für den risikoarmen Teil des Depots auch Tagesgeld nehmen kann.

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  5. Schöne anschauliche Beschreibung!

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich viele Leute schwer damit tun, eine Aktie als Unternehmensanteil zu sehen. Sie verstehen darunter eher ein rein virtueller Wettschein, der gar keinen Bezug zur Realität hat und beliebig im Wert schwankt. Dabei ist es eben doch ein echter Unternehmensanteil.

    Nur schwankt die Unternehmensbewertung eben täglich recht stark. Das liegt vor allem daran, dass eine Menge verschiedener Käufer und Verkäufer aufeinander treffen. Da gibt es die kurzfristigen Zocker, die die Aktie wirklich als Wettschein missbrauchen, die mittelfristig (1-2 Jahre) orientierten Anleger (z.B. Fondsmanager) und eben die Anleger, die einmal kaufen und erst in vielen Jahren überhaupt ans Verkaufen denken (wenn überhaupt). Und dann gibt es noch die Unternehmen selbst, die unter Umständen Aktien selbst zurück kaufen und vom Markt nehmen.

    Was man auch bedenken soll: Die Preisschwankungen werden nur von einer kleinen Minderheit der Aktionäre bestimmt. Ein Großteil der Anteile werden in der Regel nämlich gar nicht gehandelt. Viele Großaktionäre sind eher langfristig orientiert und bleiben lange dabei (siehe z.B. die Familie Quandt bei BMW, Warren Buffet bei Coca Cola oder Mark Zuckerberg bei Facebook).

    Auch wenn die Kursschwankungen recht stark sind, folgen sie langfristig doch in einem gewissen Band immer der Unternehmensentwicklung. Ein Unternehmen mit stetig steigenden Gewinnen wird langfristig auch Kursgewinne verzeichnen (es sei denn, es war vorher völlig überbewertet).

    Was das Risiko angeht, halte ich mir immer vor Augen: Möchte ich mein ganzes finanzielles Schicksal an ein einziges Unternehmen (meinen Arbeitgeber) binden oder möchte ich das Risiko auf viele Unternehmen verteilen?

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    • Ich will darüber noch einen extra Artikel schreiben, dass Menschen eigentlich die ganze Zeit spekulieren: „Soll ich den Urlaub jetzt schon buchen oder wird es vielleicht noch billiger?“, „Behalte ich meinen sicheren Arbeitsplatz bei meinem jetzigen Arbeitgeber oder riskiere ich für bessere Karrierechancen einen Wechsel mit Probezeit?“, „Kaufe ich nun die neue Spielekonsole mit Vorbestellung oder ist es vielleicht in 6 Wochen billiger?“, „Mache ich billig in der Türkei-Urlaub oder lass ich es lieber?“, „Haus im Hochwassergebiet oder weiter zur Miete wohnen?“, „Jetzt mit Rauchen aufhören oder lieber richtig in Saus, Braus und Lastern leben?“, „In luftigen Höhen klettern oder auf den Adrenalinkick verzichten?“

      Wir pokern die ganze Zeit (mit unserem Leben oder gar unserer Gesundheit) und machen uns in die Hose, wenn es es um Geld geht.

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  6. Vielleicht noch ein kleiner Hinweis. Mittlerweile kann man bei einigen Banken auch regelmäßig mit kleinen Summen auf Aktien sparen. Es werden dann entsprechend Bruchteile von Aktien erworben. Die Gebühren sind auch einigermaßen im Rahmen (z.B. bei der Diba 1,75%). Ist für mich eine interessante Alternative zu Fonds und ETFS.

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    • Danke für den Hinweis! In der Tat sehr interessant. Angesichts des vielen Kleingedruckten bei ETFs, das ich nicht verstehe, bleibt bei mir noch immer ein Misstrauen. So würde man zumindest den Einkaufszeitpunkt streuen. Nach meinem Eindruck ist aber leider Streuung über die Titel auf lange Sicht das Wichtigste. Mich würden deswegen mal Untersuchungen der folgenden Art interessieren: Wenn ich vor 10, 15 oder 20 Jahren die ersten 10, 20, 30, 40, … Aktien (nach Wertanteil geordnet) des MSCI World Index gekauft und gehalten hätte, wie viel wäre ich dann von der Indexentwicklung weg? Also…wie stark schwankt die Differenz zum Index in Abhängigkeit der Parameter oben. Wenn jemand etwas Gutes in dieser Richtung kennt: Her mit den Links :-)

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  7. Letztendlich zeigt dein Artikel, dass Du dich mit den Finanzmöglichkeiten auseinandergesetzt hast. Auf die einzelnen Ungereimtheiten wurde schon eingegangen. Anleihen sind momentan ziemlich tot, das kann sich in Zukunft wieder ändern. Mit dem neuen US-Präsidenten kann das sogar schneller kommen, als manche das für möglich halten.

