Qual der Wahl- Leistungskurswahl beim Abitur

Heute wird es ein wenig philosophisch und ich berichte euch ein wenig über meine bisher getroffenen Entscheidungen in Bezug auf meinen Bildungsweg.

War eigentlich dieses Mal wirklich, wirklich als Ein-Teiler geplant. Aber ich schreibe einfach zu viel. In meinem ersten Teil berichte ich von meiner Leistungskurswahl in der Oberstufe. Im zweiten Teil geht es darum, wieso ich kurz vorm Abitur meinen Traumberuf Lehrerin gegen ein Ingenieursstudium eingetauscht habe.

Lebensziele können sich jederzeit ändern
Ich habe bereits in einem vorigen Artikel geschrieben, dass ich im Leben gerne flexibel bleiben möchte und mir deswegen keine festen Ziele setze. Meine Aussage muss ich sogar noch etwas ergänzen:

Wer sich feste Ziele setzt, verbaut sich damit ggf. bessere Optionen.

Meistens weiß man im Leben erst, wo die Reise mal hingeht, wenn man bereits angekommen ist. Eigentlich wollte ich immer Lehrerin werden. Das war so sicher wie das Amen in der Kirche. Der Wunsch schwenkte erst 1-2 Jahre vor meinem Abitur in Richtung Ingenieurwesen.

Ein Leben lässt sich zwar planen, aber Pläne lassen sich nicht immer umsetzen.

Mit den Jahren und der somit wachsenden Erfahrung verwirft man einige Ideen wieder. Ich komme mir mit meinen 23 Jahren zwar aktuell recht vernünftig vor, aber ich habe keine Ahnung, was in 10 Jahren mal mein 33-jähriges Ich von meinen Entscheidungen hält oder welche Entscheidungen das Schicksal für mich in der Zeit getroffen hat. Ich habe das typische Problem eines Menschen, dem viele Türen offen stehen, der aber nicht abschätzen kann, welche Option nun die beste für ihn ist. Meistens kommt man im Leben aber nicht drumrum, eine endgültige Wahl zu treffen und schon bei der Kurswahl fürs Abitur tat ich mich schwer.

Ratlosigkeit bei der Wahl der Hauptfächer fürs Abitur
Bei der Wahl der Kurse am Ende der 11. Klasse musste man festlegen, welche Fächer man 5-stündig (Leistungskurs), 2 bis 4-stündig (Grundkurs) in der Woche oder komplett abwählen möchte. Gerade die 5-stündigen Kurse wollten gut überlegt sein, weil die mit hoher Gewichtung in die Abiturnote eingingen. Der Rat „Schau dir deine Noten an und wähle deine Kurse anhand deiner Stärken“ zog bei mir nicht. Ich hatte ein ziemliches Luxus-Problem, weil ich als Musterschülerin außer in Sport überall gute Noten hatte. Ich habe letzten Endes nach Lehrer gewählt, weil die zum Glück schon vorher in etwa bekannt waren. Ich wählte wegen der Lehrer entgegen meinem Plan Chemie ab und behielt Bio. Trotz 1 in Mathe wählte ich Mathe nicht als Hauptfach, sondern ging zu meinem Lieblingslehrer in den Grundkurs (Er hatte es meiner Meinung nach mehr drauf als die anderen Mathelehrer). Der Leistungskurslehrer für Deutsch war für sein unfaires Schubladendenken bekannt, deswegen fiel sein Kurs raus. Kunst lag mir zwar, aber die Benotung ist immer sehr subjektiv und lehrerabhängig. Außerdem gab es so viele, die da mehr Passion hatten als ich. Nebenfach-tauglich, aber mehr auch nicht.

Irgendwann entschied ich mich mit einer Mischung aus Auslosen, Bauchgefühl und Verzweiflung.

