Ist das Modell der Ehe veraltet? – Teil 3

 

Die Ehe reiht sich in Reihe der „Lifestyle“-Entscheidungen ein, die man im Leben trifft: Immobilienkauf, Kinder, Selbstständigkeit, Investitionsstrategie. Heute möchte ich anhand von 2 Musterpaaren vergleichen, welche Auswirkungen ein Trauschein im Vergleich zur unehelichen Partnerschaft im Laufe des Lebens haben kann. Da der Artikel nun doch etwas länger geworden ist, geht es in diesem Teil um das Zusammenleben und die Familiengründung. Erst Teil 4 wird die Trennung behandeln.

Die beiden Musterpaare

Darf ich vorstellen:
Paar Nummer 1: Romeo und Julia – Frisch verheiratet, bis das der Tod sie scheidet.
Paar Nummer 2: Adam und Eva – Leben ohne Trauschein im Paradies.

Beide Paare haben den Wunsch nach der Familiengründung und nach den eigenen 4 Wänden. Die Männer haben studiert und einen tollen monatlichen Verdienst von 4000€ brutto. Die Damen haben eine Ausbildung hinter sich, ein Grundstück (Wert: 80.000€) geschenkt bekommen und verfügen über ein brutto-Einkommen von 2.000€ im Monat.

Die Paare bekommen 2 Kinder. Julia und Eva bleiben für die Kindererziehung erst mal zuhause. Später tragen die Damen mit einem 450€-Job/Halbtagsjob zum Familienunterhalt bei. Irgendwann entsteht der Wunsch, auf dem Grundstück ein Haus zu bauen. Sie nehmen mit ihren Männern einen Kredit auf und bauen ein Haus, in dem sie bis ins hohe Alter wohnen bleiben.

Wahl der richtigen Steuerklasse

Steuerklasse I: ohne Trauschein, ohne Kinder

Beide Paare verdienen zusammen 6000 brutto. In Deutschland gibt es 6 verschiedene Lohnsteuerklassen, welche die Höhe der Abgaben bestimmen. Als lediger Angestellter mit einem Arbeitgeber hat man automatisch Steuerklasse 1. Weitere Nebeneinnahmen, die insgesamt 450€ im Monat überschreiten, werden mit Steuerklasse 6 besteuert. Für unsere Paare (alle Steuerklasse 1; wohnhaft in Berlin; sie in der Kirche, er nicht) bleibt vor der Hochzeit deswegen Folgendes vom Brutto-Einkommen netto übrig:

Er: 4.000 brutto → 2.420 € 
Sie: 2.000 brutto → 1.383 €
Netto gemeinsam: rund 3.800 €

Steuerklasse III/V oder IV/IV: verheiratet, ohne Kinder

Nach der Hochzeit müssen Romeo und Julia die Steuerklassen wechseln. Dank Ehegattensplitting kann dies die gemeinsame Steuerlast senken.

Steuerklasse 3/5 ist auf Paare ausgerichtet, bei denen einer von beiden 1,5 mal mehr verdient als der andere.

Ist der Faktor größer, müssen am Ende des Jahres Steuern nachgezahlt werden. Ist der Faktor kleiner, bekommt man Geld wieder. Der Mehrverdiener wählt die 3 (geringere Steuerbelastung), der Partner muss automatisch 5 nehmen (höhere Steuerbelastung).

Alternativ können Romeo und Julia beide die Steuerklassen 4/4 nutzen (entspricht dem gleichen Steuersatz wie Steuerklasse 1) und getrennte Steuererklärungen abgeben. Man kann mittlerweile auch einen Faktor angeben und die zu erwartende Lohnsteuer anteilig auf die beiden Gehälter aufteilen.

Das Finanzamt rechnet aufs Jahr betrachtet die wirkliche Steuerbelastung aus, die unabhängig von der gewählten Lohnsteuerklasse ist.

Durch die Steuerklasse kann man lediglich dafür sorgen, dass man während des Jahres mehr netto zur Verfügung hat. Ebenso kann man Lohnersatzleistungen (Arbeitslosengeld, Krankengeld, Elterngeld) dadurch beeinflussen.