    Aktien sind gerade deswegen spannend, weil das gesamte Zinsumfeld sehr niedrig ist. Das ist immer wesentlich besser als Hochzinsphasen, wie wir sie in den 80ern z.B. gesehen haben. Eine alte Regel besagt, wenn die Zinsen steigen, tun sich die Börsen eher schwer und umgekehrt. Trotzdem muß es nicht immer so sein, Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Ich befürchte fast, dass Du mit dem Artikel gerade die nicht erreichen wirst, die Du gerne erreichen möchtest. Viele, die an der Börse nicht investieren, mögen keine Aktien oder sind schlicht uninteressiert. Das ist der größte Teil der Gesellschaft in Deutschland. Ich habe auch kein Rezept, wie man diese aktivieren könnte. Man muß sich damit wohl abfinden.

    Das hat wenig mit einem selber zu tun. wenn man sich damit auseinandergesetzt und festgestellt hat, dass das Thema Finanzen im gesamten gar nicht so schwer ist, dann wird man auf die diversen Bank- und Versicherungsvertreter verzichten können. Momentan bist Du noch nicht lange dabei, aber der erste Grundstein ist gelegt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du über kurz oder lang auch andere Dinge ausprobieren wirst wie z.B. Aktien oder REITs. Warum auch nicht? Du hast eine lange Ansparphase vor dir und z.B. sind Wachstumsaktien hier und da als Beimischung keine schlechte Idee. Wenn ich mir z.B. Tim Schäfer mit seinen Netflix-Aktien anschaue, dann ist sicher auch ein bisschen Glück dabei, aber der Ertrag ist das, was es später ausmachen kann. Gerade mit solchen Sachen sammelt man Erfahrungen und die sind wertvoller als jede Weisheit aus einem sich repetitierenden Buch. Die meisten schreiben ziemlich das gleiche und wenn man den Grundstock an Wissen hat, dann sind sie nicht mehr sonderlich nützlich. Das Geschehen, wo man investiert, wird man sich immer selber erschliessen müssen.

    Das heißt, der nächste Schritt ist, nicht herauszufinden, was eine Aktie ist (weißt Du sowieso). Sondern sich die einzelnen Unternehmen mal anzuschauen, was sie verkaufen, welche Geschäftsmodelle sie haben und einschätzen, wie sie sich weiter entwickeln können. Gerne auch persönliche Erfahrungen einfliessen lassen wie z.B. wie finde ich die Produkte persönlich und was ist mir beim Einkauf aufgefallen. Ich gehe inzwischen immer durch die Städte und schaue, was es so gibt und wie es auf mich als Konsumenten wirkt. Das, was ich gerne mag, ist sehr häufig erfolgreich, weil andere es auch gerne mögen. Wenn es z.B. Augustiner-Aktien gäbe oder FC Bayern Aktien, würde ich die sofort kaufen. Das erste ist leider eine Stiftung und das zweite ein Verein. Aber es gibt viele andere Sachen, die von einer AG vertrieben werden. Letztendlich hat sich immer bewährt, in eine erfolgreiche Firma zu investieren, wobei man schon auf die Bewertungen schauen sollte. Das heißt, mit offenen Augen durchs Leben gehen.

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    • Mit den offenen Augen durchs Leben zu gehen, kann ich nur unterschreiben. Meine Zielgruppe mit dem Artikel ist meine Familie und mein Freundeskreis oder auch andere Kritiker. Ich will nicht mal sagen, dass Wertpapiere das einzig Wahre sind. Ich will stattdessen, dass andere die Angst vor dem Unbekannten verlieren. Hätten mir meine Eltern vor 20 Jahren nicht ein Sparbuch, sondern ein Depot eröffnet, wäre Investieren für mich das Normalste der Welt. Stattdessen kämpfe ich nun noch selbst mit dem Misstrauen, obwohl mich meine Depotschwankungen bisher kein Stück jucken (ich erinnere mich nicht mal an meine Maxima). Am Ende entscheidet der letzte Depotstand wer gewonnen hat. Aktien will ich auf jeden Fall noch mit dazuholen.

