Haben Männer und Frauen die gleichen Karrierechancen? (2/2) – Im Beruf

Es freut mich, dass im ersten Beitrag zum Thema „Haben Männer und Frauen die gleichen Karrierechancen?“ bereits fleißig kommentiert wurde. Im dem zweiten Teil geht es inbesondere um die Vereinbarkeit von Familie und Karriere und die Frage: Hilft das Einführen einer Frauenquote?

Frauen vs. Männer: Meine Erfahrung im Berufsleben
In den letzten 5 Jahren meines kurzen Berufslebens hatte ich bisher noch nicht das Gefühl, durch mein Geschlecht benachteiligt zu sein.  In meiner Branche (Anlagenbau) gibt es nicht wirklich viele Frauen. In meiner Abteilung hingegen schon (fast 25% Frauenquote!). Ich habe einige pfiffige Kolleginnen und mein Chef weiß uns Frauen zu schätzen. Auch im Kunden- oder Lieferantenkontakt fällt mir auf, sei es am Telefon oder im Werk, dass die meisten Männer froh darüber zu sind, mal eine freundliche Frauenstimme zu hören.

Was mir nebenbei auffällt: Ich sehe in meiner Branche kaum Frauen, die über 35 sind. Mag aber daran liegen, dass sich früher kaum eine Frau für einen technischen Berufszweig entschieden hat.

Karriere oder Familiengründung?
Als Frau stellt man sich im Berufsleben irgendwann zwangsläufig diese Frage. Wer eine Führungsposition ergattern will, muss genügend Berufserfahrung vorweisen können. Wer eine steile Karriere plant, muss also erst mal viele Jahre das Thema Kinder hinten anstellen. Hat man die gewünschte Karriereleiter erklommen, wird das Thema Familiengründung nicht einfacher:

Elternzeit oder halbtags arbeiten als Führungskraft funktioniert nicht.

Projekte oder eine Abteilung lassen sich selten in Elternzeit koordinieren. Wer sich eine Auszeit zur Kindererziehung nimmt, dessen Karriere ist schnell vorbei. Normalerweise ist der Wunsch da, sich als Mutter selbst um ein Neugeborenes zu kümmern. Zumindest bis das Kind in eine Kinderkrippe kann, muss sich jemand Vollzeit um den Nachwuchs kümmern.

Ein Elternteil bleibt normalerweise zur Kindererziehung zuhause.

Wenn man Kinder möchte, können schlecht beide Partner Karriere machen. Jemand muss die Wäsche waschen, mit den Kindern Hausaufgaben machen, die Kids zum Arzt oder zum Fußballverein bringen. Vollzeit-Mama und Vollzeit-Job sind unvereinbar. Mit Glück gibt es Großeltern, die mal auf die Kinder aufpassen, vielleicht kann ein Elternteil von zuhause aus zu arbeiten oder man muss ein Kindermädchen einstellen. Wer sich selbst um seine Kinder kümmert, büßt nicht nur temporär Gehalt ein, sondern auch Ansprüche an die Sozialversicherung (Arbeitslosengeld und Rente) und regelmäßige Gehaltserhöhungen.

Als Mann hat man es bei der Karriereplanung einfacher.

Immer mehr Männer planen bei der Geburt des Kindes, ein paar Wochen oder Monate Elternzeit zu nehmen oder die Wochenstunden etwas zu reduzieren. Aber die wenigstens kalkulieren auf einen kompletten Gehaltswegfall durch einen Berufsausstieg. Wenn jemand bei den Kindern daheim bleibt, dann für gewöhnlich die Frau. Auch in der männlichen Finanzbloggerwelt habe ich bisher nirgendwo gelesen, dass jemand auf dem Weg zur finanziellen Freiheit mit Einkommenseinbußen rechnet. Wenn doch, dann nur weil das Gehalt der Frau wegfällt, nicht das eigene. Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte: Wäre die Frau nicht bereit, für die Kindererziehung ihre Karriere aufzugeben, dann gäbe es eben keine Kinder in der Partnerschaft.

Männer sind im Gegensatz zu Frauen bei der Jobauswahl nicht eingeschränkt.

Ein Beruf, bei dem ich oft dienstlich im Ausland unterwegs bin? 60h-Woche? Wochenendarbeit? Kein Thema, wenn das Geld stimmt. Diese Gedanken treffen natürlich nicht auf jeden Mann zu, aber generell sehe ich hier eine höhere Bereitschaft bei dem Geschlecht mit dem Y-Chromosom als bei uns Frauen. Wir Frauen wissen, seit wir mit Puppen gespielt haben, dass irgendwann im Alter zwischen 20 und 40 Jahren das Thema Familiengründung eingeleitet werden sollte. Danach ist der Zug abgefahren. Dies überschneidet sich blöderweise mit der Zeit, wo man auch Karriere machen sollte.