Auf folgendem Schaubild kann man erkennen wie die Steuerbelastung in Deutschland mit jedem verdienen Euro steigt (gestrichelte Linie). Dabei muss man bis rund 8800€ Einkommen pro Person keine Lohnsteuer zahlen. Bis 14.000€ steigt dieser dann rasant auf 25% an, um dann etwas flacher gegen 42% Lohnsteuerabzug zu wandern. Die durchgezogene Linie zeigt den Durchschnittssteuersatz an.

 

Steuersatz.PNG

Einkommenssteuer ledig vs. Ehegattensplitting

Hinweis: Werbungskosten und Sonderausgaben (Kinderbetreuung, Fahrtkosten, Weiterbildung..) werden in meinem Artikel nicht mit betrachtet. Eingetragene Freibeträge können das Netto-Einkommen steigern. Hier findet ihr die aktuellen Lohnsteuertabellen für Ledige und Verheiratete.

Romeo und Julia wählen aufgrund des Gehaltsunterschieds Steuerklasse 3 & 5.

Er : 4.000€ brutto → 2.743 € netto
Sie: 2.000€ brutto → 1.141 € netto
Netto gemeinsam: rund 3.880 € (30€ Nachzahlung erforderlich)
Gesamt nach Steuerklärung: 3.850 €

Nüchternes Fazit: Trotz des großen Gehaltsunterschieds ergeben sich netto keine nennenswerten Vorteile.

Teilweise können sogar Nachteile entstehen, wenn wie in unserem Falle einer in der Kirche ist und der andere nicht.

Die Kirche erhebt ein „besonderes Kirchgeld“ bei konfessionslosen Partnern!

Julia zahlt aufgrund ihrer Steuerklasse doppelt so viel Kirchensteuer wie in Steuerklasse 1. Selbst wenn dem dem nicht so wäre, so würde abhängig von Gesamteinkommen 276€ Kirchgeld im Jahr fällig werden.

Gemeinsames Eigentum / gegenseitige Absicherung / Erbrecht

Unsere Paare wollen ein Haus bauen und sich gegenseitig absichern.

Hausbau auf geschenktem Grundstück

Julia und Eva haben von ihren Eltern ein Grundstück geschenkt bekommen, was 80.000€ Wert ist. Durch den hohen Freibetrag von Kindern (400.000€  fiel keine Schenkungssteuer an.

Die Paare nehmen gemeinsam einen Kredit auf. Die Damen stehen im Grundbuch des Grundstücks und wären damit automatisch auch Besitzer des darauf gebauten Hauses. Die Herren der Schöpfung möchten verständlicherweise auch Eigentümer sein. Es ist absehbar, dass der Mann mehr Geld in das Haus stecken wird. Dafür werden die Damen aber mal die Kindererziehung übernehmen. Die Paare einigen sich auf eine 50:50-Aufteilung. Julia schenkt ihrem Romeo deswegen 50% des Grundstücks – als Ehegatte (500.000€ Freibetrag) fällt keine Schenkungssteuer an. Eva hingegen verschenkt nur 1/4 des Grundstücks (20.000€ Freibetrag)und verkauft ihm das andere Viertel auf Raten. Es fallen bei beiden Paaren entsprechende Kosten beim Notar an.

Erben ohne Trauschein

Wenn es keine Kinder gibt, erben automatisch die Eltern des Verstorbenen oder ggf. deren Kinder. Selbst mit Testament, der den verbleibenden Partner als Alleinerben benennt, können Eltern ihren Pflichtteil einklagen, der pro Elternteil 1/4 des Nachlasses beträgt. Der Hinterbliebene erhält also nur die Hälfte des Erbes und darf davon auch noch 30% Erbschaftssteuer abführen.

Es bleiben also trotz Testament nur rund 1/3 des Erbes übrig.

Und oh Freude: Schenkungen der letzten 10 Jahre können von den Hinterbliebenen rückgängig gemacht werden! Immerhin werden mit jedem vergangenen Jahr nach der Schenkung 10% weniger zurückgefordert. Selbst, wenn die Eltern auf das Erbe verzichten würden: Das Sozialamt könnte bei Bedürftigkeit der Eltern eine Schenkung rückgängig machen und den Pflichtteil trotzdem einfordern.