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  8. An der Stelle muss ivch mich outen. Sozusagen als Opfer. EIn Mitglied meiner kleinen Familie schaut regelmäßig „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Nein, nicht ich.
    Auf jeden Fall gibt es dort aktuell einen Handlungsstrang, der sich mit Wertpapiere/Anlagen beschäftigt. Wie das Thema Wertpapiere dort einem breiten Publikum dargestellt wird, spricht leider für sich. Hohe Renditen werden versprochen, reich werden über Nacht, Kapital verdoppeln.
    So wird es schwierig den Menschen klar zu machen, dass die Börse für langfristige Anlagen hervorragende Möglichkeiten bietet. Es bleibt aber zu befürchten, dass auch aktiengebundene, private Versorge im neuen Rentenpaket der Bundesregierung keine Rolle spielt. Hier könnte man von den Amis mal was lernen…

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    • Ja, so einseitige Darstellungen sind nicht grade förderlich. Ich hatte einen Mitbewohner im Wohnheim, der angeblich für kurze Zeit Millionär war (PennyStocks oder so schätze ich), aber auf einen Schlag lauter wertlose Papiere in der Hand hielt. Er hatte lauter maßgeschneiderte Anzüge und wohnte ich der gleichen Absteige wie ich.. (War ein dubioser Typ)

      Ich habe 2 ältere Familienmitglieder die mit Fonds schlechte Erfahrung gemacht haben. Eine ältere Dame, die ein Großteil ihres Ersparten somit verloren hat und mein Opa, der nach vielen vielen Jahren alles verkauft hat (als sich die Werte wieder erholt hatten) und so zumindest auf 0 kam. Mein Vater hat sich selbst auch immer eher spöttisch gegenüber der Börse geäußert. Aber ich mach jetzt einfach mein Ding und meine Familie nimmt das, glaube ich, nun relativ ernst.

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      • Eine „Fonds-Story“ gibt es auch in meiner Familie. Die älteren Bekannten und Verwandten sprechen eher von negativen Erfahrungen mit Aktien. Der Klassiker heißt Telekom. Aber auch Aktien ehemaliger Arbeitgeber sind häufig darunter, z.B. RWE. Das kommt eben von fehlender Diversifikation. Außerdem bin ich kein Freund von Aktien meines Arbeitgebers – auch wenn unsere Generation nicht unbedingt ein Leben lang beim gleichen AG beschäftigt ist…

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  9. Am Meisten freut mich, dass du durch deinen Artikel zeigst, dass du etwas gelernt und keine Angst mehr vor dem Teufelszeug hast. Mit den Jahren gewinnt man Erfahrung, aber die Grundlagen sind doch recht einfach und bleiben gleich. Das ist seit 400 Jahren so und wird vermutlich die nächsten 400 Jahre bleiben. Ich finde, das Schwierigste ist, in diesem Dschungel seinen eigenen Weg zu finden.

    LG Alexander

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    • Ich bin selbst erstaunt, wie ich mich immer mehr mit dem „Teufelszeug“ angefreundet habe. Anfangs dachte ich mir ja noch „1,X% Zinsen aufs Tagesgeldkonto sind eigentlich gar nicht soo schlecht..“, aber da selbst gut verzinste Konten immer mehr gegen 0 tendieren, überlege ich sogar, mein Erspartes ein wenig umzuschichten.

      Ich werde nun nicht zum „Investiert in Aktien/ETFs!!“-Propheten, aber ich nehme immer die „Ich kann dir gerne erklären, was ich so mache“-Position ein.

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  10. Hallo Jenny!

    Ich bin stolz auf dich!
    Wenn man erst einmal verstanden hat, wie ein Kurs zustande kommt (nämlich, dass dies nur aus Angebot und Nachfrage besteht) gibt es keinen Grund mehr sich vor der Börse zu fürchten.
    Verkaufe ich meine Anteile eben nicht, solange sie weniger wert sind als mein Einstandskurs.
    Viele denken immer wieder an Spekulation und dass die Börse nur ein Glückspiel ist.
    Die Börse ist alles andere, aber kein Glücksspiel. Richtig angewandt kann hier wirklich jeder reich werden, wenn man etwas Zeit mitbringt.