Frauen sind die Rahmenbedingungen wichtiger als das Gehalt
Der Job macht Spaß, man hat nette Kollegen, man kann bei Krankheit des Kindes ohne Murren des Chefs mal einen Tag daheim bleiben oder Teilzeit arbeiten. Aus meiner Sicht als Frau klingt das ziemlich attraktiv, ohne das Gehalt zu kennen. Auch wenn die Arbeitsbedingungen im sozialen Bereich anstrengend sind, so kann ich die Motivation dort zu arbeiten auch gut verstehen: Man arbeitet mit Kindern und legt den Grundstein für deren Erfolg oder man trägt dazu dabei, dass Pflegebedürftige ihr Leben meistern (Okay, zugegeben: Kein Mathe mehr zu haben, ist da auch oft ein Ansporn). Als Frau denkt man sich: Gehalt könnte etwas besser sein, aber alles in allem sind wir leichter zufrieden zu stellen, wenn die restlichen Rahmenbedingungen stimmen. Wir wollen uns wohl fühlen und nicht das Risiko eingehen, nach einem Berufswechsel schlechter dazustehen und das gewohnte Umfeld zu verlieren. In meinem männlichen Umkreis sehe ich eine höhere Bereitschaft zum Arbeitgeberwechsel, wenn ein besseres Gehalt lockt.

Immer mehr Akademikerinnen bleiben kinderlos
Ein Großteil der jungen Frauen hat einen Kinderwunsch. Ohne abgeschlossene Ausbildung, gesammelte Berufserfahrung und ein regelmäßiges Einkommen möchte man aber keine Kinder in die Welt setzen. Wenn man dann keinen passenden Partner findet, der die gleichen Wünsche hegt, bleibt es bei dem Wunsch. Mich wundert es deswegen nicht, dass mittlerweile fast 25% der Akademikerinnen kinderlos bleiben. Dabei sind laut der verlinkten Studie bis zum Alter von 34 noch über die Hälfte der Frauen kinderlos. Der Trend geht eindeutig zum späten Mutterglück.

Emanzipation auch für Männer
Es ist immer von der Emanzipation der Frau die Rede. Bei manchen Männern stößt dies negativ auf, weil es so wirkt, als wöllten Frauen nicht zur Gleichberechtigung, sondern auch Sonderrechte. Männer fürchten, dass sie wegen einer schlechter qualifizierten Frau eine Stelle nicht bekommen.

Manche Frauenrecht-Forderungen sind mir auch zu überspitzt, aber manchmal muss man provozieren, um überhaupt etwas zu erreichen. Stattdessen versuche ich auch die Vorteile für Männer zu sehen: Männer werden nicht mehr auf ein festes Männerbild reduziert. Wer das traditionelle Familienbild (Mann arbeitet, Frau bleibt bei den Kindern) anstrebt, kann das wie gewohnt gerne tun. Wer als Mann im Kindergarten oder mit Jugendlichen arbeiten möchte, dem steht das genau so frei. Immer mehr Väter nutzen die Möglichkeit von Elternzeit und haben den Wunsch zur Stundenreduktion, um mehr an der Kindererziehung teil zu haben. Da Frauen vermehrt zum Familienunterhalt beitragen können, liegt die ganze Last nicht nur auf den Schultern der Männer.

Wie stehe ich nun zur Frauenquote und Chancengleichheit?
Ist zwar ganz nett, dass man Frauen besser ins Berufsleben integrieren möchte, durch eine Frauenquote ist es aber nicht getan. Frauen und Männer haben aus meiner Sicht theoretisch die gleichen Chancen im Berufsleben. In der Praxis aber müssen sich die meisten Frauen aktuell noch zwischen Karriere und Familiengründung entscheiden. So lange es ein Entweder-Oder gibt, bringt eine Frauenquote den Frauen mit Kinderwunsch nichts. Der deutschen Gesellschaft bringt es auch nichts, wenn alle wegen der Unvereinbarkeit von Familie und Beruf auf Kinder verzichten. Selbst als Mann ist es nicht so berauschend, eine 50h Woche hinzulegen, wenn Frau und Kinder zuhause warten. Das Einführen einer Frauenquote ist für mich sinnlos, da es das Problem in keinster Weise behebt. Vor allem: Wer maßt sich an, die Höhe der Frauenquote zu bestimmen?  Gerade bei sehr hohen Führungspositionen gibt es so hohe Anforderungen, dass es schon schwer genug ist, überhaupt einen passenden Kandidaten zu finden und dann will man noch anhand des Geschlechts sortieren. Viele Frauen wollen so eine große Verantwortung gar nicht. Wenn eine Frau diese Ambitionen hat, wird ein kluges Unternehmen, wenn die Qualifikation passt, diese auch auswählen.