Eingetragenes Wohnrecht oder Nießbrauch macht die Sache nicht besser.

Diese werden nämlich anhand der zu erwartenden Lebensdauer und dem Mietspiegel berechnet und müssen auch versteuert werden.

Erbrecht bei Zugewinngemeinschaft in der Ehe

Sofern nichts anderes vereinbart wurde, leben Romeo und Julia in einer Zugewinngemeinschaft. Alles, was während der Ehe erwirtschaftet wird (Haus, Wertsteigerungen von Immobilien/Depots, Rentenpunkte, Lottogewinne) gehört beiden. Dies gilt auch, falls einer von beiden sterben sollte. Sofern die Ehe kinderlos bleibt, steht dem verbleibendem Partner mindestens die Hälfte des Erbes zu (Freibetrag: 500.000€). Sollte er im Testament als Alleinerbe eingetragen sein, können die Eltern trotzdem den Pflichtteil von  1/8 je Elternteil einfordern.  Man sollte also genügend Geld haben, um diese auszubezahlen, sonst führt dies ggf. zum Verkauf eines geerbten Hauses.

Als Alleinerbe in der Ehe bleiben 3/4 des Erbes, falls die Eltern den Pflichtteil einfordern.

Alternative Absicherung: Lebensversicherung/Verzicht auf Pflichtteil

Im besten Fall klärt man vor seinem Tod das jeweilige Erbe. Man kann z.B. seine Eltern bitten, eine Verzichtserklärung zu unterschreiben.

Um als Hinterbliebener nicht in finanzielle Engpässe zu geraten, kann man eine Lebensversicherung abschließen. Wichtig ist es, dass man die Versicherung nicht selbst abschließt. Denn damit „hinterlässt“ man anderen automatisch Geld und es muss Erbschaftssteuer gezahlt werden. Weiterer Fehler: Man gibt keinen konkreten Namen an. Damit erhalten automatisch alle Erbberechtigten die Leistung. Setzt man hingegen einen bestimmten Namen ein, so zählt dies nicht zur Erbmasse. Somit könnte z.B. ein Kind das restliche (ggf. verschuldete) Erbe ausschlagen, würde aber trotzdem das Geld der Lebensversicherung erhalten.

Im besten Falle schließt der Bezugsberechtigte die Lebensversicherung selbst ab. Somit sind keine Steuern fällig.

Familiengründung / Elterngeld Kind Nr. 1

Wahl der Steuerklasse

Kind Nr. 1 kündigt sich an. Da die Mutter 1 Jahr zuhause bleiben möchte, geht sie erst in Mutterschutz und beantragt für 1 Jahr Elterngeld. Auch der Vater bleibt für 2 Monate zuhause. Das Elterngeld beträgt zwischen 300 und 1800€ abhängig vom Nettoverdienst vor dem Mutterschutz/Elternzeit. Für Mehrlingsgeburten gibt es 300€ für jedes weitere Kind. Werbungskosten, Provisionen, Gewinnbeteiligungen und sonstige Einmalzahlungen erhöhen bei der Berechnung das Netto leider nicht. Wer sein zugrunde gelegtes Netto-Einkommen erhöhen will, kann in Steuerklasse 3 wechseln (der Partner automatisch in 5). Da das ganze bereits 7 Monate vor Eintritt in den Mutterschutz gemacht werden muss, sollte man bei einem Kinderwunsch frühzeitig wechseln. Bei Feststellung der Schwangerschaft kann der Wechsel bereits zu spät sein.

Berechnung des Nettoeinkommens – Vater Steuerklasse 5 / Mutter 3
Er: 4.000€ brutto →  2.006 € netto.
Sie: 2.000€ brutto →  1.573 € netto.
Gesamt: rund 3.580€ (Steuerrückzahlung am Ende des Jahres).

Das gemeinsame Netto-Einkommen sinkt auf den ersten Blick. Sie bekommen durch ihre Steuererklärung aber wieder Geld zurück. Nun lässt sich das daraus resultierende Elterngeld pro Monat berechnen. Beim Elterngeld wird das Mutterschaftsgeld (volles Nettoeinkommen 8 Wochen nach der Geburt) angerechnet, sodass anschließend nur noch 10 Monate Elterngeld von der jungen Mutter bezogen werden. Der Vater nimmt 2 Monate Elternzeit.