Es wurden die Hauptfächer Physik und Geschichte. Eine Kombination, die eigentlich so gar nicht zusammen passte. Physik verlangt einem viel naturwissenschaftliches Verständnis und Mathematik ab, Geschichte schätze ich eher als Lernfach ein. Ich mochte Geschichte nicht mal wirklich. Aber da ich es nicht abwählen konnte, erhoffte ich mir, dass der Leistungskurs zumindest mal anspruchsvoller und spannender wird als der Grundkurs. Nach etwa einem halben Jahr in der 12. Klasse war ich der Verzweiflung nah: Ich war total unzufrieden. Physik war unmenschlich schwer, Geschichte entpuppte sich als das Gegenteil von einem Lernfach: Man musste eine Menge geschichtlicher Texte interpretieren und in den zeitlichen Zusammenhang stellen. Ich war total frustriert und überlegte, nachträglich noch die Kurse zu wechseln. Mein Ego verbot mir aber wegen solcher „Lappalien“ gleich aufzugeben, weswegen ich mich trotz Frust auf den Hosenboden gesetzt und weitergemacht habe – Ich hatte ja den Ruf als Streberin zu verlieren. Nach der Umgewöhnung wurden meine Noten wieder ziemlich gut, der Geschichtsunterricht machte mir sogar Spaß. Da noch 3 weitere Jungs diese unübliche Fächer-Kombination hatten, hatte ich in den Pausen immer meine Skat-Truppe beisammen.

Mein Fazit des Ganzen
Ich habe daraus gelernt, dass man neuen Dingen eine Chance geben und nicht gleich alles hinschmeißen sollte. Es gibt so viele Dinge, die einem Spaß machen können, wenn man ihnen eine Chance gibt. Was ich schon immer wusste: Viele Entscheidungen hängen von den Rahmenbedingungen ab. Ob einem eine Sache Spaß macht, hängt nicht nur vom Inhalt ab, sondern auch davon ab, wie es vermittelt wird. Ist schließlich in der Finanz- und Bloggerwelt nicht anders. Manch einer liest kein trockenes Finanzbuch, liest dafür aber fleißig in Blogs und Foren. Oder hört sich Podcasts an oder schaut Youtube-Videos.

Wie trefft ihr schwere Entscheidungen? Rational oder nach Bauchgefühl? Habt ihr euch mit einer Entscheidung im Leben bereits sehr schwer getan oder fällt euch sowas leichter als mir?

 

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23 Gedanken zu “Qual der Wahl- Leistungskurswahl beim Abitur

  1. Spiegelt irgendwie alles wieder das wieder, wie ich es mir schon vorher gedacht hatte ;) natürlich im positiven Sinne. Etwas durchzuziehen, obwohl die Lust schon etwas verloren hat

    Meine Entscheidungen waren früher eigentlich immer sehr rational. Alle Entscheidungen waren irgendwie nach dem Motto, wo komme ich am besten durch. Hat ja auch mit ein paar Zufällen gut geklappt.

    Mittlerweile würde ich aber sagen das Bauchgefühl kommt mehr und mehr zurück, ob das gut oder schlecht ist weiß ich noch nicht. Alles was mit Zahlen zu tun hat ist aber meist noch sehr rational. Habe da ein System aus einem Buch. Könnte man eigentlich mal drüber schreiben ist sozusagen eine Mischung aus Rational und Bauchgefühl.

    Grundsätzlich brauche ich glaube noch sehr lange um Entscheidungen zu treffen. Daran arbeite ich grade. Finde es auch nicht schlimm sich etwas Zeit für große Entscheidungen zu nehmen. Beim Jobwechsel habe ich bestimmt eine Woche drüber gegrübelt. Mein Problem ist eher das ich das selbe auch bei sehr unwichtigen Themen mache… Die müssen Eindeutig weg.

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    • „Könnte man eigentlich mal drüber schreiben..“ – Typische Bloggersache, denke ich mir auch sehr oft. :D Das System aus dem Buch würde mich mal interessieren.
      Ich tue mich mit Entscheidungen generell recht schwer, wenn es keine eindeutige Lösung gibt. Mein Freund schüttelt immer den Kopf, wenn ich 20 Tabs im Browser offen habe, weil ich mir irgendwas kaufen will und dann jede Kleinigkeit abwiege. Eine Woche für einen Jobwechsel halte ich für nicht viel. Andere grübeln da über Monate oder gar Jahre.

