Überall nur Sonderangebote

Heutzutage bekommt man viele Dinge sehr günstig oder gar kostenlos. Gefühlt sind 20% der angebotenen Produkte Sonderangebote oder „Stark reduziert!!“. Man nutzt Vergleichsportale und bekommt Pakete aus der ganzen Welt. Zuerst widme ich mich der Fragestellung „Wo führt dieser Trend hin?“, um anschließend ein paar Webseiten zu empfehlen. (Die Empfehlungen spiegeln nur mein Nutzungsverhalten wieder und ich mache keine offizielle Werbung.)

Was Auswirkung hat dieser Trend?
Das Internet und Discounter machen es kleinen Geschäften sehr schwer. Jeder mit einem internetfähigen Gerät kann relativ schnell Preise vergleichen und „Schnäppchen“ ausfindig machen. Günstige Flüge nach New York für 350€, 55 Zoll Fernseher für 600€, eine Fahrradklingel aus China für 2,59€ inklusive Versand.

Für kleinere Betriebe ist es schwer, bei gängigen Produkten konkurrenzfähige Preise anzubieten. Wer mal durch die Innenstädte schlendert, sieht, dass immer mehr kleine Geschäfte dicht machen. Selbst viele Ketten haben es schwer, amazon und Co. die Stirn zu bieten. Ich sehe diesen Trend zwiegespalten: Einerseits gehen Arbeitsplätze verloren. Betriebe, die viele Jahre gute Arbeit geleistet haben, müssen schließen. Leute gehen zum Fachhändler ihres Vertrauens, um sich die Dinge live anzuschauen, die sie anschließend billiger im Internet bestellen. Die Gewinne gehen nicht an viele mittelständige Betriebe, sondern an wenige Konzerne. Andererseits spricht es für die Effektivität unserer Gesellschaft, wenn wir viele Produkte einer gesamten Masse bereitstellen können. Die Aktionäre unter uns freuen sich auch, wenn ihre Auserwählten immer mehr Gewinne heimfahren.

Moral vs. Nutzen
Für die Verbraucherseite sind günstige Preise etwas Gutes, sofern der eigene Arbeitsplatz nicht davon betroffen ist. Deswegen versuche ich den Trend positiv zu sehen: Der Lebensstandard erhöht sich, die Arbeitskraft verlagert sich. Beruflich entwickle ich selbst Produktionsanlagen, weswegen ich als letzte mit der Moralkeule schwingen sollte. Durch Automatisierung von Prozessen können die menschlichen Fähigkeiten für wichtigere und ungefährlichere Dinge genutzt werden. Man reduziert den Anteil nicht-wertschöpfender Arbeit, d.h. man kommt effizienter mit weniger Ressourcen zum Ziel. Hoffe ich zumindest.

Die Schnäppchenjagd beginnt
Ich selbst achte auch gerne mal auf Angebote. Wenn ich mir was kaufen möchte, klappere ich die „üblichen Verdächtigen“ ab und schaue, ob es das Objekt der Begierde oder was Vergleichbares im Angebot gibt.

1. Meine Lieblingsseite: mydealz.de 

wirconHier gibt es immer wieder Schnäppchen in jeglichen Kategorien (Elektrik, Flüge..). Wobei man aufpassen muss: Kleinere Seiten werden öfter mal „gemydealzed“. Die Server gehen down, weil sie den hohen Zugriffszahlen nicht standhalten. Viele Angebote sind schnell vergriffen. Die Artikel werden von den Usern sehr ausführlich beschrieben und fleißig kommentiert. Vor Kurzem gab es z.B. das Angebot für einen günstigen Webhost für 5€ im Jahr (noch bis zum 15.02. gültig!)

2. Um amazon.de kommt man kaum drumrum.
Hier gibt es einige Tage, an denen man Schnäppchen machen kann:

amazon

Black Friday ist der Freitag nach Thanksgiving, ca. 1 Monat vor Weihnachten. Der Trend aus den USA sorgt dafür, dass es auch in Deutschland sehr starke Rabatte gibt. Im 10-Minuten-Takt werden tagsüber neue Angebote online gestellt. In den USA wird an diesem Tag mehr Umsatz gemacht als kurz vor Weihnachten bzw. hier kann man bereits die ersten Weihnachtsgeschenke günstig ergattern.
Cyber Monday ist der Montag nach Thanksgiving und die abgeschwächte Form des BlackFridays und wird bei amazon bereits 1 Woche vorab täglich (inkl. Black Friday) celebriert.
Blitzangebote gibt es täglich mehrere 100 Stück. Im 30-Minuten-Takt gibt es neue Sonderangebote.
Restposten beinhalten Auslaufmodelle.
– Gebrauchte Gegenstände auf amazon können sich ab und zu lohnen, da diese manchmal nur aufgrund einer beschädigten Verpackung reduziert angeboten werden.

3. Vergleichsportale nutzen
Die viele TV-Werbung zeigt bei mir Früchte: check24.de nutze ich für Versicherungen und Stromanbieter. trivago.de ist meine Lieblingsseite für Hotelbuchungen. Für Flüge wurde mir skyscanner.de empfohlen. idealo.de und billiger.de nutze ich bei Elektronikkäufen.