    Schöne Zusammenfassung!
    mfG Chri

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  11. Wer sich in das Thema einlesen möchte, sollte unbedingt „Jeremy Siegel, Aktien für die Ewigkeit“ lesen. Dort ist schön erklärt, weshalb Aktien durch alle Krisen hindurch eine kontinuierlich gute Rendite liefern.

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  12. Hi Jenny,

    deine Anleihe-Beschreibung hat einen kleinen Rechtschreibfehler (Geld verlieren statt Geld verliehen), der allerdings irgendwie in einigen Fällen doch kein Fehler ist (siehe z.B. KTG Agrar) :-)

    Ansonsten ist der Artikel OK (einige schöne Beispiele) und kann Anfängern sicherlich ein wenig weiterhelfen. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass du zu viel an Informationen in einen Artikel unterbringen wolltest.

    Z.B. ist es fragwürdig, eine Anleihe im Allgemeinen als ’schlecht verzinstes Festgeld‘ zu beschreiben und dass sie an Bedeutung verlieren, ist schlichtweg falsch (siehe Staatsanleihen). Anleihen werden in vielen Fällen auch mit einem in Prozent angegebenen Kurs an der Börse gehandelt und man kann über Kursschwankungen bei Anleihen auch richtig gutes Geld verdienen – unabhängig von den gezahlten Zinsen. Als großen Nachteil sehe ich, dass Anleihebedingungen oft in sehr komplexen Beschreibungen (oft 100 Seite und mehr) untergebracht sind und somit für ‚Otto-Normal-Verbraucher‘ schwer nachvollziehbar.

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  13. Interessanter Artikel eines Börsen-Newbies!

    Immerhin wagst du auch den Schritt und handelst, anstatt nur darüber zu lamentieren wie toll oder wie gefährlich Aktieninvestments sind. Viele (auch im Internet) labern leider nur und wenn man sie nach tatsächlich gekauften Aktien fragt herrscht gähnende Leere.

    Wie du geschrieben hast, ist absolut nichts Anrüchiges an der Börse. Das ist eine Wirklichkeit, die nur in den Köpfen manch verblendeter Individuen herrscht. Sollen diese doch weiterhin dem Tagesgeld oder dem Geld unter der Matratze die Treue halten. Die Mathematik wird den Investierenden stets Recht geben. Neutral, objektiv und unbestechlich.

    Von daher weiterhin viel Erfolg für deine Investments an der Börse!

    Gruß

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    • Danke! :) Oft stolpere ich bei Blogs darüber, wie Leute über ihre „schlimmsten Anlagefehler“ berichten und darauf fast schon stolz sind. Ich selbst habe mir vorgenommen, nicht zu aggressiv Risiken einzugehen und dabei Verluste zu machen. So langsam merke ich aber, dass es verschiedene Arten von Fehlern gibt:
      Die, die man hätte verhindern können und die, die man nicht vorhersehen konnte.

      Und ein paar „Fehler“ im Leben darf und muss man machen, aber man sollte nicht unbedingt 10 Jahre Erspartes beim Roulette auf grün setzen. ;)

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  14. Zym Thema ‚Teufelszeug‘: Die DAX-Unternehmen sind mehrheitlich in den Händen ausländischer Investoren, meist aus USA. Deutsche bevorzugen Sparbuch und Tagegeld wo man zu Null Zinsen noch das Pleiterisiko der Bank hat. Und dann beschweren sich die deutschen Sparer, dass in Zeiten wenn die Wirtschaft brummt, die Unternehmen massiv Gewinnerhöht einfahren, sie als Arbeitnehmer aber mit geringen Lohnerhöhungen am Boom nicht teilhaben. Ja, Unternehmer müsste man sein! Geht aber nicht, wenn man das zugehörige Risiko scheut, und nicht in Aktien investiert. Dann kaufen halt amerikanische Arbeitnehmer die deutschen Unternehmen für Ihre Altersversorgung, während ihre deutschen Pendants darauf hoffen, dass ihre Kinder und Enkel mal für Ihre Rente aufkommen.
    So kam es auch, dass die deutsche Wirtschaft vor der Europäischen extrem vom Euro und denmehr Boom in den Südländernicht profitiert hat, die deutsche Bevölkerung davon aber wenig abbekommen hat, weil gleichzeitig Lohnzurückhaltung angesagt war und Deutschland am Ende noch alle möglichen Risiken auf sich genommen hat, um den Zusammenbruch im Süden abzuwenden/aufzuschieben, während die Gewinne der deutschen Unternehmen an die ausländischen Investitionen gegangen sind. Aber klar, Aktien sind weiterhin Teufelszeug. Na dann gute Nacht!