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    • Ex-Studenting – danke für das Thema :-)

      „Schau dir deine Noten an und wähle deine Kurse anhand deiner Stärken“

      Ich finde, dass das der unpassendste Rat ist, den man geben kann ;-).
      Klar im Nachhinein lässt sich locker darüber reden, aber ich habe einige Leute gesehen – und bei mir ist es ähnlich – die, wenn sie sich nach der Notengebung von Lehrern gerichtet hätten die besten Chancen verbaut hätten.
      Meine Wahl der Leistungskurse hatte wenig mit dem weiteren Verlauf der Ausbildung oder gar dem was ich heute beruflich mache zu tun.

      Konkret: Meine Leistungskurse waren Französisch und Erdkunde. Grund der Wahl: Den Französischkurs hat ein super Lehrer geleitet (er war auch Fachleiter und hat Lehrbücher veröffentlicht), bei dem ich wusste, dass ich richtig was lernen würde. Erdkunde war eine Verlegenheitswahl, weil kein Physik in dem Zeitslot zustande kam. Erdkunde war bei uns der totale Verliererkurs – da hingen die ganzen Bio/Erdkunde-LK Luschen ab. Da ich mich so auch schon für „Atlanten und ähnliches“ interessiert habe, habe ich da annähernd Null zusätzlich gelernt.

      Wie ging’s weiter?
      Mir war gerade im Vergleich zu Mitschülern klar geworden, dass ich eher der technikorientierte Typ bin. Für mich war das gar kein Gegensatz zum Interesse an Französisch, wo ich im LK durchaus ganz gut dabei war. Englisch und Latein (ein unnützes Fach meines Erachtens) habe ich in der Schule auch so lange gemacht wie es ging.

      Nach der Schule dann der große Sprung (NRW-Abitur, glücklicherweise noch an einer recht guten Schule) an eine TU im süddeutschen Raum – Elektrotechnik.
      Da ging für mich dann komplett der Punk ab (klar speziell in Mathe ;-) ). Fast alle Mitstudenten hatten durch ihre LK-Wahl natürlich bessere Voraussetzungen als ich. In den ersten Semester in denen ja auch ständig Mitstudenten aufgaben war ich eigentlich fest überzeugt es auch nicht schaffen zu können. Kein lustiges Studentenleben, kaum Aktivitäten nebenher.
      Ich weiß nicht mehr genau wie ich es hinbekommen habe, aber nach vier Semestern (= Regelstudienzeit) hatte ich die Klausuren des Vordiploms im Kasten (hab noch auf Diplom studiert). Danach war ich völlig platt, ich hatte acht Kilogramm abgenommen. Gegen Ende der letzten Klausurphase verlor ich ein Kilogramm pro Woche.
      Hätte ich das hin bekommen, wenn ich auf irgendwelche Mathelehrer gehört hätte, die mich in der Mittelstufe an der Tafel mal vorgeführt haben (ist mit wirklich mehrfach passiert)?
      Einige wenige Kommilitonen waren auch mit nicht so tollen Voraussetzungen gestartet – Realschule, Lehre und das Abitur per Abendschule nachgeholt. Wenn sie durchgekommen sind, waren das allerdings meist echt die Härtesten was Fleiß und Lerndisziplin betraf. Im Berufsleben sind die dann komplett auf der Überholspur (..was nicht meine Wahl ist).

      Ein anderes schönes Beispiel ist mir dann im weiteren Verlauf des Studiums begegnet. Aufgrund meiner Französischkenntnisse habe ich mich für einen längeren Auslandsaufenthalt in Frankreich interessiert.
      Dem normalen E-Technikstudent in Deutschland geht so etwas ja an der Schulter vorbei.

      Ich habe dann für zwei Jahre an einer sogenannten „Grande École“ studiert und auch den Abschluss gemacht.
      Einer meiner deutschen Mitstudenten den ich dort kennen lernte (er: Maschinenbau, ich: E-Technik, daher kannten wir uns nicht vorher) sprach bald ein unfassbar gutes Französisch. So gut, dass Franzosen, die ihn nicht kannten lange nicht bemerkten, dass er kein Franzose war.