Ich kann mir keinen Chef vorstellen, der eine unqualifizierte Person nur wegen des Geschlechts einstellen will. Das bringt einem Unternehmen wirtschaftlich nichts und sorgt für Unzufriedenheit und Neid bei Kollegen, die man als Frau dann auch schnell spüren würde. Inwiefern man als Frau dennoch unterbewusst bevorzugt wird, kann ich nicht sagen. In manchen Branchen ist man als Frau eine Rarität und sticht deswegen mehr heraus.

Mein persönliches Fazit:
Aktuell habe ich einen Beruf mit guten Karriere-Aussichten, der mir Spaß macht. Es dauert noch einige Jahre, bis das Thema Familiengründung bei mir zur Debatte steht. Trotzdem ist mir mulmig beim Schreiben dieses Artikels, weil man einen Kinderwunsch als Frau im Berufsleben am besten totschweigen sollte. Ich traue es mich nur, weil ich rein statistisch noch viele Jahre Zeit habe, bis ich als Akademikerin mit 75%-iger Wahrscheinlichkeit überhaupt Kinder bekomme. Bis es mal soweit ist, ist das Thema Familiengründung und Karriere hoffentlich besser miteinander vereinbar.

Ich hoffe, ich habe euch mit der Länge des Artikels nicht erschlagen und freue mich über weitere Meinungen!

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10 Gedanken zu “Haben Männer und Frauen die gleichen Karrierechancen? (2/2) – Im Beruf

  1. Zum Thema Frauenqoute sind wir ja ja sehr ähnlicher Meinung.

    Beim Thema und Kinder denke ich immer noch es ist halt eine Prioritätsfrage und die sollte man für sich geklärt haben und für sonst niemanden. Auch in einer Beziehung sollte man seine Prioritäten dort setzten, dabei aber auch gewisse Kompromisse machen.

    Aber was mich wohl am meisten stört, wenn man sagt die Karriere geht den Bach runter, wenn man Kinder bekommt. Alle glauben immer wenn man etwas aussetzt, dann verliert man den Anschluss.Wer vor dem Kind gut war, der ist auch nach dem Kind weiterhin gut. Gibt ja auch andere Gründ, warum man Jahrelang nicht arbeitet. Für mich ist das alles keine Kinder und Zeit frage, sondern wirklich wie man dort hinter steht.

    Bei mir in der Familie bleiben auch die Schwestern die längere Zeit zu Hause. Aber auch die Väter nehmen die Elternzeit und auch mal ein halbes Jahr bald.

    Mein Problem ist wohl einfach noch dieses verquere Bild von früher. Von früher bin ich ja eh kein Freund. Man sollte einfach das Beste draus machen und nach seinen Vorstellungen entscheiden für die Zukunft und für Jetzt.

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    • Ein paar Monate aus dem Beruf zu sein ist kein Beinbruch. Ein paar Jahre bei mehreren Kindern schon. Alleine bei Softwareumstellungen oder Richtlinien/Gesetzesänderungen kann sich in 3 Jahren sehr viel tun. Komplett zuhause zu bleiben, kann man sich heutzutage als kaum leisten. In einer Partnerschaft muss man mit den Gehalts- und Renteneinbußen leben. Berufsunfähigkeitsversicherung als Hausfrau ist glaube ich auch nicht so toll. Man könnte mehrere 1000€ im Monat im ursprünglichen Beruf verdienen, macht es aber nicht und kann es meines Wissens dann auch nicht so versichern. Als Alleinerziehende hat man da noch mal einiges mehr zu bewältigen, was man auf die Schnelle wohl auch nicht gelöst bekommt.

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  2. Ja, aber ich glaube halt das Problem liegt woanders. An der gesamten Einstellung in Deutschland und auch wie so etwas gehandhabt wird. Dort fehlt halt eine Lobby, welche solche Interesse mal durchboxt, aber die wird es wohl auch leider nie so geben.

    Zumindest so lange bis sie merken das es so nicht weiter geht, wie auch im Bildungssystem,…

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  3. Auch im Kunden- oder Lieferantenkontakt fällt mir auf, sei es am Telefon oder im Werk, dass die meisten Männer froh darüber zu sind, mal eine freundliche Frauenstimme zu hören.

