Transportmittel erster Wahl: Fuß und Fahrrad

Im Internet und in Zeitschriften wird man immer wieder Artikel mit folgendem Wortlaut finden:

„Lassen Sie bei kurzen Strecken das Auto in der Garage!“

Sei es aus gesundheitlichen oder aus finanziellen Gründen. Wir haben Ende Oktober, es wird immer kälter und die letzten Tage sehe ich auf meinem Arbeitsweg gefühlt mehr Fahrräder als den Sommer über. Selbst motorisierte Zweiräder sehe ich noch ein paar auf den Straßen (wobei die meisten vermutlich am 1.11. ihr Saisonkennzeichen abgeben werden).

Ein Kollege, der sonst mit dem Auto fährt, überraschte mich vor ein paar Tagen ebenfalls auf einem Rad. Auf die Frage, wieso er jetzt plötzlich damit anfängt, antwortete er: Zeitlich ist er mit dem Fahrrad mittlerweile ähnlich schnell wie mit dem Auto. Obwohl er wie ich nur um die 5km von der Arbeit entfernt wohnt, braucht er mit dem Auto um die 20 Minuten, mit dem Fahrrad gemütliche 30. Wer aus dem Kölner oder Stuttgarter Raum kommt, kann das sicherlich gut nachvollziehen: Jeden Tag bekomme ich nicht nur den Stau im Berufsverkehr mit, sondern auch die Schwierigkeit einen Parkplatz zu finden.

Laut folgendem Artikel verliert man in den beiden Städten durchschnittlich 65 Stunden Lebenszeit im Jahr durch Stau:

Focus.de – Jährliche Zeit im Stau

Ich habe viele Kollegen mit langen Arbeitswegen und kann das nur bestätigen. Ein umgekippter LKW, Vollsperrung und der Morgen ist gebongt. Bei mir auf der Arbeit ist es eine geduldete Ausrede zu sagen „War mal wieder Vollsperrung auf der A sowieso“, wenn man zu spät zu einer Besprechung erscheint.

Wäre das Verkehrsnetz im Stuttgarter Raum nicht so teuer und unzuverlässig würden einige sicherlich gerne auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen. Ich selbst brauche mit den Öffentlichen gute 40 Minuten zur Arbeit. Zu Fuß 55, mit dem Rad etwa 25, mit dem Auto geschätzt 20 inkl. Parkplatzsuche.

Der klare Sieger ist in meinem Fall das Fahrrad: Kostet fast nichts und ist noch gesund. Nebenbei missbrauche ich mein Fahrrad auch noch als Packesel und parke zugegebenermaßen wie ein pinkelnder Hund an jeder beliebigen Straßenlaterne.

Mein Freund und ich erledigen kürzere Strecken mit dem Rad, längere mit der Bahn. Ein Auto brauchen und haben wir nicht. Wir sparen 50€ Miete für die Garage im Monat. Selbst unsere Nachbarn finden das gut: Weil wir die zur Wohnung gehörende Garage nicht brauchen, können sie sich darum streiten.

Wie meistert ihr die Fortbewegung im Alltag?

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11 Gedanken zu “Transportmittel erster Wahl: Fuß und Fahrrad

  1. Fahrrad fahren zur Arbeit ist klasse. Leider wohne ich 18 km von meiner Arbeitsstelle entfernt. Die öde Fahrt mit dem Auto hat mich schon lange genervt, vor einigen Monaten habe ich dann eine Woche lang die Öffentlichen getestet und mir danach eine Jahreskarte gekauft.
    Jetzt fahre ich mit der Straßenbahn, währenddessen lese ich viel. Dann steige ich um aufs Fahrrad und radle noch ca. 4 km.
    So brauche ich von der Haustür zur Bürotür statt früher 30 Minuten nun 45 Minuten. Aber in den 45 Minuten ist schon Sport und Bildung inklusive, während die Zeit im Auto für mich immer „tote Zeit“ war.

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    • Auch sportlich! Fährst du auch vei schlechtem Wetter Rad? Ich habe vorher 25km weiter gewohnt und war deswegen jeden Tag über 2 Stunden unterwegs. Wenn das nervige Umsteigen/Bahn verpassen durch Verspätung oder die häufigen Zugausfälle nicht gewesen wären, hätte ich das Bahnfahren positiver in Erinnerung. Ich habe nämlich auch gern gelesen (oder geschlafen..). Ein wenig freue ich mich auf den Winter, weil ich dann auch wieder auf die Öffentlichen umsteige und meine Lieblingsblogs oder Forenbeiträge morgens lesen kann. Man ist zeitlich leider nicht so flexiber wie mit dem Rad und braucht in meinem Fall leider wirklich lang (40min für 4-5km sind schon hart).