      Irgendwann kamen wir mal darauf zu sprechen wie wir so die Grundzüge der Sprache gelernt hatten. Es stellte sich heraus, dass er sich in der Schule in Französisch so im 3’er bis 4’er Bereich durchgehangelt hatte. Natürlich hatte er kein Franz-LK oder so gewählt. Wie kommt man dann auf die Idee in Frankreich studieren zu wollen?

      Er hatte irgendwie in einem Urlaub entdeckt, dass er die Sprache recht gut durch intensives Zuhören lernen konnte. Also so wie ein Baby/kleines Kind auch die Muttersprache lernt. Also ohne eine Ahnung von Grammatik oder ähnlichem zu haben. So hat er dann salopp gesagt durch Nachplappern dessen was er aufgeschnappt hat die Sprache gelernt. Klar – das kann bei weitem nicht jeder. Aber was wäre gewesen, wenn er sich auf das Urteil seines Französischlehrers verlassen hätte und keine Neugierde mehr gehabt hätte?
      Er hat dann auch eine Französin geheiratet und ist in Frankreich geblieben – so meine letzte Information.

      Ich denke es ist ein ganz wichtiger Punkt sich sein Interesse und die Offenheit für ganze Themengebiete nicht durch die Wahl von Leistungskursen oder das Urteil (in Form einer Note) von Lehrern/Profs abspenstig machen zu lassen.

      Es lohnt sich. Gerade auch nachdem man die Studienzeit hinter sich gelassen hat.

      P.S.: Heute spreche nur noch im Urlaub mal französisch. Ist schade, aber das Leben hat sich eben so entwickelt. Ich bereue die Zeit in Frankreich nicht, auch wenn ich sie rein monetär gesehen nicht verwerte.

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      • Das mit dem Mitstudenten ist ja echt eine tolle Bilderbuchgeschichte. Die besten Geschichten schreibt das Leben. Auch deine Werdegang zeigt, dass viele Wege nach Rom führen und man nicht von vornherein Dinge ausschließen soll. Von Schulnoten alleine kann man wirklich nicht auf Interessen und Fähigkeiten schließen. Vor allem bei Sprachen. Schließlich lernt man in der Schule mehr als manch ein Muttersprachler über seine Sprache weiß. In meinem Freundeskreis merke ich das auch beim Fach Informatik. Da hatten ich und einige meiner Freunde das Gefühl, dass man da schon zu Schulzeiten ein „Crack“ sein muss, sodass es bei der Berufswahl gar nicht erst mit einbezogen wurde. Aber letzten Endes kann man auch als Spätzünder sich noch dafür interessieren.

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  2. Wichtige Entscheidungen treffe ich erst mal rational, wenn dann der Bauch „Ja“ sagt, dann passt das. Sagt der Bauch „nein“, muss ich mir meine rationalen Überlegungen nochmals anschauen. Es bringt alles nichts, wenn man sich nicht wohl fühlt. Früher oder später bereut man die Entscheidung und wirft alles hin oder quält sich zu Tode. Das habe ich am eigenen Leib erfahren dürfen.

    Nach meiner Lehre habe ich mein Abitur nachgeholt. Die Entscheidung, welcher Studiengang für mich in Frage kommt, war relativ leicht. Wir hatten alle keine Ahnung und der Studienberater hatte ein Faltblatt mit sage und schreibe drei Studiengängen zur Auswahl (aua). Internet gab es da noch nicht, also haben wir uns überlegt, was das kleinere Übel ist. Ich habe mich letztendlich für Feinwerktechnik entschieden. Da nahm das Desaster seinen Lauf. Die Folge war, ich hatte nie recht Spass an dem Studium und brach nach 6 Semestern ab. Meine Leistungen waren unterirdisch und ich konnte mir nicht vorstellen in dem Beruf zu arbeiten.

    Nur, was tun? Zurück auf den Bau? Immerhin 4 Jahre in den Sand gesetzt (Abi + Studium) oder doch noch einen Versuch starten? Schließlich war es meine Frau, die mich überzeugte bzw. unterstütze, ein weiteres Studium zu beginnen. Mein Interesse war nun mal im Baubereich angesiedelt, daher entschloss ich mich, Bauingenieurwesen zu studieren, Architektur kam nicht in Frage, ich habe keine künstlerische Ader. Auf einmal lief alles Bestens. Ich hatte Spass und Freude am Studium. Ich schloss mein Studium in der kürzest möglichen Zeit incl. Diplomarbeit (heute wohl Masterarbeit) ab und bekam auch schon meine ersten Jobangebote bevor ich überhaupt meinen Abschluss hatte. Also die richtige Entscheidung.