Berechnung des Elterngelds – Vater Steuerklasse 3 / Mutter 5
Er: 2.743 → 1729 €
Sie: 1.141 → 709 €
Elterngeld: 2 · 1141 + 10 · 709 + 2 · 1729 = 12.830

Berechnung des Elterngelds – Vater Steuerklasse 5 / Mutter 3
Er: 2.006 € → 1249 €
Sie: 1.573 € → 968 €
Elterngeld: 2 · 1573 + 10 · 968 + 2 · 1249 = 15.324

Der Wechsel der Steuerklasse macht 2.500€ im Jahr aus. Ein Vorteil, den Adam und Eva nicht nutzen können. Sie bleiben beide in Steuerklasse 1.

Berechnung des Elterngelds – Vater Steuerklasse 1 / Mutter 1
Er: 2.420 € → 1.519 €
Sie: 1.383 € → 845 €
Elterngeld: 2 · 1.383 + 10 · 845 + 2 · 1.519 = 14.245

Bei Romeo und Julia fließen über 1000 € mehr Elterngeld als bei Adam und Eva. Allerdings 1500€ mehr, falls das Ehepaar nicht rechzeitig die Steuerklasse gewechselt hat.

Es gibt mittlerweile unterschiedliche Elterngeld-Modelle. ElterngeldPlus (2 Jahre lang) und das Partnerprogramm, bei dem beide Elternteile zusätzliche 4 Monate am Stück Teilzeit arbeiten können. Man sollte also vorher so genau wie möglich planen, welches Modell sich am besten eignet. Das Strecken des Elterngelds auf 2 Jahre ist sinnvoll, wenn man in der Zeit nicht mehr als 30h die Woche arbeiten möchte. Die Steuerlast sinkt im Vergleich zur 1-Jahres-Zahlung.

Sorgerecht und Erbe

Da Romeo und Julia verheiratet sind, erhalten automatisch beide das Sorgerecht und Romeo wird als Vater in der Geburtsurkunde eingetragen. Adam hingegen muss erst die Vaterschaft anerkennen und beide müssen notariell das gemeinsame Sorgerecht bekunden. Durch die Geburt des Kindes ist dieses automatisch erbberechtigt und nicht mehr die Eltern des Verstorbenen. Das Erbe, was vorher an die Eltern gegangen wäre, wird unter den Kindern gleichermaßen aufgeteilt.

Krankenversicherung

Das Kind kränkelt oft, weswegen die Mütter länger zuhause bleiben als geplant. Während der Elternzeit können Eltern ohne Einkommen die Beitragsfreiheit bei der Krankenkasse beantragen. Dies gilt nicht für freiwillig gesetzlich Versicherte (Personen mit hohem Einkommen oder Selbstständige).

Kind Nummer 2 unterwegs

Unsere Paare bekommen 2 Jahre später Kind Nr. 2. Da sich das Elterngeld nach dem Nettoeinkommen der letzten 12 Monate richtet und unsere Mütter nach der Geburt des ersten Kindes nicht gearbeitet haben, bekommen sie lediglich den Mindestsatz von 300€ im Monat. Hätte sie sich hingegen nur 1 Jahr bis zum nächsten Kind Zeit gelassen, würden sie das gleiche Elterngeld wie beim ersten Kind bekommen. Unabhängig vom Basis-Elterngeld, bekommen sie, solange das Erstgeborene unter 3 Jahre alt ist, noch einen Geschwisterbonus von 75€ hinzu.

Arbeiten mit Kindern

Die jungen Eltern sind sich einig: Die Mutter arbeitet maximal halbtags, um genug Zeit für die Kinder zu haben. Julia ist nach der Geburt der Kinder wieder in Steuerklasse 5 gewechselt. Für Eva gilt unverändert Steuerklasse 1.