    Ich habe schon gemischte Erfahrungen gemacht. Teilweise waren Männer in der Leitung, die gar nicht mit einer Frau sprechen wollten. Andererseits haben es bei wieder anderen, nur Frauen geschafft, diese Anrufer wieder zu beruhigen.

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  4. @mafis Ich möchte nun nicht auf hohem Niveau jammern, in Deutschland tut sich immer mehr bei dem Thema. Trotzdem bin ich mal gespannt, wie es die nächsten Jahre weiter geht.
    @Marco So ein Pech hatte ich bisher zum Glück noch nicht; ich wurde anfangs nur mal für die Sekretärin gehalten, weil ich immer mal für Kollegen ans Telefon gehe, wenn diese nicht am Platz sind.

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  5. Hallo Ex-Studentin,
    Emanzipation für Männer => gute Sache. Warum soll immer der Mann der sein, der die Familie ernährt. Deshalb steuere ich auch auf die Silberhochzeit mit einer Ingenieurin zu.

    Das Problem, das ich sehe: Die Masse der jungen Fragen studiert energisch auf „arbeitslos“.
    Man braucht als Mann eine Frau an seiner Seite, die wenigstes theoretisch die Chance hat, das Familieneinkommen zu erwirtschaften.

    Meine Töchter werden jetzt langsam erwachsen. Abi & Studium sind dran. Ich sehe live, was die jungen Frauen für Laufbahnen anstreben: Was mit „internationalen Beziehungen“ ist das neue „was mit Medien“, dann so Kram, wie Tanz&Theater, Ethnologie, Sprachwissenschaft.
    Alles schöne Beschäftigungen (so für ein Semester VHS) für einen einen gesettelten 50jährige wie mich, der weiß wo’s Geld herkommt, aber doch nichts, was man macht, wenn man irgendwann mal sein eigenes Geld verdienen will. Mama & Papa sponsoren nicht bis in alle Ewigkeit.

    Meine Frau & ich sind Ingenieure und natürlich würden wir es gerne sehen, wenn unsere Töchter einen Beruf im ingenieur-/naturwissenschaftlichen Bereich ergreifen würden. Aber wir verstehen auch, das das nichts für jeden ist. BWL, VWL, Jura ernähren auch die Frau.
    Aber so ein Eso-Studium hätten wir nicht finanziert.

    Wenn er einen guten Job hat und sie mal gerade so prekär (weil Studium ist ja Selbstverwirklichung) über die Runden kommt, ist doch klar, wer zu Hause bleibt.

    Gruß
    Finanzwesir

    PS: Was das Gehalt angeht: „Talk is cheap“, verlange soviel, dass Du es für unverschämt hälst, dann kriegst Du das, was die Männer bekommen. Wie die Männer immer mit dem Hintergedanken: Ich muß eventuell alleine eine Familie versorgen. Auch beim Gehalt gibt’s den Zinseszins: Die Prozente, die Du am Anfang nicht rausholst, fehlen Dir dann beim Aufstieg. Wenn Du es dem Arbeitgeber wert bist, wird er es schon zahlen.

    PPS: Mach weiter so. Wo ist denn der schicke pinke Hintergrund geblieben? ;-)

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  6. Erinnert mich an deinen Artikel http://www.finanzwesir.com/blog/kinder-geldanlage-erziehung. Da habe ich auch schon geschrieben: Bei meinen Eltern ist mein Vater der Hauptverdiener. Egal, wie schlecht es ihm geht, er schleppt sich immer zur Arbeit, auch jetzt noch als Rentner. Auf dem Land hat man zudem nicht viele Alternativen. Deswegen war für mich klar: Ich will einen Beruf, in dem man gut verdient und ich will in die Stadt. Man hat einfach mehr Perspektiven. Als mein Freund nach dem Studium gesagt hat, dass er lieber noch was anderes machen will (wie gesagt.. vor allem Männer sind immer relativ unentschlossen..), konnte ich sagen: Mach, was dich glücklich macht, weil wir durch mein Gehalt uns trotzdem noch die Wohnung leisten können. Falls ich mal Kinder habe, dürfen diese auch machen, was sie wollen. Sofern sie dabei zielstrebig sind und damit auch was anzufangen wissen. Sie sollen wissen, dass man für Geld arbeiten muss und Mama und Papa keine unendliche Geldquelle sind. Neustes Handy zu Weihnachten und Markenklamotten bei 10-Jährigen kann nicht gut gehen. Lieber unterstütze ich meine Kinder mal finanziell bei einem Auslandssemester oder beim Hausbau, wenn sie alt genug sind, das Geld auch wert zu schätzen. Beim Thema maximales Gehalt rausschlagen, muss ich mir selbst noch an die Nase fassen. Ich arbeite derzeit eher in einem kleineren Unternehmen, wo das Gehalt ausbaufähig ist, ich dafür aber sehr viel lerne und ein freundschaftlicher Umgang unter Kollegen herrscht. Ist mir aktuell lieber als mich z.B. direkt bei einem Automobilhersteller zu bewerben und nur Dienst nach Vorschrift zu machen.
    P.S. Ich vermisse das Rosa ein wenig, aber mein Freund sagte: Tu das deinen Lesern nicht an. :D