    Wenn ich mich nicht wohl fühle, hat die Rationalität verloren.

    Kleine Entscheidungen treffe ich immer ziemlich schnell, ohne groß nachzudenken, da gehe ich zu 99 % nach Gefühl.

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    • >> drei Studiengängen zur Auswahl
      Das krasse Gegenteil zu heute. Da bekommt man einen dicken Wälzer mit lauter Studiengängen in die Hand (was die Entscheidung aber auch nicht zwingend leichter macht).
      Mir ist das mit dem Wohlfühlen auch sehr wichtig und ich finde es verständlich, wenn man sich noch mal umentscheidet. Wobei es natürlich ärgerlich ist, wenn man sich das erst nach vielen Jahren traut. Aber alles ist besser als 40 Jahre in einem Beruf zu arbeiten, den man nicht mag. Kann ich mir gar nicht vorstellen. Manchmal muss man erst mal herausfinden, was man überhaupt will. Es gibt so viele unterschiedliche Jobs, die man als Schüler noch gar nicht kennen kann. Deswegen finde ich Praktika für die Unentschlossenen gar nicht mal so verkehrt. Mit Glück kann man trotzdem von den bereits gemachten Erfahrungen für die neue Ausbildung zehren.

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  3. Ich stimme da mit Alexander überein: Die besten Entscheidungen sind die, wo Kopf und Bauchgefühl das gleiche sagen. Es kommt auch ein bisschen auf die Art der Entscheidung an. Bei Entscheidungen, bei denen es um die Lebenszufriedenheit geht, halte ich das Bauchgefühl für wichtiger als das was der Kopf sagt.
    Auch mein Studium habe ich so ausgewählt. Ähnlich wie bei dir stand für mich lange Zeit fest, dass ich Grafikdesigner werden wollte. Erst beim Zividienst, als es um konkrete Studienbewerbungen ging, habe ich relativ spontan auf Digitale Medien umgeschwenkt, da ich neben dem Design auch ein Faible fürs Technische hatte und man für Digitale Medien keine künstlerische Bewerbungsmappe brauchte. Mittlerweile bin ich Softwareentwickler, so kanns gehen :D Als ich meinen jetzigen Job angetreten habe, hatte ich auch relativ viele Jobangebote auf dem Tisch und habe mich letzten Endes für den Job entschieden, mit ich das beste Gefühl hatte und die Kollegen am nettesten fand. Bisher lag ich nicht falsch.

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  4. Man kann den Weg des geringsten Widerstands gehen! Die Mixtur aus
    – Lehrerwahl: Bei welchem Lehrer gibt es erfahrungsgemäß am Leichtesten mit dem geringsten Zeitaufwand gute Noten.
    – Stundenzahl: Warum ein LK Kunst, wenn das bedeutet: 5h durchgehend, wenn ein GK nur 3h und nicht die volle Zeit wäre? Während Mathe als GK mehr Stunden sind, als Kunst.
    – Interesse: Wenn ein übergeordnetes Interesse da ist? Für das spätere Studium/Beruf imo nicht so wichtig.

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    • Letztlich sollte man auch immer schauen, wie man sich am besten selbst motiviert. Am wenigsten Schulstunden hatte man, wenn man Mathe+Deutsch als Leistungskurse gewählt hatte, da diese ohnehin mindestens 4-stündig sind. Der Stundenaufwand ist, wie du richtig sagt, geringer. Aber nur noch Aufwand würde ich da nicht gehen. Ich hatte mit Physik+Geschichte 2 Wochenstunden mehr als Mathe+Deutsch, wenn ich mich recht erinnere. Aber habe dafür eine Menge gelernt. Wenn man mit Spaß bei der Sache ist, meistert man auch schwierige Herausforderungen.