Julia: 1.000 brutto, Steuerklasse 5:  677 € netto
Eva: 1.000 brutto, Steuerklasse 1:  792 € netto

Romeo: 4.000 brutto, Steuerklasse 3: 2.743 €
Adam: 4.0000 brutto, Steuerklasse 1: 2.420 €

Gesamteinkommen Romeo & Julia: 3.320 € (aufgrund von 100€ Steuernachzahlung)
Gesamteinkommen Adam & Eva: 3.212 €

Julia stellt nüchtern fest: Sie erhält 11,56€ brutto pro Stunde, was aber nur 7,83€ netto entspricht (32,3% Abzüge). Sie kann entweder 86h pro Monat arbeiten und erhält 677€ netto oder sie arbeitet auf 450€-Basis und hat dafür nur 39h Arbeitszeit. Bei erstem zahlt sie Sozialversicherungsbeiträge (Arbeitslosengeld, Rentenbeiträge, Pflegeversicherung), bei zweitem hat sie einen besseren Netto-Lohn und ist über ihren Mann versichert (Krankenversicherung und Familienhaftpflicht).

Gesamteinkommen Romeo & Julia bei einem 450€-Job: 3.193 € (keine Steuernachzahlung)

Trotz 450€-Job haben Julia und ihr Mann das gleiche Netto raus wie die halbtags arbeitende Julia und ihr Lebensgefährte. Für Eva hingegen kommt ein 450€-Job nicht infrage; davon würden rund 170€ für die Kranken- und Pflegekasse abgehen.

Sobald die Kinder zur Schule gehen, wollen beide Mütter die Stundenzahl wieder erhöhen, sodass sich die Gehälter der beiden Paare wieder angleichen.

Mein persönliches Fazit

Die gemeinsame Veranlagung von Ehepaaren macht weniger aus als erwartet. 100€ mehr im Monat durch den Trauschein klingen im ersten Moment nicht nach viel Geld. 1200€ läppern sich in 50 Jahren natürlich trotzdem. Die Ehe hat für Paare Vorteile, wenn die Frau maximal auf 450€-Basis arbeitet, da diese dann beim Mann mitversichert ist. Im Falle der Musterpaare kann Julia 40h weniger im Monat arbeiten, damit am Ende netto das gleiche wie bei Adam und Eva rauskommt.

Für wichtiger hingegen halte ich das Thema Erben: Ich finde es gut, dass meine Eltern im Falle meines Todes erben, da mein Freund sich auch gut selbst versorgen kann. Aber so denkt sicherlich nicht jeder. Sobald eine gemeinsame Immobilie, Kinder und Schulden im Spiel sind, wird es schwieriger. In der Annahme, dass mein Freund und ich für immer und ewig zusammen bleiben und Vermögen anhäufen werden, sehe ich die Ehe aktuell als einzige Lösung, um uns gegenseitig am besten abzusichern. Das würde auch erklären, wieso viele Bekannte von mir ihre Langzeitbeziehung irgendwann doch geheiratet haben.

Will ich, dass meine Eltern (oder die Kinder) meinen Freund aus der gemeinsamen Wohnung schmeißen oder er diese aufgrund der Erbschaftssteuer verkaufen muss? Klares nein.

Zudem will ich in jungen Jahren noch kein Testament aufsetzen müssen, damit er überhaupt was bekommt. Durch eine Hochzeit spare ich mir den Papierkram. Mein Freund soll die Vaterschaft nicht anerkennen und das gemeinsame Sorgerecht beantragen müssen. Das müssten wir nämlich schon vor der Geburt machen, damit er überhaupt was entscheiden kann, falls es Komplikationen gibt und ich nicht entscheidungsfähig bin.

Welche Steuerklassen habt ihr und eurer Partner? Wie sichert ihr einander ab?

 

Ist das Modell der Ehe veraltet? – Teil 2

Rund 800.000 Menschen treten jedes Jahr von den Traualtar. Im Vergleich zur Generation unserer Eltern und Großeltern ist die Tendenz sinkend. Über 61% der Deutschen zwischen 27 und 59 sind verheiratet, vor 10 Jahren waren es rund 8% Prozent mehr. Auf Vorteile der Ehe und Gleichstellung von unverheirateten Paaren und Ehepartnern bin ich bereits in Teil 1 eingegangen. Heute geht es um die Verpflichtungen und Nachteile einer Ehe. Im nächsten Teil geht es um die Folgen einer Trennung anhand eines Musterpaares.