4. Online Gutscheine bei gutscheine.focus.de
Meistens bin ich faul und gebe einfach nur „Gutschein XY“ ein und -schwupp bekomme ich eine Liste der aktuell gültigen Gutscheine für den Anbieter. Manchmal hat man Glück und kann dadurch ein paar Euro sparen. Oft gelten die Gutscheine aber leider nur für bestimmte Produktgruppen.

5. Mit qipu.de Cashback kassieren
Vergleichsportale finanzieren sich über Werbung und Provisionen. Bei qipu.de bekommt ihr die Provision selbst. Ich habe mir z.B. darüber meine kostenlose Kreditkarte geholt und neben der 20€ Begrüßungsgeld noch sogenanntes Cashback in Höhe von 50€ zurück bekommen.

6. urlaubspiraten.de für günstige Urlaube
mailand-2Wer zeitlich flexibel ist und lieber in der Nebensaison unterwegs ist, der ist hier gut aufgehoben. Die Preise sind unschlagbar und Hotel+Flug oft schon sinnvoll kombiniert.

7. Jegliche Gutschein-Apps
Gebt  „Gutschein App“ in euren Smartphone-Appstore ein und lasst euch nach Bedarf davon ködern. Mein Freund und ich gehen ca. 3-4 mal pro Jahr zu Fastfood-Ketten und kaufen dann nur mit Gutscheinen etwas. Es gibt immer Angebote wie „2 Burger zum Preis von einem“.

8. Couponing
Die meisten kennen den Trend aus Amerika, bei dem man durch Gutscheine sammeln die Einkäufe nahezu geschenkt bekommt. In Deutschland zwar nicht ganz so verbreitet, aber ein paar Gutscheine gibt es hier trotzdem.
schnaeppchenfuchs.com & couponplatz.de & einkaufscoupons.com & coupons4u.de

Mein Geständnis: Ich weiß, dass es Coupons gibt, aber ich bin selbst zu faul wegen 50 Cent irgendeinen Coupon auszudrucken (Papier und Tinte kostet es auch noch). Oft sind es Produkte, die ich mir normalerweise nicht kaufen würde.

Vorsicht vor der Konsumfalle
Was man bei der Schnäppchenjagd nie vergessen darf: Wer gar nichts kauft, spart am meisten. Wenn man sich bereits zum Kauf entschlossen hat, dann kann man nach einem entsprechenden Schnäppchen suchen und wird vielleicht fündig. Was man nicht tun sollte: Auf ein Angebot aufmerksam werden und dann nach Gründen suchen, wieso man das Ding plötzlich unbedingt braucht.

Mein Motto: Suchen&finden statt finden&suchen!

Habt ihr noch ein paar Tipps oder Angewohnheiten, bevor ihr etwas im Internet kauft?

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12 Gedanken zu “Überall nur Sonderangebote

  1. Ich darf wohl behaupten schuldig zu sein. Wobei ich nicht mal unbedingt aufgrund der Preise online bestelle, sondern weil ich Shopping wie die Pest hasse ^^. Meine Anlaufstelle #1 für den Preisvergleich ist Geizhals. Gerade für Technik meiner Meinung nach unschlagbar detaillierte Filter. Ansonsten suche ich auch immer wieder nach Gutscheinen. Sobald ich in einem Onlineshop beim Bezahlvorgang ein Gutscheinfeld sehe, suche ich einfach bei Google nach einem Gutschein. Das hat mir schon einige hundert Euro gespart.

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    • Ich hab oft Pech, was Gutscheine betrifft. Dafür habe ich aber Glück, bei amazon günstige Preise zu erwischen. Geizhals hatte ich bisher noch nicht auf dem Schirm, aber ab jetzt werde ich da auch mal vorbeischauen.

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  2. Ich muss zugeben, wenn es um Beratung geht habe ich immer bei den kleinen Läden gekauft. So sind all meine Fahrräder zu mir gekommen.

    Aber bei allen anderen Käufen gucke ich auch oft im Internet. Die Einkäufe sind aber auch echt wenig geworden. Aber die typischen Plattformen, welche du dort nutzt nutze ich auch.

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    • Ich kaufe vor allem Elektrik im Internet, damit ich mir alle 35234 Amazon-Rezensionen durchlesen kann. Klamotten, Schuhe und alles, was man anprobieren muss, hole ich im Laden. Vor allem kann man sich da auch direkt von der Qualität des Materials überzeugen.