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      • Vor allem bezog ich mich dabei auf „Weg des geringsten Widerstandes“. Denn das möchte ich mit diesem Beitrag auf keinen Fall propagieren. Stattdessen: Man sollte nur nicht immer aus Prinzip den offensichtlichsten Weg nehmen, wenn man davon in Wirklichkeit keinerlei Mehrwert hat. Man sollte stattdessen eher überlegen, wovon man persönlich am meisten profitiert. Wenn man nur etwas macht, „weil man das eben so macht“ kann das ziemlich nach hinten los gehen und man wird unglücklich.

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  5. „Ich komme mir mit meinen 23 Jahren zwar aktuell recht vernünftig vor, aber ich habe keine Ahnung, was in 10 Jahren mal mein 33-jähriges Ich von meinen Entscheidungen hält oder welche Entscheidungen das Schicksal für mich in der Zeit getroffen hat.“

    Keine Angst – das geht immer so weiter ;-)! Irgendwo habe ich mal gelesen „Leben ist wie Zeichnen – nur ohne Radiergummi.“ Das trifft es eigentlich ganz gut. Man trifft ständig Entscheidungen (auch wenn man nicht aktiv wird) und hinterher stellt man fest, was man damit „angestellt“ hat, schüttelt innerlich den Kopf und versucht es (hoffentlich) besser zu machen.

    An Deiner LK-Wahl sieht man ja, dass die Fächer in der Realität ganz anders waren als Du sie im Vorfeld eingeschätzt hast. Und trotzdem waren die Entscheidungen – wenn ich Dich richtig verstehe – nicht schlecht. Ich finde, dass dies ganz häufig im Leben so ist.
    Spaß beginnen viele Dinge erst dann zu machen, wenn man sich auf sie einlässt und die ersten Einstiegshürden überwunden hat. Gerade als Berufsanfänger hat mich oftmals der fehlende Überblick über ein Gesamtsystem sowie das fehlende Detailwissen extrem frustriert. Erst als ich mich da überall durchgebissen hatte und mit den „alten Hasen“ mitreden kann, begann mir die Arbeit richtig Freude zu bereiten.

    So viele Gedanken wie Du habe ich mir bei der LK-Wahl übrigens nicht gemacht. Obwohl mir Dein Luxusproblem nicht ganz fern ist ;-), daher habe ich einfach die Fächer gewählt, die mir am meisten Freude bereitet haben und gleichzeitig nach wenig Aufwand aussahen. Also keine Fremdsprachen, Deutsch oder „Laberfächer“, sondern einer der Klassiker: Mathe, Physik. Hausaufgaben waren auf der Schulbusfahrt nach Hause schon zu 80% fertig, man musste kaum was auswendig lernen, sondern nur einmalig verstehen.
    Ich halte die Freude und Begeisterung für ein Thema (Bauch) übrigens mittlerweile für wichtiger als eine rein rationale Entscheidung (Kopf). Hätte ich auf den Berufsberater gehört, hätte ich niemals Elektrotechnik studieren dürfen. Ich hatte aber zwei Physiklehrer, die das Thema interessant unterrichtet hatten. Mein Interesse wurde geweckt und diese innere Begeisterung führt mitunter zu besseren Resultaten als eine reine von der Ratio getriebenen Entscheidung. Man muss das, was man macht, mit Freude tun – dann macht man es mit großer Wahrscheinlichkeit auch sehr gut.

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    • Irgendwie passt das ziemlich gut zu einem Text den ich den Tage gelesen habe. Wo viele ja immer sagen „Folge deinem Herzen/Leidenschaft“. Die meisten wissen ja nicht mal, wo ihre Leidenschaft wirklich ist. Ich auch noch nicht wirklich.

      Der Tipp war dort auch einfach Dinge ausprobieren, woran man Interesse hat. Den wird man gut in etwas kann eigentlich alles zur Leidenschaft werden, wenn es einen Interessiert. Am wichtigsten ist wohl es einfach zu probieren. Die Leidenschaft kommt einem nicht entgegen geflogen, wenn man drüber nachdenkt.