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  7. Zunächst das Wichtigste: Rosa ist gut :)

    Ich stelle auch fest, dass sich die Gesellschaft ändert. Mein Vater ist über 70 und kann nicht verstehen, dass meine Kollegin (Diplom-Geographin) NICHT meine Sekretärin ist. Sie ist selbständige Sachbearbeiterin und hat ihren eigenen Aufgabenbereich.
    Bei den gesetzteren Herren (so um die 50) schätze ich die Ansichten inzwischen 50:50 ein. Wie es bei den Jüngeren ist, kann ich nicht beurteilen. Ich sehe aber ein Hauptproblem bei den Frauen selbst. Sie wollen einfach das Mutterglück in vollen Zügen genießen. Nur sehr wenige sehen ein, dass sie nach 6 Monaten Auszeit wieder 50h arbeiten und das Kind dem Mann überlassen. Ich denke aber, langfristig wird das besser werden.

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  8. Danke, Alexander! :)Und es werde wieder rosa/lila/grau. Ja, die Frauen „wählen“ diesen Weg in dem Sinne selbst. Wenn man zwischen Arbeiten und Kindererziehung wählen muss, gewinnen die Zwerge. Wer sich für Kinder entscheidet, will sich schließlich auch um diese kümmern und nicht nur Gebärmaschine für den Erhalt des Rentensystems sein. Trotzdem ist es irgendwo ärgerlich, wenn man seine finanzielle Unabhängigkeit aufgeben muss. Was ich bisher gut finde: Elterngeld im ersten Jahr und die Tendenz, dass Mütter zumindest 1 Tag die Woche versuchen weiterzuarbeiten, um im Beruf zu bleiben und dann ggf. halbtags arbeiten. Dadurch hat man zumindest die Möglichkeit, die Stunden bei Bedarf auch wieder hochzufahren. Schließlich gibt es auch noch ein Leben nach den Kindern.

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  9. „Auch in der männlichen Finanzbloggerwelt habe ich bisher nirgendwo gelesen, dass jemand auf dem Weg zur finanziellen Freiheit mit Einkommenseinbußen rechnet.“ Schau mal bei Ankur vorbei. Er hat viel Elternzeit genommen und ist trotzdem jetzt finanziell unabhängig: https://ankurgargsimplelife.wordpress.com/2015/02/08/lonely-father-in-playschool-and-playground/

    „Wäre die Frau nicht bereit, für die Kindererziehung ihre Karriere aufzugeben, dann gäbe es eben keine Kinder in der Partnerschaft.“ Eben. Das erklärt auch den steigenden Trend, dass immer weniger Frauen Kinder bekommen. In Deutschland gbit es ziemlich viel Druck, nach den Kindern wieder arbeiten zu gehen und ich kenne viele, die große Schwierigkeiten in der Firma haben weil die männlichen bzw. kinderlosen Kollegen überhaupt kein Verständnis dafür haben, was es bedeutet, Kinder zu haben. Ich bin in diesem Punkt lieder ziemlich pessimistisch, ich sehe nicht, dass sich die Lage verbessert.

    Zum Thema Frauenquote: Die Frauen, die jetzt gute Jobs bzw. Führungspositionen haben sind da, weil die echt gut sind und sich diese Positionen verdient haben. Bei einer Frauenquote droht das Gefahr, dass Frauen von den Kollegen generell weniger respektiert werden, laut dem Motto „Sie kann doch nichts, sie wurde nur wegen der Frauenquote eingestellt“. Und das auch bei den Frauen, die wirklich, wirklich gut sind. Eine Frauenquote würde meiner Meinung nach die berufliche Lage für Frauen eher erschweren, weil die dann auch mit diesen negativen Äußerungen zu kämpfen haben würden.

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