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  3. „Es ist ein guter alter Brauch: Wo repariert wird, kauft man auch“
    Wenn auch ich ein Verfechter des kleinen Preises bin, bin ich davon überzeugt, dass man beim Händler um die Ecke doch besser dran ist (teilweise sogar günstiger). Natürlich gibt es Ausnahmen. Bücher zum Beispiel kaufe ich online, da der Buchhändler im Ort nicht flexibel genug ist und mich beispielsweise nicht (z.B. per SMS) informieren kann, wenn das bestellte Werk da ist. Sowas kann ich nicht leiden. Allerdings habe ich in meinem Leben nur zweimal am Amazonas bestellt. Einmal rief ich in einer Firma an, um nachzufragen, ob sie mir nicht einen Gummisaugnapf für mein Freisprechgerät schicken können, das Gerät selbst war nämlich noch absolut in Ordnung. Dazu war die Firma allerdings nicht in der Lage, sondern verwies mich schlicht und ergreifend auf den Online-Händler, bei dem ich den Nupsi dann aber ohne Probleme bekam. Und dann gabs mal eine DVD, die kein anderer Händler im Programm hatte. Ansonsten versuche ich diesen Laden so weit es geht zu meiden. Es gibt genügend Beiträge im TV, die zeigen, was Amazon alles so falsch macht. Da geht es um Löhne (da war doch gerade eine Diskussion beim Pfennigmillionär?) aber auch darum, dass du einen tollen Artikel hast, der gut läuft und mirnichtsdirnichts bietet Amazon diesen Artikel selber an – natürlich erheblich billiger… Nein solche Dinge gefallen mir nicht. Abgesehen davon beäuge ich es immer ein wenig kritisch, wenn Unternehmen so mächtig werden. Habe neulich eine Reportage über Eventim gesehen. Genau das gleiche Spiel. Die wissen auch wo sie ihre Finger im Spiel haben müssen und nehmen anderen damit viele Geschäfte weg und ihr Einfluss in der gesamten Branche wächst ins Unermessliche. Aber was kann der kleine Verbraucher schon ausrichten…?

    gmwd

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    • Kann deine kritische Sicht auf amazon gut verstehen. Amazon konzentriert eine große Käufermasse und bietet teilweise unschlagbare Preise und auch noch ein gutes Rundum-Paket. Zu Lasten des Personals, die für einen Hungerlohn durch die Gänge gescheucht werden. Andererseits leben wir in einer sehr kompetativen Gesellschaft. Heutzutage ist nahezu alles „Made in China“, weswegen man theoretisch gar nichts mehr mit gutem Gewissen kaufen dürfte. Ich bin da immer sehr mit mir am ringen, weil ich einerseits keine in Schweiß und Tränen getränkte Dinge kaufen möchte, andererseits wird einem ohnehin kaum noch eine Alternative gelassen. Von Sklaventreiberei sind wir zum Glück noch etwas entfernt.

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  4. Deinen letzten Absatz finde ich am besten :) Auf diese Weise hole ich bei vielen Dingen 100 % Rabatt heraus ;) Wenn ich aber doch mal etwas kaufe, dann schaue ich ebenfalls mydealz und qipu. Eine Preisübersicht bei Technikprodukten hole ich mir genau wie der Pfenningmillionär bei geizhals. Eine Seite würde ich deiner schon ziemlich guten Auflistung noch hinzufügen wollen: eBay. Hier habe ich zum Beispiel immer Laptops (sowohl für mich selbst, als auch für Freunde und Bekannte) gekauft – gebrauchte Leasingrückläufer, meistens 3-4 Jahre alt, vom Fachhändlern gut aufbereitet und mit 1 Jahr Gewährleistung. Da sich bei eBay viele Händler tummeln, ist der Konkurenzkampf relativ hoch und die Preise darum auf recht niedrigem Niveau.

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  5. Die kleineren Händler werden sich spezialisieren müssen und versuchen durch Service zu punkten. Denn im Internet werden Amazon und Alibaba das Rennen machen. Amazon hat im letzten Weihnachtsverkauf mehr Umsatz erwirtschaftet als Wal-Mart. Und wenn nur der Onlinehandel in den USA betrachtet wirde, so hat amazon einen Anteil von 42%. Und das Unternehmen wächst immer noch unaufhaltsam: 5 Mrd Dollar Investition in Indien, Lebensmittelversand, Aufbau eines eigenen Lieferdienstes, Cloud und Streaming.

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  6. Hi Ex-Studentin,
    Du hast ja den Webhosting-Paket beispiel gebracht. hier sollt ihr aufpassen. Mit billig-Hoster sollt Ihr echt aufpassen. Problem ist, dass die Server oft sehr langsam sind. Das ist nicht nur nervig, sondern ist auch SEO technisch schlecht. Gute Erfahrungen habe ich bei Hosteurope gemacht. Deren Support (und das ist sehr wichtig) ist bombastisch!

    Ansonsten kaufe ich mittlerweile fast alles von Amazon. Ja ich weiß, ich muss mich jetzt eine Runde schlecht fühlen. Aber, man muss auch sagen, die haben es geschafft ein Business aufzubauen und auf Kundenbedürfnisse zu optimieren. Ich bezahle sogar den Prime Status weil ich gerne, ohne Stress die Produkte ausprobieren kann, und wenn die nicht in Ordnung sind oder einfach nicht für mich passen, es wird zurückgeschickt. Niemand stellt Fragen und Geld ist schnell wieder auf mein Konto. Zwar sind die Preise meistens teurer als anderso, für mich lohnt sich diese Flexibilität. Sparen tue ich anderswo…

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  7. Pingback: Macht die Schnäppchenjagd wirklich glücklich? | Lifestyle, Finanzen und Lebensfreude

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