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    • Zeichnen ohne Radiergummi – Das trifft es. Erinnert sich noch jemand an den Maler Bob Ross? Hier ein Beispiel https://www.youtube.com/watch?v=250EjMjdmvU
      Den hab ich vor Jahren mal für eine Zeit gerne gesehen. Nicht, weil ich mich für Kunst auch nur im Entferntesten interessierte, geschweige denn selbst irgendwas aufs Brett zu kriegen (In der Schule bekam ich für meine Bilder immer erst nach der Erklärung akzeptable Noten. Ich war unheimlich gut im Kunst-Reden…). Die Episoden liefen immer abends sehr spät auf BR Alpha. Das war unheimlich entspannend vorm Einschlafen. Aber vor allem fand ich es immer wieder faszinierend, wie der Mann das geschafft hat. Ein riesiger Farbklecks, man denkt: Jetzt hat er das ganze Bild versaut und dann arbeitet er fein säuberlich den nächsten Baum, Strauch, Berg, Sonnenuntergang u.s.w. heraus. Der Unterschied zu meinem Leben ist wahrscheinlich, dass er vorher schon einen groben Plan hat, was er vorhat. Das war bei mir nicht immer so. Ich denke man kann noch so lange sinnieren, welche LK-Kombi die beste ist (bei mir kamen dann Latein und Musik raus), wenn man dann irgendwann beschließt, doch kein Abi zu machen. Und eine Lehre zu machen. Und dann von da aus weiter. Das Leben ist nicht immer planbar. Aber wenn ich zurückblicke, sehe ich, dass alles im Nachhinein doch einen Sinn ergibt. (Jetzt wird’s doch noch etwas philosophisch…

      gmwd

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      • Na, da hast Du aber ein Highlight der Fernsehunterhaltung herausgekramt ;-). Sehr cool, was der gute Mann in so kurzer Zeit auf die Leinwand zaubert. Ich habe nur einmal wirklich gute Noten in Kurs bekommen: Beim perspektivischen Zeichnen mit Fluchtpunkten und so. Der Herr Ingenieur ließ früh grüßen :-).

        „Das Leben ist nicht immer planbar. Aber wenn ich zurückblicke, sehe ich, dass alles im Nachhinein doch einen Sinn ergibt.“
        Das ist tatsächlich oftmals der Fall – meine beruflichen Wege waren auch nicht besonders gerade, aber rückblickend war jede Veränderung (gewollt oder ungewollt) immer eine gute Voraussetzung für einen der nächsten Schritte. Vielleicht ergaben sich die Folgeschritte aber auch aufgrund der Voraussetzungen? Wer weiß?!

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      • Erinnern an Bob Ross ist übertrieben – das war vor meiner Zeit. Kennen tue ich ihn aber trotzdem. :) Danke für den Link! Ich kannte bisher nur eins seiner Videos und wusste nicht, dass er so viele Folgen gemacht hatte.. und wirklich tolle Bilder in so kurzer Zeit. In Kunst fehlte mir immer das gewisse „Etwas“. Ich hatte zwar gute Noten, war aber ich war da immer sehr ausdauernd und systematisch unterwegs. Mir fehlt da der gewisse Blick für Ästhetik und innovative Farbauswahl [und Geduld]. Wobei ich dafür als Jugendliche sehr gut zeichnen konnte. Verlernt man über die Jahre aber leider. Bisher habe ich auch das Gefühl, das alles irgendeinen übergeordneten Sinn hat. Zumindest versuche ich immer das Beste aus allem zu machen und somit kann man fast jeder Sache einen Sinn geben.

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  6. Mir erging es da so wie Dummerchen: auch ich hatte das Luxusproblem , habe aber einfach die Fächer gewählt, die mir am meisten Spaß machten:
    Mathe&Physik (und Englisch weil ich später noch mal ins Ausland möchte). Natürlich war mir auch bewusst, dass ich später grob in die MINT-Richtung gehen wollte und von daher hat ja bisher alles funktioniert.
    Mein Studium habe ich mir mehr so ausm Bauch heraus ausgesucht und jetzt, wo es angefangen hat, sehe ich aber auch verstärkt die Nachteile daran. Viele sehen ja nur die Vorteile eines dualen Studiums und übersehen dabei ganz gerne die Nachteile: extremer Zeit-&Leistungsdruck sowie weniger Möglichkeiten bezüglich Studium allgemein, Auslandssemester etc.