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  2. Ich wohne 16 km von meinem Arbeitsplatz entfernt und fahre diese mit dem Rad. Selbst als extrem unsportlicher Mensch kommt man nach kurzer Zeit in den Flow. Auto 30 Minuten, Bahn 50 und Rad mit der Weile 42 Minuten. Man ist über den Tag ausgeglichener und spart andere Fitnessprogranme, die zeitraubend sind.

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  3. Bei mir steht bald auch wieder radeln an. Aktuell mit Umzug und so brauchte ich das Auto doch noch zu oft. Aber ob jetzt 15-20 Minuten mit dem Auto oder 30 Minuten mit dem Bike.

    Für mich ist das auch immer so ein Moment um wach zu werden oder von der Arbeit abschalten zu können.

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  4. Radeln natürlich…geht schneller, kostet weniger, hält fit, entstresst und macht Spass…allein schon wegen dem mehr an Tageslicht, dass du abbekommst! Geht mit den entsprechenden Klamotten auch bei jedem Wetter…zur Not muss mans sich halt vor Ort nochmal kurz umziehen.Einziger Nachteil: man kann auf dem Rad nicht so gut Bücher lesen wie in der Bahn ;-)

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  5. Schön zu hören dass mehr Menschen auf den Rad umsteigen. Wir wohnen in Stuttgart Mitte und sehen viel zu viele Autos um uns. Selber haben wir keine. Macht 0 Sinn. Bei so viele carsharing Möglichkeiten sowieso. Nichtmal das brauchen wir. S Mitte hat vorteile und Nachteile. Zu fuss oder mit öffies überfall hinkommem ist auf jeden dann ein großes Vorteil!
    Als ich noch gearbeitet habe habe ich 15min mit mein Fahrrad gefahren. Habe extra kein Mofa gekauft Weil ich Bewegung unheimlich wichtig finde!

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  6. Ich bin dafür, dass man die öffentlichen Nahverkehrsmittel besser ausbaut. Ich sehe auch nur all zu oft große Autos auf der Straße mit gestressten Fahrern. Ein Auto ist sicherlich ein wichtiger Punkt für die Flexibilität der Menschheit. Trotzdem wird es oft sogar zum Brötchenholen bei 500m Entfernung genommen.

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    • Wie Mr W schon erwähnt hat, haben und brauchen wir kein Auto. Viele Leute können aber gar nicht damit umgehen. Die glauben wir können uns ein Auto nicht leisten oder sowas ähnliches. War neulich ohne Mr W auf einer Weinverkostung und am Ende des Abends haben mich alle Leute ganz besorgt gefragt, wie ich nach Hause komme. Als ich meinte, ich fahre mit der U-Bahn (gerade mal 4 Stationen) hat einer gesagt „Nee, das geht gar nicht, ich fahre dich nach Hause“. Alle waren ganz erleichtert. Dabei war es bestimmt gefährlicher, bei dem Menschen ins Auto zu steigen, nachdem er auch an der Weinverkostung fleißig mitgemacht hat, als wenn ich ganz gemütlich mit der Bahn gefahren wäre. Ich finde die VVS eigentlich ganz gut und fahre gern Bus und Bahn. Mehr Leute sollen es mal ausprobieren, die wären wahrscheinlich positiv überrascht…

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      • Traurig aber wahr… Ich fahre auch am liebsten Bahn, wenn die Verbindung gut ist. Von den Kosten her sind Fahrgemeinschaften bei langen Strecken aber günstiger. In Stuttgart wird es zu Fuß und mit dem Fahrrad aber wieder gefährlich. Ich wurde schon ein paar Mal fast überfahren. Ein paar Autofahrer missachten hier Zebrastreifen, biegen ab ohne auf den Radweg zu schauen oder fahren ohne zu schauen rückwärts. Diese Woche wäre ich auch 2x direkt vor der Haustür überfahren worden. Einmal war ich direkt vorm Haus als jemand zur Hauseinfahrt reingeschossen kam, obwohl ich da grade lief. Beim Einkaufen 200m weiter muss ich auch eine Ausfahrt überqueren und lief hinter einem Auto, was gerade auf die Straße fuhr. Plötzlich setzt die Frau nach hinten zu einem Wendemanöver an. Dank des Wendekreises ihres Autos umfuhr sie mich dabei. Da hatte ich echt Glück. Was ich besonders schlimm finde, wie hektisch die Leute agieren und wie dicht die Leute auffahren. Ich sehe jede Woche so viele Fast-Unfälle und Auffahrunfälle, dass ich mich jedes Mal von neuem aufrege, wenn ich daran denke.

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