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  15. Schöner Beitrag.
    Zum Thema warum die Börse einen schlechten Ruf in Deutschland hat, kann ich nur folgendes sagen. Schuld sind die Bänker und Finanzberater die in den 90ern dem kleinen Mann das Geld mit hoch riskanten Anlagen aus der Tasche gezogen haben.
    Da muss sich niemand wundern.
    Es mag auch ehrliche Finanzberater geben, das möchte ich hier sicherlich nicht ausschließen.
    Aber die dürfen sich heute bei ihren Kollegen bedanken dass du Ruf so in Mitleidenschaft gezogen wurde und die Privatleute nicht gewollt sind ihr Geld an der Börse anzulegen.

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  16. hi,

    schoener Artikel … selbst habe ich auch einige Artikel zu diesem Thema geschrieben … diese gehen ein wenig mehr in die tiefe … vielleicht hat das fuer den ein oder anderen hier Relevanz …

    Anleihen Definition:

    „Eine Anleihe, auch Bond genannt, entsteht, wenn ein Schuldner am Kapitalmarkt Fremdkapital in größeren Umfang aufnimmt. Hierbei werden die Gläubigeransprüche verbrieft und sind damit handelbar. Die Ausgabe einer Anleihe wird Emission genannt und der Schuldner Emittent. …“

    https://zero2one-inside-hps.com/2016/04/08/anlei-hae/

    wer wissen will wie man den fairen wert einer anleihe berechnet, das findet ihr hier

    https://zero2one-inside-hps.com/2016/04/09/anlei-hae-in-der-tiefe/

    Aktien:

    „Bei einer Aktie handelt es sich um ein Wertpapier, dass einen bestimmten Anteil an einer Gesellschaft verbrieft. Damit ist der Besitzer einer Aktie sogleich Miteigentümer der jeweiligen Aktien Gesellschaft. Die Ausgabe von Aktien nennt sich Aktienemission, die Unternehmung, die die Aktien emittiert nennt man Emittent.
    Der Emittent begibt Aktien aus folgenden Gründen: Bei der Neugründung einer AG, der Wandlung einer Gesellschaft in die Rechtsform einer AG, einer Kapitalerhöhung oder bei einem Aktiensplit. In aller Regel erfolgt die Platzierung von Aktien mithilfe einer Investmentbank. …“

    https://zero2one-inside-hps.com/2016/04/12/aktie-baeh/

    Financial Futures and Options:

    „Futures und Optionen
    Die vorherigen Artikel befassten sich mit Anleihen und Aktien. Diese beiden Instrumente der Geldanlage werden auf dem Kassamarkt gehandelt. Neben dem Kassamarkt gibt es den Terminmarkt. An den Terminmärkten werden Derivate gehandelt. Derivate sind Kontrakte, die aus ihren zugrunde liegenden Kassamarkt Instrumenten abgeleitet werden. Die zugrunde liegenden Basiswerte werden auch Underlying (UL) genannt. Derivate werden in unbedingte und bedingte Termingeschäfte unterteilt. …“

    https://zero2one-inside-hps.com/2016/04/14/financial-f-gedoens/

    Thema ETF´s / ETN´s … aufpassen, hier liegen Stolpersteine … ich nutze sie selbst, doch so wie sie eigentlich gedacht waren, schnelle übergewichtung von Aktien aus einer Region oder Branche im Portfolio durch einen standartisierten basket, kurz und mittelfristig sind diese Engagements … zu meiden sind exotische und oder nicht liquide maerkte wie z.B. Unternehmensanleihen (high yield, non investment grade) zur Vertiefung / Verdeutlichung der Risiken in diesem Bereich

    https://zero2one-inside-hps.com/2015/01/28/etfs-die-dunkle-seite-der-macht/
    https://zero2one-inside-hps.com/2015/08/26/black-swan-meets-etfs/
    https://zero2one-inside-hps.com/2015/12/12/wo-bitte-ist-der-notausgang/
    https://zero2one-inside-hps.com/2016/01/22/exchange-traded-notes/

    ich hoffe es hilft beim zurecht finden an den kapitalmaerkten

    mfg

    ORBP

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