    Gerade im Bezug auf Schule & Uni muss ich aber ganz klar sagen, dass bei mir ziemlich viel mit den Lehrern/Dozenten steht und fällt, so dass ich bei meinem Abitur bis auf ein paar wenige Lehrer echt Glück hatte.

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    • Ja, ein duales Studium ist wirklich nicht ohne. Bei dir kommt ja noch die IHK-Prüfung hinzu. Viele stellen es sich so leicht vor, weil man Geld bekommt und seine Stelle danach sicher hat. Aber man hat einen sehr hohen Zeitaufwand und dadurch wenig Freizeit. Man tauscht ein wenig seine unbeschwerte Jugend gegen das Versprechen für eine gute Zukunft. Ich empfehle es deswegen den wenigsten, die viel Wert auf Urlaub, Partys und freie Zeiteinteilung legen. Man muss fast schon ein wenig masochistisch veranlagt sein. Wobei ich sagen muss: Wenn man so ein Studium gut hinter sich bringt, schafft man danach auch alles andere. Auslandsbesuche sind zwar möglich, wollte ich aber nicht machen, damit ich vom Stoff her nichts verpasse. In der Praxisphase hätte ich nach Indien gekonnt, aber da hatte ich in dem Moment nicht so den Sinn für. Ggf. kannst du Auslandsaufenthalte mit einem Master verbinden.

      Ich kann dir zustimmen, dass vieles mit Lehrern und Dozenten fällt. Ein paar Nieten hat man immer dabei. Deswegen sollte man sich bei höheren Semestern Tipps holen. Bei einem Dozenten wurden wir gewarnt, dass er uns zu Beginn 2 Skripte geben wird: Eins, dass wir im Unterricht durchnehmen und ein sehr dickes Begleitwert, was wir uns „bei Interesse“ zuhause durchlesen könnten. Er hat die ganze Klausur nur auf dem Begleitwerk aufgebaut. Immerhin war die Klausur ähnlich aus wie die 10 Probeklausuren, die er uns gegeben hatte. Nur hatte er plötzlich auf der Rückseite noch mal die gleiche Anzahl an Aufgaben. Also immer die Rückseite bei allen Blättern checken!! Ein anderer Dozent hatte ebenfalls eine Probeklausur ausgeteilt und dann genau das Gegenteil abgefragt (was wir alle nicht gelernt haben). Bei der Benotung hatte er mir wahllos Punkte abgezogen, obwohl ich die richtigen Antworten geschrieben hatte. Als ich die Musterlösungen anforderte, gab er mir kommentarlos eine 3,1 statt einer 3,7 und meinte, dass ich für eine weitere Klausurbesprechung einen persönlichen Termin mit ihm ausmachen sollte. Hatte ich keine Lust zu und hab es dabei belassen. Habe noch ein paar Storys der Art auf Lager.. und ist wohl mit ein Grund, wieso ich danach keine Lust mehr auf studieren hatte. Ein paar Leute entscheiden über deine Zukunft.

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      • Ach, solche Geschichten gibt es wirklich überall. In meiner Datenverarbeitung-Klausur wurde erstmalig ein Multiple-Choice-Antwortbogen eingeführt, um die Korrektur zu vereinfachen und prompt ist die komplette Klausur völlig aus dem Ruder gelaufen: 30% hatten nur bestanden – unter anderem ich. In der Einsicht habe ich mir die „Fehler“ angeschaut und zum Glück gleich vor Ort erklären können, warum ihre „richtige Lösung“ falsch sein musste. Nach meinem dritten (offensichtlich nicht widerlegbaren) Hinweis dieser Art wurde die Klausur komplett neu korrigiert. Ende vom Lied: Nur noch 30% waren durchgefallen. Und meine Punktzahl hatte man sicherheitshalber gleich auf die 1.0 gelegt ;-).

        Aufgaben auf Blattrückseiten gehen echt nicht – das ist schon fast mutwillige Bestrafung. Ich habe nie Blattrückseiten überprüft. Solche Prüfer gehören geteert und gefedert. Echt.

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  7. Pingback: Qual der Wahl- Wieso ich Ingenieurin geworden bin | Lifestyle, Finanzen und Lebensfreude

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