Gewollte vs. ungewollte Abhängigkeit

Durch die Ehe gibt man gewollt einen Teil seiner Freiheit auf und teilt das zukünftige Leben miteinander. Der Partner wird eine feste Kontante, was an sich eine schöne, romantische Sache ist, aber auch ein paar negative Aspekte mit sich bringt. Weiterlesen

Ist das Modell der Ehe veraltet? – Teil 1

In meiner Familie und in meinem Bekanntenkreis fangen so langsam die ersten Hochzeiten an. Gleichzeitig gibt es viele Paare in meinem Freundeskreis, die jahrelang ohne Trauschein glücklich sind – mein Freund und ich sind ebenfalls seit über 5 Jahren zusammen. So langsam frage ich mich, ob Heiraten heutzutage überhaupt noch sinnvoll ist. Wie ihr wisst, geize ich mit meiner Unterschrift. Mit 24 bin ich rein statistisch noch 7 Jahre von einer Hochzeit entfernt und würde meine Rechten und Pflichten diesbezüglich gerne rechtzeitig wissen.

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Frauen in Deutschland heiraten immer später

(Männer heiraten im Schnitt mit knapp 34 Jahren das erste Mal.) Weiterlesen

Meine Spartipps mit einem Hauch von Minimalismus – Teil 2

Spartipps sind mittlerweile in aller Munde – die meisten sind längst kein Geheimtipp mehr und gehören für meine Leser sicherlich schon zu den „Basics“. Dank sparsamer Lebensweise gibt es aber sicherlich sehr vieles, was man unbewusst besser macht und was für andere einen Mehrwert hätte. Im ersten Beitrag habe ich deswegen bereits 10 Tipps aus meinem Alltag vorgestellt. Keine bahnbrechenden Erkenntnisse, aber dennoch erleichtern diese Gewohnheiten meinen Alltag. Heute geht es deswegen mit dem zweiten Teil und Beispielen aus meinem Leben weiter. Weiterlesen

Meine Spartipps mit einem Hauch von Minimalismus – Teil 1

Standard-Spartipps geben wie „Preise vergleichen“, „Fahrrad statt Auto“ und „Sachen gebraucht kaufen“ kann ja jeder. Heute will ich euch einen kleinen Einblick in meinen Alltag geben, wie ich an der ein oder anderen Stelle Geld spare bzw. Müll vermeide. Es sind wirklich nur sehr kleine Tipps und man häuft dadurch keine Reichtümer an.

Ich bin von dem Minimalismus-Trend ziemlich begeistert: Weniger Konsum, weniger Müll, mehr natürliche Produkte, Verzicht auf Fleisch. Ich bin leider bei Weitem keine Minimalistin. Aber ich denke mir: Nur weil man nicht so erfolgreich ist wie Elvis, muss man das Singen ja nicht gleich aufgeben, sondern sollte weiter üben. Deswegen sehe ich jede Tendenz zu einem bewussterem Umgang mit unseren Ressourcen und anderen Lebewesen als etwas Positives an. Lieber eine langsame Entwicklung zum Besseren als gar keine.

Das positive am Minimalismus: Es schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Deswegen kommen hier  20 meiner kleinen Alltagstipps. Weil der Beitrag wieder länger geworden ist, habe ich das ganze auf 2 Beiträge aufgeteilt. Weiterlesen

Buchrezension: Der Finanzwesir

Das Buch der Bücher, auf das alle gewartet haben, ist dieses Jahr endlich erschienen. Der Finanzwesir hat mich gebeten, eine Buchrezension über sein Werk zu verfassen. Ich wiederhole noch mal: ER hat MICH gebeten. Welche Ehre, die in der Finanzwelt einem Ritterschlag gleich kommt. Obwohl ich abends mit dem Handy in der Hand einem anderen Mann schrieb und dabei ein breites Grinsen auf dem Gesicht hatte, war mein Freund zum Glück nicht eifersüchtig.

Nico von Finanzglück hat seine Begeisterung über das Buch bereits kundgetan und viele Beispiele von Alberts humorvollen Beispiel gebracht. Leider habe ich kein so tolles A-Team zusammen stellen können, weswegen ihr mit mir und meinem steten Begleiter Palmon vorlieb nehmen müsst. Weiterlesen